PSP: Hands On

06. January 2005

PSP: Hands On

Mit zitternden Händen wird der Pappkarton aufgerissen und der wertvolle Inhalt langsam hervorgeholt..., und mit leuchtenden Augen halte ich sie schließlich in der Hand: die PSP... Lange habe ich sie nur auf Bildern und Videos gesehen, Trailer der Spiele angeschaut und immer überlegt, was das wohl für ein Gefühl sein muß, diese Konsole mal selbst in der Hand zu halten und zu erleben..., und das will ich euch jetzt schildern. Es handelt sich hierbei um keinen Test, sondern lediglich um eine Beschreibung des Eindrucks, welchen die PSP auf mich gemacht hat.

Hier findet ihr auch ein paar Bilder, die ich nach dem Eintreffen der Konsole gemacht habe.

                                                                                                                                                                                                                            Verarbeitung

Was gab es nach dem Japan-Launch nicht alles für Bilder und Videos, die eine scheinbar absolut mangelhaft verarbeitete PSP zeigten, eine PSP die ihre UMDs durch die Gegend schoß, deren Buttons abfielen, sich das Laufwerk nicht schließen ließ oder Discs nicht gelesen werden konnten. Ich kann nur sagen, entweder wirkliche Montagsmodelle oder schlechte Fakes. Die Verarbeitung der PSP ist hervorragend, alle Buttons sitzen fest und stabil auf ihren Plätzen, das Laufwerk rastet sauber ein und ohne massive Gewaltanwendung holt man da auch keine UMD abseits des normalen Öffnens heraus. Die PSP liegt sehr gut in der Hand und alle Buttons sind gut erreichbar. Den Analog-Stick finde ich besonders interessant, er funktioniert nicht wie die herkömmlichen Sticks wie bsp. beim Dual Shock Controller, sondern man kann ihn quasi in alle Richtungen \"verschieben\". Natürlich sticht auch der Bildschirm sofort hervor, eine solche Bildqualität hat man bisher noch auf keinem Handheld erlebt! Gestochen scharfe Bilder, hervorragende Farbwiedergabe, 3 Helligkeitsstufen und 16:9 Breitbildformat. Leider gibt es auch hier den einzigen Mängel zu beklagen, in der linken Seite unten am Rand ist leider ein toter Pixel zu finden. In dieser Position nicht störend, aber solche Fehler werden bis zum EU-Release der Konsole im März hoffentlich behoben sein. Die Lautsprecher der Konsole sind links und rechts unten angebracht und liefern einen zufriedenstellenden Sound, für perfekten Genuß ist ein Kopfhörer aber dennoch zu empfehlen. Die Menü-Sprache der Konsole kann übrigens zwischen japanisch und englisch umgestellt werden, hier sollte es also auch keine Probleme geben. Man kann die PSP auch jederzeit in den Standby versetzen, ein Spiel wird dann einfach unterbrochen und kann später an genau der selben Stelle fortgeführt werden. Selbiges gilt auch, wenn plötzlich der Akku leergeht, nach wiederaufladen macht man genau da weiter, wo man aufgehört, perfekt für ein mobiles System.

Akku

Auch hier, Angriffspunkt Nr. 1 der PSP-Gegner. Sony legt einen 3.6 V Akku mit 1800 mAh der PSP bei, welcher laut eigenen Angaben ca. 6 Stunden Spielen ermöglichen soll. Mein Test mit Ridge Racers bei normaler Bildschirmhelligkeit und Sound zwischen leise und mittel ohne Kopfhörer hat eine Zeit von 5:17 Stunden ergeben, davon 15 Minuten im Standby. Auf jeden Fall kann man also über 5 Stunden einen grafischen Hochkaräter wie Ridge Racers spielen. Grafisch weniger anspruchsvolle Titel wie bsp. Lumines sollte man auch locker über 6 Stunden am Stück spielen können. Natürlich muß jeder selbst wissen, ob ihm das reicht, ich persönlich bin damit absolut zufrieden und die gebotene Grafikpracht entschädigt problemlos für ein paar Stündchen weniger Akkulaufzeit im Vergleich zur Konkurrenz.

                                                            

Anschlüsse

Die PSP bietet verschiedene Schnittstellen zur Außenwelt. Zum einen natürlich der obligatorische Anschluß für das Stromkabel, um den Akku nach getaner Arbeit wieder aufzuladen. Dann ist links unten noch der Anschluß für die Kopfhörer zu finden und knapp daneben der Einschub für die Memory Card, auf der Spielstände gespeichert werden und man MP3s, Videos etc. laden kann. Oben findet sich zu guter letzt noch ein USB-Anschluß, man kann die PSP damit also problemlos an einen PC anschließen und es wird sicher auch zukünftig einiges an Peripherie für diesen Anschluß geben. Daneben hat die PSP auch WLAN integriert, was für netzlose Multiplayerduelle und kommende Internet-Games natürlich ideal ist. Ausprobieren konnte ich das aber noch nicht.

Funktionen

Klar, in erster Linie ist die PSP ein Handheld zum spielen..., darauf werde ich auch gleich noch eingehen. Daneben bietet sie aber noch einige interessante Zusatzfeatures, die sehr interessant sind. Zum einen kann sie als vollwertiger MP3-Player mit sehr guter Soundqualität eingesetzt werden, bietet dabei ein optisch sehr schön anzusehendes Menü für die Verwaltung der Titel und zum anderen wird auch das Abspielen von Videos auf der PSP kein Problem sein. Und ich kann versichern, dass brillante Display lädt geradezu ein, sich mal einen Film darauf anzusehen, wenn man unterwegs ist, handlicher als ein Laptop oder mobiler DVD-Player ist sie allemal und wenn man sich die Kopfhörer einstöpselt, sitzt man ruckzuck in seinem eigenen kleinen Privat-Kino. Nun aber zum wichtigsten..., den Spielen. Ich habe Ridge Racers (wie wohl fast alle, die importiert haben) dazugenommen und werde meine Eindrücke jetzt mal wiedergeben:

Ridge Racers

Gleich nach einlegen der UMD beginnt das Laufwerk zu surren und ein kurzer Ladebildschirm erscheint. Dann erscheint auch schon das erste Bild und Namco lädt einen ein, ein kleines Rennspiel aus 8-Bit Zeiten zu spielen. Natürlich wollen wir aber Ridge Racers sehen und drücken schnell weiter. Was folgt, wird jeden PSP-Besitzer erstmal in Begeisterung versetzen: Ein hervorragend gerendertes Intro läuft ca. 2 Minuten über den Schirm und spiegelt deutlich wieder, vor was vor einem Handheld man sitzt und wie die Zukunft aussieht..., dass Display spielt seine ganzen Stärken aus, auf keinem anderen Handheld wäre so etwas in dieser Form zur Zeit möglich. Nach Ende des Intros erscheint auch schon der Titelbildschirm und man kommt ins Menü. Die Hauptpunkte sind auf englisch, die Unterpunkte dagegen auf japanisch. Zum einfache Rennen und Wettbewerbe fahren reicht es aber allemal. Wenn man ein Rennen start, darf man sich einen Wagen aussuchen (anfangs natürlich nur sehr wenige und nur aus der Anfängerklasse), seine Farbe einstellen und dann geht´s auch schon zur gewünschten Strecke. Die Ladezeit vor einem Rennen beträgt ca. 10 Sekunden und dann..., dann sieht man das grafisch wohl bisher schönste Ridge Racer der Geschichte. Im Grunde ist die Grafik ähnlich der wie in Ridge Racer V für die PlayStation 2, nur ohne das Flimmern und besseren Streckenanimationen, alles mit superflüssigen 60fps, tollen Lack- und Spiegeleffekten und einer perfekten Steuerung. Insgesamt sind 12 Wagen am Start, allerdings fährt man relativ weit auseinandergezogen, mehr als 5 Fahrzeuge gleichzeitig wird man selten sehen. Es gibt wieder wesentlich mehr Strecken als noch in RRV und auch der Sound hat qualitativ nochmal eine Schippe draufgelegt, natürlich nur, wenn man ein Freund schneller Beats und Elektromusik ist. Ridge Racers zeigt jedenfalls eindrucksvoll, was einen auf der PSP grafisch zu erwarten hat und ist ein absoluter Must-Have-Titel für die tragbare Konsole!

FAZIT:

Tja..., sie war als Import schweineteuer und dennoch kann ich sagen, jeder Cent hat sich absolut gelohnt! Sony läutet mit der PSP grafisch ein neues Zeitalter auf dem Handheldmarkt ein und führt mit Analog-Stick, optischen Datenträgern und Multimedia-Funktionen viele Neuerungen ein, die es so bisher nicht gab. Der Europa-Release wird aller Wahrscheinlichkeit im März diesen Jahres stattfinden und ich kann von meiner Seite aus nur eine klare Empfehlung für die PSP aussprechen..., man muß sie erlebt haben!

[ Artikel verfasst von Pry ]