Gamescom 2010 - Impressionen zu James Bond 007: Blood Stone

29. August 2010

Gamescom 2010 - Impressionen zu James Bond 007: Blood Stone

Während Hollywood noch ein wenig Taschengeld für den nächsten Bond-Film braucht, sind die Dreharbeiten bei Bizarre Creations schon fast abgeschlossen. Wir haben uns den neuesten Bond Titel (James Bond 007: Blood Stone ) bei einer Entwicklerpräsentation angeschaut.

Große Bemühungen

Ich war zuerst skeptisch, ob Bizarre, die ja eher im Racing-Genre zuhause sind, ein gescheites Action-Game auf die Beine gestellt bekommen – und selbst wenn sie das schaffen, muss es noch den speziellen Bond-Flair versprühen. Activision muss ordentlich Geld in die Sache gesteckt haben, denn Joss Stone ist nicht nur das neue Bond Girl, sondern steuert auch einen Song namens „I’ll Take It All“ bei. Zusätzlich zu ihrer Stimme und Polygonfigur sind auch die von Daniel Craig und Judy Dench dabei. Und als wäre das alles noch nicht genug, stammt das Script aus der Feder von Bruce Feirstein, dem Autor von Goldeneye und Tomorrow Never Dies, und das Stuntdouble von Craig hat sämtliches Motion Capture für die Stunts gemacht.

Titel Sequenz

Heute Istanbul, morgen die Welt

Hochtrabende Namen, doch taugt das Gameplay was? Ja und nein. Der zweite Level, eine Baustelle in Istanbul, auf der Bond eine vermisste Person finden soll, entfaltet sich vor meinen Augen. Die Grafik ist in Ordnung, Craig wurde gut getroffen. Ein paar gescriptete Szenen laufen ab bis Bond in einen Container gesperrt wird, der in die Baugrube geworfen wird. Bond befreit sich unbemerkt und hat nun zwei Möglichkeiten: leise vorgehen oder den Rambo spielen. Wer leise vorgeht, darf einige der 67 verschiedenen Nahkampf-KOs sehen, die Bond abhängig von der Umgebung austeilt. das verleiht ihm einen Focus-Punkt, der ähnlich wie in neuen Splinter Cell ein gezielter One Hit Kill ist. Der Rambo geht schneller und lässt das Deckungssystem glänzen. Dabei fällt auch auf, dass die KI aufmerksam ist, auf seine Kollegen und Geräusche achtet.

Im Gegensatz zu den alten Bonds verlässt sich Craig nicht auf so viele technische Gadgets, was auch im Spiel offenbar wird, denn außer einem Smartphone gibt es keine. Ähnlich wie der Detektivmodus bei Batman: Arkham Asylum zeigt es alle interessanten Gegenstände wie Informationen über Personen und als Sammelobjekte fungierende Dokumente und Gegner samt Waffe an. Nettes Detail: Ruckartige Bewegungen oder schnelles Rennen stört das Signal und teils heftige Bildstörungen sind die Folge. Leider hatte die Demo noch ein paar Probleme mit der Performance und es ist leichter Zweifel angebracht, ob das Gameplay genug Abwechslung und eine stimmige Inszenierung über die ganze Zeit aufrecht halten kann. Als Beispiel dient eine spätere Szene, in der Bond vor einer riesigen Tunnelgrabmaschine in einer Sprungsequenz flüchten muss. Obwohl der Rahmen eines Bonds würdig ist, lässt die Action noch ein wenig zu wünschen übrig.

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Kenne Deine Wurzeln

Und die kennt Bizarre sehr gut. Spätestens wenn Bond in seinen mintgrünen Aston Martin steigt, kommt echte Rennatmosphäre auf. Ob nun durch den dichten Istanbuler Stadtverkehrt mit explodierenden Tankstellen und zurück schießenden Wagen oder auf einem zugefrorenen Fluss in Sibirien, während eine Raffinerie nach und nach explodiert: Die Fahreinlagen sind grandios und einigermaßen fordernd! Die Länge des Solo-Parts soll um die acht Stunden betragen. Danach steht noch der Mehrspielermodus zur Verfügung mit Standards wie Deathmatch oder Last Man Standing inklusive freischaltbarem Equipment.

Es klingt gut auf dem Papier, doch die Demo konnte nicht vermitteln, ob die Story etwas taugt. Und hoffentlich werden die kleinen technischen Probleme auch noch behoben. Für ein Urteil ist es noch zu früh, doch man sollte die Hoffnung auf ein gutes Lizenzspiel noch nicht aufgeben. Allerdings ist bis zum Release im November nicht mehr viel Zeit.

[ Special verfasst von Sanguinis ] [ © 2010 www.onpsx.net ]

Trailer