Magic Circle Festival 2008

01. August 2008

Magic Circle Festival 2008

\"\"

Im Jahre 2007 gab es für die deutschen Fans der Band ManowaR einen besonderen Leckerbissen. Mit über zehn Bands im Gepäck und einem Ticketpreis von 10€ lockten ManowaR an zwei Tagen zirka 25.000 Fans nach Bad Arolsen im Hessen Lande. Bei solch einem Preis konnte man natürlich nicht nein sagen und ich machte mich mit .ram und noch einem Freund auf den Weg. Nach dem großen Erfolg, versprach Joey DeMaio, dass es auch 2008 ein solches Festival geben wird. Diesem Mal aber nur mit mir und .ram.

Licht und Schatten

2008 sollte es aber ein wenig anders laufen. Zum einen wurde das Festival von vornherein auf vier Tage ausgelegt, zum anderen mussten die Besucher mit einem Festival Preis von 80€ „etwas mehr\" auf den Tisch legen. Bei Bands wie Alice Cooper, Def Leppard, Whitesnake, W.A.S.P., Joe Lynn Turner, Gotthard, Doro, der Micheal Schenker Group oder Majesty und natürlich ManowaR war aber selbst dieser Preis noch locker gerechtfertigt. Auch das restliche Rahmenprogramm war mehr als zufriedenstellend. So wurden nicht nur 20.000 Singles des ManowaR Songs „Die with honor\" kostenlos an die Fans verteilt, sondern die Band spielte auch während des Festivals ihre ersten sechs Studioalben in chronologischer Reihenfolge und das Wikingerschiff des Vorjahres sollte auch noch verbrannt werden. Für Fans natürlich genial.

\"\" \"\"

Wir kamen den Freitag zirka 16Uhr an, was recht gut passte, da gleich Doro die Bühne betreten sollte. Leider kam es noch zu ein paar Schwierigkeiten wegen meines Fotopasses. Doch nach einem Telefonat mit der Pressesprecherin des Festivals konnte die Sache doch noch geklärt werden und meine Kamera durfte sich auf ihren Einsatz freuen. Noch mal ein großes Danke an die Pressesprecherin. Leider verpassten wir dadurch nicht nur Doro, sondern bekamen auch gleich die eine erschreckende Nachricht.

Da wo Licht ist, kann nämlich auch viel Schatten sein. Man merkte schon auf dem Festivalgelände, dass es wohl weit weniger Besucher auf das Magic Circle geschafft haben, als das Jahr davor. Dies war wohl auch für die Veranstalter etwas unerwartet und es kam zum Worst Case Szenario. Ich bin nicht der größte ManowaR Fan und es zogen mich eher Bands wie Def Leppard und Whitesnake auf das Magic Circle. Doch genau diese beiden Bands sprangen ab, was am Freitag den Besuchern so nebenbei mitgeteilt wurde. Gründe für die Absage der, neben ManowaR, zugkräftigsten Bands bekam niemand zu hören. Später gab es zwar ein Statement, dass es sich um vertragliche Differenzen handelte, doch genauere Infos blieben leider aus. Hinter den Kulissen hörte man dagegen etwas von nicht gezahlten Gagen, was aufgrund der geringen Besucherzahl durchaus im Bereich des Möglichen ist.

\"\" \"\"

Hail to ManowaR?

Als Entschädigung konnte man zwar sein Ticket zurückgeben und erhielt dafür 15€, doch dies war eher ein Witz. Die paar Liter Freibier konnten die Fans ebenfalls nicht wirklich besänftigen. Am schlimmsten empfand ich jedoch die Reaktionen von DeMaio. Man sei ja eh nur wegen Ihnen da und alle Anderen wären nur kleines Beiwerk. ManowaR sind eh die größten, geilsten what ever. Einen adäquaten Ersatz konnte man ebenfalls nicht auftreiben und man lies einfach einige Bands der Vortage noch einmal spielen. Doch vorerst zurück zum Freitag.

Nach der Bekanntgabe sollten W.A.S.P. wieder für gute Stimmung sorgen, konnte aber die hohen Erwartungen nicht erfüllen. So betrat Blackie Lawless ersten zu spät die Bühne (solche Aktion soll er sich ja öfters leisten) und zum anderen fehlte einfach Speed und der Bumms hinter Songs wie „Wild child\" und „I wanna be somebody\". Entweder werden W.A.S.P. Langsam zu alt, oder sie hatten einfach keinen Bock. Als Co-Headliner traten dann Gotthard auf und zimmerten ein ordentliches Brett auf die Bühne. Ich sah die Band kurz vorher bereits in Dresden und auch hier in Bad Arolsen lieferten sie eine geile Show ab! Der Sound war recht dick und die Band hatte sichtlich Spaß. Sie passten sich zudem etwas dem Publikum an und klangen härter als sonst üblich.

\"\" \"\"

Nun folgte eine längere Umbaupause und heftig Regen setzte ein, welcher jedoch pünktlich bei ManowaR aufhörte. Unter tosendem Jubel begannen sie mit dem Song „Manowar\" und zockten anschließend ihre ersten drei Alben „Battle Hymns\", „Into Glory Ride\" und „Hail to England\" komplett und schlossen mit ihren neuen Nummer „Die with Honor\" den ersten Tag bei einer tollen Feuershow ab. Obwohl ich der Band persönlich nicht sonderlich viel abgewinnen kann, muss man zugeben, dass sie ein würdiger Headliner waren (sieht man von dem überheblichen Statements von DeMaio ab). Nach dem Auftritt gab es zwar noch den letzten Band of the Battles und einen Auftritt von Death Angel, doch da die Thrash Metal Helden erst irgendwann kurz vor drei Auftreten sollten, ließen wir den Act sausen.

Enttäuschter Aufbruch

Der Samstag startete für uns mit Mob Rules, Titanium Black und Kryptica. Letztere sprangen kurzfristig ein, konnten aber nur mit einer überaus hübschen Sängerin punkten. Musikalisch bewegten sich die symphonic Metaller aber auf dünnem Eis, was vor allem an der recht nervigen Sängerin lag. Das Erste richtige Highlight war am Samstag Brazen Abbot mit Joe Lynn Turner, welche schon den Freitag vor Doro spielten. Bekannt wurde Turner vor allem durch sein mitwirken bei Rainbow und Deep Purple. Besonders aus der Zeit von Rainbow gab Turner einige Songs zum Besten und rockte ordentlich die Bühne.

\"\" \"\"

Wie den Tag davor, schaute das Wetter aber alles andere als sonnig aus und wir beschlossen unsere Zelte nach Brazen Abbot abzubrechen. Holy Hell und Majesty sahen wir das Jahr zuvor bereits schon und die Enttäuschung über die Absagen von Def Leppard und Whitesnake saß noch immer tief in den Knochen.

FAZIT:
Das erste Magic Circle im Jahre 2007 war der Hammer! Was ManowaR damals auf die Beine gestellt haben, sucht ihresgleichen. Das zweite hätte trotz des höheren Preises noch locker eins draufsetzen können, doch leider schlampten die Organisatoren. Man hörte, dass der Freitag grandios gewesen sein soll und auch der Freitag war musikalisch auf hohem Niveau. Der Wegfall der Bands Def Leppard und Whitesnake war jedoch ein herber Schlag und es darf bezweifelt werden, dass diese erst einen Tag vorher absagten. Selbst das Verlosen der Motorräder und die Showeinlagen von ManowaR dürfte nur die wenigsten besänftigt haben. Durch diese Sache verlor das Festival enorm an Vertrauen und es steht in den Sternen, wie die Fans im Jahre 2009 darauf reagieren werden. Bei der restlichen Organisation leistete sich das Magic Circle aber keine großen Schnitzer und lief recht geordnet ab, wobei es im Jahr davor deutlich mehr Fressbuden und Stände gab. Ab und an gab es auch im Fotograben ein paar Ungereimtheiten, doch diese waren zu verschmerzen.

\"\" \"\"

[Bericht verfasst von Shagy]

Weitere Bilder in unserer Galerie.

\"\"