Games Convention 2007 - Tag 03 (noch mehr Spiele)

10. September 2007

Games Convention 2007 - Tag 03 (noch mehr Spiele)

Dieses Jahr war zumindest für uns die Games Convention größer als jemals zuvor. Wir haben so viele ambitionierte Projekte gesehen und selbst angetestet, dass es schwer fällt, alles ausführlich aufzuschreiben. Wir haben uns daher dazu entschieden, kurze Eindrücke zu den Spielen abzuliefern, in der Hoffnung, dass es ausreicht, damit ihr sehen könnt, ob der Titel in die Hit-Richung zeigt, oder eher unter den Teppich gekehrt werden sollte. Außerdem gibt es dieses Jahr drei exklusive Interviews bei uns, die wir immer wieder zwischen den vier Games Convention berichten posten werden.

Auf der Games Convention waren dieses Jahr: Shagy, Flek und meine Wenigkeit .ram.

Eine komplette Games Convention 2007 Bildergalerie findet ihr hier.

Der dritte Tag war nicht viel anders als der Zweite. Eine Präsentation jagte die Nächste. Einige Sachen konnten wir deshalb nicht mitnehmen oder haben wir sogar verpasst. Beispielsweise zu WET bliebt keine Zeit und Unreal Tournament III haben wir für Little Big Planet sausen gelassen.

Die Chroniken von Narnia 2: Prinz Kaspian

Traveller Tales versuchen sich auch an der Videospielumsetzung des zweiten Kinderfantasyfilmes „Die Chroniken von Narnia – Prinz Kaspian“ im Auftrag von Disney Interactive. Das Spielprinzip ähnelt dabei stark dem Vorgänger. Man ist mit einer Gruppe unterwegs (dieses Mal jedoch mit Fantasykreaturen und nicht mit Menschen) und kloppt sich durch diverse Levels. Dabei setzt man hier und da eine der besonderen Fähigkeiten seiner Charaktere ein um weiterzukommen. Die Aufgaben beschränken sich aber auch hier meist nur auf kleinere Schalterrätsel. Der Vorgänger hatte mit einer recht dümmlichen KI zu kämpfen und auch hier sind die Mitstreiter nicht die Hellsten, somit sei es einem eher empfohlen das Spiel im Koop (auch Online möglich) zu zocken. Zur Auswahl werden dabei 20 Charaktere stehen. Im Spiel selbst soll es auch jede Menge Zeug zum Freischalten geben und auch HD Zwischensequenzen aus dem Film sind vorhanden.


Call of Duty IV

Ehrlich gesagt, konnten mich die ersten Videos zu Call of Duty IV nicht so richtig fesseln. Es war halt ein weiterer 08/15 Ego-Shooter im Kriegsambiente. Doch wie habe ich mich getäuscht. Das Spiel rockt- und zwar richtig derbe. In der Demoversion konnte man zwei Levels anspielen - Ein Infiltrationsauftrag eines Frachtschiffes und eine Häuserkampfmission in einer zerbombten Stadt. Alles aufzuführen, würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen, aber ich verrate euch eines: Die Atmosphäre ist richtig packend und vor allem bombastisch inszeniert. Im direkten Vergleich zu den vorherigen Teilen wirken die geskripteten Szenen nochmals drei Stufen besser. Zudem wartet das Spiel auch noch mit zahlreichen Überraschungen auf - in dem Schiffslevel geht plötzlich eine Bombe hoch und Wasser dringt in den Frachtraum ein. So schnell wie möglich muss man nun mit seinen Mannen aus der Gefahrenzone verschwinden. Weitere Explosionen erschüttern das kenternde Schiff, der Bildschirm nimmt eine Schräglage ein, das Adrenalin schießt in den Himmel. Glück gehabt - noch gerade so aufs Deck geschafft - jetzt nur noch schnell in den Helikopter und dann ab nach Hause. Blöderweise habe ich nicht gemerkt, dass man von Deck auf die Luke des Helis springen muss und stürze somit in die Tiefe. Wenigstens befindet sich der Checkpoint gerade einmal 10 Meter davor und ich wage einen erneuten Versuch. Yeah - das war wirklich geil. Grafisch macht das Spiel einen spitzenmäßigen Eindruck und die Animationen der Kameraden sowie die vielen Effekte wissen zu gefallen. Vor allem aber sticht die blitzsaubere Framerate hervor. Daran kann sich Ubi Soft und Co mal ein Beispiel nehmen - keine Ruckler und trotzdem eine superbe Optik! Bitte mehr davon!

Prototype

Als die Entwickler (stehen auch hinter „Hulk“) sagten, dass die gezeigte Version gerade einmal zu 20% fertig sei, konnte man ihnen eigentlich keinen Glauben schenken. Denn das was gezeigt wurde, stach so manches fertige Spiel wie z.B. Spider-Man um Längen aus. Und das nicht nur technisch. Bei „Prototype“ kann man so viel machen, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll zu erzählen. Zuerst einmal spielt das Geschehen in New York, welches durch Unmengen von Fotos realistisch nachgebildet wurde. Dabei kann man bereits jetzt schon extrem geschmeidig durch die Häuserschluchten klettern, springen und rennen. Man muss lediglich in eine Richtung drücken und der Protagonist übernimmt den Rest. Sprich, man muss nur auf ein Auto zulaufen und schon springt der Held automatisch auf das Dach und wieder herunter. Dabei wird das Fahrzeug zudem noch sehr genial demoliert. Auch ist es kein Problem, diverse Fahrzeuge unter die eigene Kontrolle zu bringen. Einfach drauf springen, den passenden Knopf drücken und schon befindet man sich in einem Panzer oder Helikopter! Die Entwickler spielten übrigens mit eingeschalteten Godmode und das was auf dem Bildschirm abging, spottet einfach jeglicher Beschreibung. Es war schlichtweg die Hölle los und der Sound, der in 7.1 Sound aus den Boxen dröhnt, unterstützt dieses Chaos ungemein. Überall explodierten Fahrzeuge und wuselten Gegner und Passanten durch die Straßen. Dabei geht es auch nicht gerade zimperlich zu, da die Gegner ziemlich brutal zerfetzt werden können. Mal schauen was die deutsche Justiz dazu sagen wird. Aber nicht nur Action steht auf dem Programm. So kann man sich die Eigenschaften der Gegner zunutze machen und ihre Form annehmen. Dadurch kann man als Soldat Straßensperren problemlos umgehen, oder als General sogar einen Luftschlag auf die Soldaten Basis befehlen. Aber nicht nur die Armee ist der Feind, auch die Mutierten können dem Helden gefährlich werden. Da trifft es sich ja sogar gut, dass auch er etwas von dem Virus abbekommen hat und seine Arme in kräftige Stacheln verwandeln kann…


Das Bourne Komplott

Zuerst sei einmal erwähnt, dass es sich bei diesem Spiel um keine direkte Umsetzung von einem der drei Kinofilme handelt, sondern um ein Prequel, aber auf Basis der Bücher. Bei der Präsentation zeigte man uns eine Flucht aus einer Behörde, wo man sich zuerst durch diverse Räume und Gegner schlug. Später ging die Jagd dann auf den Dächern weiter und endete schließlich auf einem Kutter auf dem Meer. Was einem beim Zuschauen sofort auffiel, war die extrem cineastische Aufmachung und Inszenierung des Spiels. Die Kamera war immer sehr dicht am Geschehen, welches zudem aus sehr filmischen Blickwinkeln (z.B. von schräg unten, starke Close Ups) gezeigt wurde. Irgendwie erinnerte mich der Stil an den Sega Automaten „Die Hard Arcade“, da auch dort das Kampfsystem sehr Beat \'em Up lastig war. Um die filmische Inszenierung noch mehr hervorzuheben, integrierten die Entwickler noch jede Menge Quick Time Events. Sprich, man muss einen vorgegebenen Button rechtzeitig drücken. Verpatzte man den Einsatz, muss man sich auf herkömmliche Art dem Gegner entledigen. Hat man dagegen den richtigen Knopf zur richtigen Zeit gedrückt, geht der Feind ohne zu murren sofort KO. Aber auch die eigentlichen Kämpfe basisierten teilweise auf solchen Quick Time Events. Mir kam es teilweise so vor, als ob es die Entwickler mit solchen Events etwas übertrieben haben und es muss sich noch zeigen, wie viel spielerisches Gehalt im kompletten Spiel steckt. Immerhin hat die technische Seite schon jetzt gezeigt, dass „Das Bourne Komplott“ nicht zu unterschätzen ist. Die Grafik kommt recht detailliert und flüssig daher. Vor allem der Regeneffekt und die Charaktermodelle sahen ziemlich gut aus. Kein Wunder, verwendet man doch die Unreal 3 Engine.


Stranglehold

Fans von John Woo hatten es die letzten Jahre nicht wirklich leicht. Sind doch fast alle seine Hollywood Filme ganz großer Schwachsinn geworden und man sehnt sich an die Tage zurück, als Woo noch in Hong Kong filmte. Dies gilt für Chow Yun Fat ebenso. Dank Midway kommen aber bald wieder bessere Zeiten, denn „Stranglehold“ fungiert als waschechter „Hard Boiled“ Nachfolger. Man schlüpft in die Haut von Tequila und treibt den Bodycount in ungeahnte Höhen. Damit die Shootouts genauso stylisch aussehen wie im Film, kann man eine Zeitlupenfunktion aktivieren und die Gegner geschmeidig mit Blei füllen. Des Weiteren kann Tequila über alles hinwegrutschen, was in der Umgebung herumsteht. Besonders schön sind auch die kleinen Tablettwagen, auf die man sich schmeißen kann und dann auf ihnen ballernd durch die Levels rollt. Außerdem lässt sich die Umgebung richtig cool in Schutt und Asche legen. Aber auch Spezialmoves, welche besonders imposante Sterbesequenzen zur Folge haben, finden sich im Spiel wieder. Dazu gibt es auch noch ein paar feste Duelle, wo man von drei oder mehr Gegnern eingekesselt wird und diese dann in bester Westernmanier niederstreckt. Dabei kann man seinen Oberkörper mit dem rechten Stick aus der Schussbahn lenken. Das Spiel spart auch nicht an schönen Details. In einem Level muss man zum Beispiel eine Band beschützen, welche in der Levelmitte steht. Sollte einer der Musiker das Zeitliche segnen, verstummt auch das Instrument im Song. Leider wird die deutsche Fassung geschnitten sein, was zur Folge hat, dass es zum Beispiel kein Blut gibt. Stattdessen werden die Treffer durch Blutexplosionen angezeigt. Ob auch die Schadenstexturen bei Tequila wegfallen, konnten uns die Entwickler jedoch nicht beantworten.


Blacksite: Area 51

Eines vorweg: Blacksite: Area 51 wird das Genre definitiv nicht revolutionieren und auch keine sonstigen Akzente setzen können. Aber und das ist der springende Punkt: Das Spiel macht richtig Spaß und geizt nicht mit schneller Action und gigantischen Bossgegnern. Ich habe mich durch zwei Levels geballert und wollte das Joypad fast gar nicht mehr aus der Hand legen. Unkomplizierte Action, gute Effekte und ein nettes Szenario. Dass die Grafik nicht mit kommenden Highlights wie Unreal Tournament III und Call of Duty IV mithalten kann, ist dabei eher Zweitens. Wer auf der Suche nach einem temporeichen Ballerspaß für Zwischendurch ist, wird auf alle Fälle bedient werden. Kein Burner also, aber ein guter und vor allem spielenswerter Vertrete seiner Gattung.

Kane & Lynch

Das war schon eine merkwürdige Präsentation. Die zwei Entwickler sahen haargenau so aus, wie die beiden Protagonisten ihres Spieles: Kane und Lynch. Letztere sind keine Glücksvögel und brechen kurzer Hand aus dem Knast aus, frei nach dem Motto: Hey ich war kurz vor der Todesstrafe – kann es denn noch schlimmer kommen? Ihr seht, das Spiel richtet sich in erster Linie an erwachsene Spieler und verspricht ein hartes Actiondrama zu werden. Hitman-Veteranen werden sich somit gleich wohl fühlen, wobei das Gameplay doch ein paar andere Wege geht. Wichtig ist, dass man seine Räuberbande im Spielverlauf am Leben behält (dazu kann man rudimentäre Kommandos geben) und das man ein guter Schütze ist (keine Lock-On Funktion vorhanden). Ansonsten hat man schnell große Probleme am Hals, denn Gegner gibt es reichlich. Die Grafik weiß dank Anti-Aliasing und stabiler Framerate zu überzeugen und die Atmosphäre erinnert an Filme wie The Replacement Killers. Mit Details geizen die Dänen übrigens auch nicht. In Japan fluchen die Polizisten japanisch, in einer Club-Disko benutzen Security-Männer Taschenlampen, um die Eindringlinge zu identifizieren und neuartige Mehrspielermodi (darüber wollten die Beiden noch nix verraten) sollen auch nach dem Ende der Story zum Weiterspielen animieren. Übrigens: Der Titel nutzt ein dynamisches Health-System, dass sich ähnlich wie bei Call of Duty verhält. Sucht man nach schweren Treffern Deckung, lädt sich die Lebensenergie (HUD ist fast die ganze Zeit unsichtbar) wieder auf. Aber Obacht, wird man schwer zweimal hintereinander verwundet, setzt der Titel den Spieler am letzten Checkpoint ab. Das soll angeblich für flüssigeres Spielen am Stück sorgen.


Little Big Planet

Little Big Planet ist kein Spiel – oder besser gesagt, kein Spiel im eigentlichen Sinne. Denn Ziel dieses Titels ist es, Zocker zu animieren, selbst neue Sachen zu erschaffen. Oder einfach nur mit den Spielereien, die LBP bietet, Spaß zu haben. So verwundert es auch nicht, dass der Titel in erster Linie auf Jump`n`Runs ausgelegt ist. Reinrassige Shmups lassen sich zum Beispiel nicht ohne weiteres verwirklichen. Sony Producer Leo Cubbin gab auf der Games Convention Auskunft über ein paar interessante Sachen. So wird es gegen Ende des Jahres lediglich einen geschlossenen Beta Test geben, das richtige Spiel wird dann irgendwann in 2008 erscheinen. Weiterhin kann man eigene Texturen einbinden und Freunde einladen, um am eigenen Spiel mit zu arbeiten. Selbst erstellte Werke, die von anderen Usern herunter geladen werden, können übrigens nicht von jedem verändert werden. Geplant ist auch Download Content und Support für maximal 16 Spieler – 4 Spieler können an einer PS3 zocken. Zudem soll es über das Spiel auch möglich sein, auf ein Community Forum zurückzugreifen. Little Big Planet ist nach wie vor äußerst interessant, aber so langsam will ich auch mal etwas Ausgearbeitetes sehen und nicht nur Spielereien der Art: Was wäre wenn.

Eye of Judgement

Das war wohl eines der interessantesten Spiele auf der G|C, zumindest wenn man Fan von Magic: The Gathering ist. Das coole an Eye of Judgement ist aber, dass die einzelnen Karten mittels einer Kamera gescannt werden und das Ergebnis dann auf dem TV-Bildschirm zu sehen ist. Dabei kann man auch herrlich mit den kleinen Kreaturen „spielen“. Man kann sie streicheln, ärgern oder auch auf die Hand nehmen und somit auch aus der Nähe betrachten. Auf den Karten sind zudem alle Attribute und Eigenschaften aufgedruckt. Zum Beispiel wie viele Manapunkte man zum Beschwören benötigt, wie viele Lebenspunkte die Kreatur hat und wie stark die jeweilige Karte im Angriff ist. Natürlich spielt es auch eine Rolle, auf welches Element (Landschaft) man die Karte legt und in welche Richtung. Angefangen wird übrigens mit fünf Karten. Preise für Booster Packs (8 Karten) oder einzelne Themendecks (30 Stück, jeweils ein Element) konnte man uns leider nicht nennen. Vom Start weg sollen über 100 verschiedene Karten verfügbar sein. Um das Spiel Online zu zocken, hat man sich natürlich auch etwas einfallen lassen, um nicht zu schummeln. So muss man seine kompletten Karten vorher mittels der Kamera einscannen und registrieren. Dann zieht die PS3 zufällig die Karten und macht schummeln nicht möglich. Interessanterweise lässt sich das Spiel auch ohne PS3 und TV spielen – halt dann wie ein normales Trading Card Game.


Singstar

Das eigentliche Spielprinzip bleibt natürlich erhalten, aber das komplette Drumherum erhielt einen neuen Anstrich und wird voll auf Online getrimmt. Dies heißt nicht nur, das man pro Monat 50 neue Lieder runterladen darf, sondern auch, dass man eine eigene Singstar MySpace Seite einrichten kann. Hier kann man dann zum Beispiel kleine Videoclips und Bilder seiner Singstar Session Hochladen und bewerten lassen. Das ganze Shopsystem ist zudem recht leicht zu bedienen und lädt recht schnell nach. Dabei hilft auch eine gute Suchfunktion, wo man viele Sachen filtern kann (Titel, Interpret, Genre, Sprache, Alphabetisch …). Schön ist auch, dass bei allen Songs ein kleines Videoschnipsel gezeigt wird. Leider kommen nicht alle Videos in HD Qualität daher, was ziemlich schade ist. Begründet wurde dies so, dass fast kein Interpret/Band HD Videos dreht. Die Größe der Videos ist leider sehr unterschiedlich. Einige SD Videos waren nur 60MB, andere SD Videos hingegen über 130MB. Wer sein Singstar zudem etwas persönlicher gestalten möchte, kann aus einigen animierten Hintergrundbildern, wie zum Beispiel einen Sonnenuntergang, wählen. Genaue Preise für einen Song oder ein Songpaket sind leider noch nicht bekannt, ebenso, ob es vielleicht wieder Minispiele (ähnlich Sing Song) geben wird. Abzuwarten bleibt auch, ob der Titel für die PS3 überhaupt ein großer Erfolg werden kann. Immerhin liegt die PS3 mit 599€ doch etwas außerhalb des Budgets eines Causual Gamers.


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