Da nimmt man sich vor, einen Bericht zu einem tollen Musikspiel zu schreiben und überlegt, was man als besonderes Schmankerl anbieten könnte. Wie wäre es, wenn man sich ein paar gute Musiker sucht, die zu einem geselligen Nachmittag in die eigenen vier Wände einlädt und das Spiel testen lässt? Gesagt, getan. An einem heißem Freitag Nachmittag Ende Mai machten sich vier stramme Jungs (inklusive Manager Florian) zu mir auf, um „Rock Band\" zu spielen und etwas Bier zu trinken. Nach einer anstrengenden Fahrt mit dem Fahrrad und der anschließenden Erfrischung durch ein kühles Blondes ging es vor die Konsole. Die Stuffs rockten ordentlich die Hütte, drummten was die Drums hergaben und erfreuten sich an einem Song nach dem anderen. Gestärkt durch belegte Brötchen und Buletten - wie wir Ossis zu Frikadellen sagen - setzten wir uns zusammen, denn das Interview wartete auch noch.
The Stuffs sind eine Schülerband meiner Stufe und machen seit November 2007 Musik. Bassist Markus (schwarzes Shirt), Gitarrist Yoshua (Kinnbärtchen) und Sänger/ Schlagzeuger Theo (gestreiftes Shirt) hatten sich auf meinem Sofa eingefunden, um sich meinen Fragen zu stellen.
OnPSX PS3 Review - Rock Band - Special Edition (USA Import)
The Stuffs sind eine Schülerband meiner Stufe und machen seit November 2007 Musik. Bassist Markus, Gitarrist Yoshua und Sänger/ Schlagzeuger Theo hatten sich auf meinem Sofa eingefunden, um sich meinen Fragen zu stellen.
[Teil 1 - Das Spiel]
Nachdem ich euch eingeladen hatte, wir habt ihr euch das Spiel zunächst vorgestellt?
Markus: Auf alle Fälle nicht so gut, wie\'s jetzt gewesen ist - nicht so realistisch.
Theo: Von der Art her hat\'s schon gepasst, aber ich hätte nicht gedacht, dass man so viel Spaß dabei hat.
Yoshua: Also so wie ich\'s in der Werbung gesehen hab, hab ich gedacht „naja, eher langweilig\", aber ist doch sehr spaßig mit der Gitarre und so.
Euer gieriger Blick auf meine PlayStation 3 ist mir nicht entgangen... Zockt ihr denn selber auch auf PC oder Konsole?
Markus: Eigentlich selten, aber wenn, dann auf PC.
Theo: Nein (lacht).
Yoshua: Ja, ich zocke eigentlich sehr viel auf PC, aber auch mal PlayStation...
Lass mich raten: Du spielst „World of Warcraft\"?
Yoshua: Richtig (grinst)!
Theo: ... schließlich ist er süchtig (lacht)!
Was haltet ihr von der Idee, die Rockmusik von den Garagen dieser Welt ins heimische Wohnzimmer zu bringen? Eine kluge Entscheidung, jedermann das Musikmachen zugänglich zu machen?
Markus: Es ist \'ne andere Sache, wenn du mit Instrumenten spielst, aber hier hat man in der Gruppe sehr viel Spaß zusammen.
Yoshua: Ist \'ne gelungene Sache geworden, finde ich. Man muss sich nicht eigene Instrumente kaufen, kein Eqipment, was auch teuer ist. So hat man alles in einem Pack und kann losmachen.
Theo: Da geh ich mit Yoshi konform. Das Bandequipment ist ja auch relativ teuer und wenn man sich die PS3 und das Spiel kauft, kann man mit seinen Kumpels - die musikalisch sind, oder nicht - viel Spaß haben.
Anfangs schient ihr noch recht steif beim Spielen, doch nach und nach lief es immer besser. Inwiefern gleicht diese Lernkurve der beim Erlernen eines echten Instrumentes?
Markus: Also beim Spiel geht\'s um einiges schneller, beim richtigen Instrument braucht man schon einige Jahre oder Monate, um etwas spielen zu können.
Theo: Naja, dass wir bei den ersten Liedern steif waren, das hängt damit zusammen, dass... (alle lachen laut).
Yoshua (lacht immer noch): Ich geh da mit Markus\' Meinung mit. Man braucht mehrere Monate, um erstmal die Grundlagen des Instrumentes kennen zu lernen und hier muss man einfach nur Knöpfe drücken, das erleichtert so einiges.
Theo (hat sich wieder beruhigt): Also mit einfachem Knöpfchendrücken kann man bei dem Spiel einiges erreichen - man kann also mit wenigen Handgriffen Spaß haben.

Die Songauswahl von Rock Band ist groß: 60er Jahre bis heute, von Alternative Rock bis zu Classic Rock - welche Songs sagen euch am meisten zu?
Markus: Vor allem Alternative, aber auch die alten Sachen. Zum Beispiel Jet mit „Are You Gonna Be My Girl\".
Theo: Bei mir liegt „Won\'t Get Fooled Again\" weit vorne.
Yoshua: Ich schließ mich da an, da sind wir alle drei auf einer Wellenlänge. Mir persönlich hat „When You Were Young\" von The Killers sehr gut gefallen.
Ihr habt jetzt jedes Instrument des Spiels mal angezockt, was hat sich für euch als größtes Manko herausgestellt?
Theo: Also das Schlagzeugspielen war am schwierigsten, das haben wir zunächst nur zu zweit hinbekommen.
Markus: Man braucht schon etwas Übung, um sich da zu koordinieren.
Und, Lust bekommen, eure Instrumente links liegen zu lassen und „Rock Band\" bis zur Erschöpfung zu zocken?
Markus: \'Ne! Also es ist schon etwas anderes, wenn ich mit meiner Gitarre spiele, statt mit so einer Plastikgitarre...
Theo: Auf keinen Fall, weil man das Bühnen- und Proberaumfeeling nicht einfach an der Konsole simulieren kann.
Yoshua: Bei einem richtigen Instrument hat man ein ganz anderes Spielgefühl, man muss mehr tun. Das macht mir dann doch mehr Spaß...
Theo: ... wobei ich sagen muss, dass „Rock Band\" für Parties ein echter Knüller ist.
Würdet ihr „Rock Band\" als Vorstufe zum Erlernen eines Instrumentes sehen?
Markus: Bei der Gitarre wird man lockerer mit der Hand, mit der man greift (der Rest kichert).
Theo: Verzeihen Sie unsere kleinen Patzer, wir sind pervers veranlagt... Also Schlagzeug und Gitarre bringen nicht wirklich viel, auch wenn man das Rhythmus-Gefühl mit den Drums gut reinbekommt.
Yoshua: Durch einzelnes Knöpfe drücken wird die Hand auch nicht lockerer... (Theo lacht wieder).
Gibt\'s noch etwas über die heutige Zock-Session, das ihr loswerden möchtet?
Theo: Ich fand den Caterring-Service unten in der Küche (Anm. des Redakteurs: Es gab belegte Brötchen und selbst gemachte Frikadellen) sehr gut (grinst).
Yoshua: Ist halt ein gutes Party-Spiel und macht in der Gruppe am meisten Spaß, vor allem mit den Jungs hier...
Theo: ... und vor allem, wenn man schon einige Biere intus hat!
Als größtes Problem des Spiels dürfte sich der vermutliche Europa-Preis von 240 Euro herausstellen. Glaubt ihr, dass der Preis für das Gebotene in Ordnung geht?
Markus: Der Spaßfaktor ist auf jeden Fall vorhanden, aber für Normalverbraucher ist es doch sehr teuer.
Yoshua: Mich würde der Preis abschrecken und ich würde sicher auf das Spiel verzichten. Wer das Geld aber hat, der sollte es kaufen.
[Teil 2 - Die Band]
Eure Band nennt sich The Stuffs - warum fangen so viele Bandnamen überhaupt mit „the\" an?
Theo: Ich denke, dass „the\" bei vielen Bands einfach der Ausdruck für guten Rock \'n\' Roll ist. Zum Beispiel The Beetles, The Rolling Stones. Viele haben die Erklärung dafür vielleicht mal bei MTV Masters gesehen, da habe ich das geklaut (grinst)
Yoshua: Ich würde sagen, dass das „the\" bei Bands für Größe steht... (Manager Florian wischt sich mit Yoshuas Bandana den Schweiß aus dem Gesicht - Yoshua gibt ein angewidertes „ihh\" von sich)
Theo: Ich denke einfach, dass „the\" für viele als Identitätsfaktor steht - DIE Beetles eben.
Und ihr seid euch sicher, dass es nicht daran liegt, dass Musiker einfach furchtbar unkreativ sind, wenn\'s um Namensgebungen geht?
Theo: Oh ja, da muss ich dir mal zustimmen, da wir auch schon tausend Namen hatten. Ich persönlich finde es einfacher, Songs zu schreiben, statt sich einen Namen für die Band auszudenken.
Wie kam es dazu, dass ihr heute endlich eure eigenen Songs bei Auftritten spielen könnt? War auch bei euch aller Anfang schwer?
Markus: Eigentlich schon... bis unser Drummer bzw. Sänger angefangen hat zu schreiben und sich unser Gitarrist Melodien dazu ausgedacht hat und dann ging\'s wie am Fließband.
Theo: Ich glaube, anfangs wollen wir nur \'ne Coverband sein, die Titel wie „Smoke on the Water\" nachspielt, aber das ist uns irgendwann zu langweilig geworden und ich hab einfach angefangen Songs zu schreiben - nach meinem Vorbild Bob Dylan.
Vielleicht könnt ihr mal kurz in 3 oder 5 Sätzen den Verlauf eurer Karriere beschreiben.
Theo: Also ich finde, 3 bis 5 Sätze sind dafür etwas zu wenig... Könnten wir vielleicht mehr Sätze... haben? (grinst)
Wenn ihr der Mächtigkeit der Hypotaxen nicht mächtig seid, dann ja.
Theo: Frau Jensen sei Dank (Anm. des Redakteurs: Frau Jensen ist die Tutorin des Sängers und gleichzeitig seine Lehrerin im Deutsch-Leistungskurs). Also angefangen haben wir im Keller der Musikschule mit dem Schlagzeug unseres Musikschullehrers, auf dem ich anfangs noch mit Stiften getrommelt hab. Als mir dann Yoshua und Markus sagten, dass ich ein Naturtalent sei, habe ich mir ein Jahr später halt ein Schlagzeug gekauft.
Yoshua: Als Theo dann eingesehen hatte, dass er Schlagzeug spielen kann, musste er in ein Extrazimmer und dort haben er und ein paar andere Jungs angefangen, Musik zu machen - bis dahin mehr oder weniger gecovert. Dann gingen alle erstmal andere Wege und es war ein halbes Jahr Funkstille zwischen uns.
Theo: Wobei ich sagen muss, dass Yoshi ursprünglich nicht zur Bandbesetzung gehört hat. Den hab ich dann nachher eingeführt (die Anwesenden können sich ein Lachen nur schwer verkneifen) - mein Gott, nun lacht doch nicht! (lacht selbst) Ich hab dann halt Yoshi gesagt: „Mensch komm doch mal mit und spiel\' mit uns\" und dann hat er seine E-Gitarre mitgebracht. Das Verständnis zwischen mir und Yoshi ist sehr gut und wir verstehen uns blind. Wir müssen uns nur angucken und...
Yoshua: ... und wissen, wie wir was variieren müssen.
Theo: Die Bandbesetzung hat sich dann noch verändert, obwohl wir drei immer Teil der Band waren.

Lasst mich raten, eure ersten Songs habt ihr sicher auf youtube gestellt, oder?
Theo: Nein... da liegst du falsch. (lacht) Unsere ersten Songs haben wir mit dem Diktiergerät aufgenommen.
Und wie sieht\'s momentan aus? Kann man sich als Fan oder Interessierter Songs von euch im Internet anhören?
Yoshua: Eigentlich wollten wir erst nichts auf youtube stellen, da wir dachten, uns klaut jemand die Songs. Wir haben es dann erstmal gelassen und weiter aufgenommen. Momentan nehmen wir noch unser erstes Album auf, um es dann unter die Leute zu bringen.
Theo: Wir hatten vor kurzem ein Angebot von BB Radio (Anm. des Redakteurs: BB Radio ist ein populärer Radiosender in Brandenburg) gekriegt. Die wollten es mal anhören und dann bestimmten Plattenkonzernen vorspielen, um uns dann vielleicht irgendwie groß rauszubringen.
Jeder von euch kann mir sicher einen guten Grund nennen, warum man sich für eure Band interessieren sollte.
Markus: Weil wir Spaß an der Musik haben.
Theo: Wir machen einfach gute Rockmusik mit ehrlichen Texten.
Yoshua: Unsere Musik gefällt eigentlich jung und alt, wir gröhlen nicht herum wie die Schweine.
Theo: Ich denke, unsere Musik ist auch vielschichtig, von ruhig bis rockig.
Yoshua: Die Texte sind halt auch sehr ausgewogen.
Manager Florian: (ruft rein) Und es sind geile Bitches dabei! (alle lachen)
Und jetzt versichert mir bitte, dass ihr was mit Drogen zu tun habt, denn ihr wisst ja: keine ordentliche Band kommt ohne Drogenexzesse aus.
Markus: (überrascht) Äh... Enthaltung.
Theo: Ich trinke gerne Bier, ich gurgel vor dem Singen mit Whiskey, ich rauche.
Yoshua: Ich bin nicht so ein Säufer wie Theo, aber trinke mal ein Bier mit...
Theo: Aber ich trinke mehr! Und ich vertrage auch mehr (grinst).
Yoshua: ... dafür bin ich auch der stärkste Raucher von uns drei. Ich bin der, der zwischendurch immer seine Raucherpause braucht.
Eine abschließende Frage: Wie bekommen Wissbegierige mehr über euch heraus?
Markus: Unser Manager wird demnächst eine MySpace-Seite erstellen (Anm. des Redakteurs: die Seite www.thestuffs.de.tl ist mittlerweile online).
Vielen Dank für das Interview!
Mittlerweile haben die Jungs eine Kostprobe ihrer Künste auf youtube gestellt: Der Song „Delilah\" ist hier auf Youtube.com zu finden.
[ Interviewt, Mitgeschnitten und Protokolliert von sirteen ]