Gamescom 2011 - Impressionen zu Uncharted 3: Drake\'s Deception

18. August 2011

Gamescom 2011 - Impressionen zu Uncharted 3: Drake\'s Deception

Für eine Präsentation von Uncharted 3 lud uns Sony ins neben der Messe gelegene Radisson Hotel ein. In einer Lounge im osmanischen Stil steht ein Entwickler von Naughty Dog vor einem großen Fernseher und einem Dualshock in der Hand. Die Version von Uncharted 3, die er uns gleich zeigen wird, ist erst letzten Freitag fertig geworden und somit brandneu. Gezeigt werden zwei kleine Abschnitte aus bereits bekannten Levels. Zum einen eine längere Version des Flugzeug-Levels, welches bereits auf der Sony Pressekonferenz gezeigt wurde und zum anderen ein Level an Bord eines Kreuzfahrtschiffes, welches kurz schon in Trailern zu sehen war. 

Eine Seefahrt, die ist lustig

Drake befindet sich an Bord eines wahrscheinlich gekaperten Touristendampfers, draußen toben hohe Wellen, welche das Schiff schaukeln lassen. Drake verlagert bei jeder Welle sein Gewicht, um die Balance zu halten, was sich auch auf seine Laufbewegungen auswirkt. Auf dem Boden rollen diverse Gegenstände je nach Lage des Schiffes hin und her. Drake sucht sich seinen Weg vom Deck ins Innere des Schiffes, erledigt Gegner leise aus dem Hinterhalt und hat mit dem Wellengang zu kämpfen. In einem Festsaal erwartet uns das erste technische Highlight der Demo: die Beleuchtungseffekte. An der Decke schwingen zwei riesige Kristalleuchter hin und her und damit auch die Beleuchtung des Raums. Doch auch Gegenlichteffekte oder die Reflexionen auf Drakes Waffen oder anderen Oberflächen sehen sehr gut aus. 
In den Feuergefechten indes steht man teilweise unter Zeitdruck, denn eindringendes Wasser, das zweite Highlight, überflutet langsam den Raum. Hier hat Naughty Dog ganze Arbeit geleistet, denn allein dem Wasser zuzuschauen, wie es den Raum füllt und dabei die Einrichtung mitnimmt und wegschwemmt, ist faszinierend. Auch eine kurze Tauchpassage ist natürlich dabei und dann war die Demo auch schon wieder vorbei. Abschließend bleibt noch die äußerst filmische Kamera zu bemerken. Hier schaut sich Naughty Dog viel bei Hollywood ab – mit Erfolg. Die Kamera wirkt immer passend, nie aufgesetzt oder fehlplaziert. 

Drake‘s on a plane

Das zweite Level auf dem kleinen Flugplatz ist bereits aus der Pressekonferenz bekannt, was ich genutzt habe, um mich besonders auf die Technik zu konzentrieren. Schon früh fällt auf, dass alles an Drakes Körper separat animiert ist, was vor allem an seinem Halstuch deutlich wird, welches auf Wind reagiert und beim Rennen flattert. Technisch gibt es absolut nichts auszusetzen. Es gibt kein Tearing und keine Einbrüche der Framerate. Uncharted 3 lief zu jeder Zeit butterweich und auch ohne Ladezeiten, wenn man von den 1-2 Sekunden schwarzem Bildschirm absieht, wenn von einer Spielsequenz zu einer gescripteten Sequenz übergeblendet wird. Doch auch das passiert nur selten und ist nicht immer der Fall.

Auf der Pressekonferenz endete die Vorführung mit Drake, der sich an einem Frachtnetz festhielt. Unsere Präsentation ging noch weiter und erinnerte mich spontan an den Anfang von Uncharted 2, wo Drake den verschneiten Zug hochklettern musste. Wieder im Laderaum der Frachtmaschine angekommen, wartete ein Feuergefecht mit einem weiteren Feature: dynamischen Deckungen. Während in den Vorgängern die Deckung höchstens zerstört werden konnte und den Spieler so dazu zwang, sich zu bewegen, rollt im Flugzeug die Fracht hin und her, einige Kisten fallen heraus, andere lösen sich aus ihren Sicherungen. Jeder Turbulenz wirbelt die Fracht durcheinander, so daß die eigene Deckung sogar zur Gefahr für Drake werden kann.

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Der Multiplayer

Ein paar Nebenbemerkungen gab es auch über den Mehrspieler-Modus. Zuerst eine Entwarnung für diejenigen, denen die Steuerung aus der MP Beta nicht gefallen hat: Einzel- und Mehrspielersteuerung sind zwei Paar Schuhe und verschieden designt. Obwohl sie sich natürlich ähnlich sind, wird jede Variante an den jeweiligen Modus angepaßt. Zudem gibt es bei Naughty Dog ein separates MP-Team, es fehlen also keine Kapazitäten für den Einzelspielermodus, so dass hoffentlich kein Qualitätsverlust zu befürchten ist. Und für alle Fans von Uncharted 2 MP wurde verkündet, dass die Karte The Village auch im dritten Teil dabei sein wird. Die restlichen MP-Karten orientieren sich an den Orten des Einzelspielermodus.

FAZIT: 

Wie nicht anders zu erwarten, steht uns mit Uncharted 3 wieder ein waschechter Hit ins Haus. Der dritte Teil legt in vielerlei Hinsicht noch eine Schippe drauf, egal ob bei den absolut glaubhaften Animationen, den neuen Wassereffekten und vor allem dem damit verbundenen Gameplay oder den interaktiven Sequenzen, wie dem von Elena gefahrenen Jeep auf dem Flugfeld oder der Schlägerei an Bord des Flugzeugs – beides wird vom Spieler selbst gesteuert.

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