Die Bluthochzeit

14. November 2005

Die Bluthochzeit

Comicverfilmungen sind nicht nur in Hollywood zur Zeit ziemlich beliebt, wobei man bei „Bluthochzeit“ nicht wirklich von einer Verfilmung sprechen kann. Der Comic diente eher als Vorlage, denn im Gegensatz zu diesen gibt es hier keine Blutfontänen, massig Tote oder Gedärme zu sehen. Man konzentrierte sich eher auf die Dialoge und ob dies funktionierte, erfahrt ich in den folgenden Zeilen.



Originaltitel: Die Bluthochzeit
Regie: Dominique Deruddere
Darsteller: Armin Rohde, Uwe Ochsenknecht, Arne Lenk, Sandra Borgmann
Laufzeit: 88
FSK: 12
Sprachen: Deutsch
Untertitel: /
Ton: DD 5.1, dts 5.1
Regionalcode: 2
Bildformat: 2,35:1
TV-Norm: PAL
Produktion: 2005
Erschienen: 2005
Vertrieb: Highlight/Constantin Film
Preis: 20€


Story:
„Eine Hochzeit sollte ja immer etwas besonderes und ein Tag sein, an den man sich noch lange erinnert. Mark Walzer (Arne Lenk) und seiner Frau Sophie (Lisa Marie Potthoff) wird dies wohl nicht sonderlich schwer fallen, ob sie sich jedoch gern daran erinnern werden, steht auf einem anderen Blatt. Zunächst läuft auch alles Plan. Die Kamera fliegt über eine idyllische Landschaft und beim Hochzeitsfoto ist ebenfalls alles noch bestens. Auch der alte Gasthof auf dem Lande, wo die Feierlichkeiten stattfinden sollen, wirkt äußert friedlich und lässt auf ein schönes Beisammensein hoffen. Doch aufgrund einer kleinen Bemerkung eines Gastes gerät alles ziemlich schnell außer Kontrolle. So scheinen die Shrimps nicht mehr ganz frisch zu sein und diese Kleinigkeit ist der Anlass den Marks Vater Herman Walzer (Armin Rohde) gebraucht hat und bittet Gasthofbesitzer Franz Berger (Uwe Ochsenknecht) an den Festtisch. Zudem ist Walzer schon länger an dem Gasthof interessiert und hatte Berger im vorhinein ein letztes Angebot unterbreitet. Dieser lehnt jedoch erneut ab, was den Choleriker Walzer endgültig aus der Fassung bringt. Er fordert alle Gäste auf zu gehen und verlässt wutschnaubend und ohne zu bezahlen der Rechnung das Gelände. Leider hat Walzer seine Frau Hannelore (Imogen Kogge) und Schwiegertochter Sophie vergessen, doch eine Rückkehr ist nun nicht mehr möglich, da Berger das Haupttor bereits geschlossen hat. Was nun folgt ist eine Belagerung und nach ersten Warnschüsse folgen schnell auch größere Geschütze. Die Frauen gibt es nur zurück, wenn die Rechnung bezahlt wird. Nachgeben? Nie und nimmer!“

 

Es ist einfach schön mit anzusehen, wie die einst so idyllische Stimmung nur durch eine Kleinigkeit kippt und sich die zwei dickköpfigen Hauptakteure immer mehr in die Sache verrennen. Da man den Film nicht so brutal machen konnte wie die Vorlage, musste sich Dominique Deruddere einzig auf die Dialoge verlassen, welche aber wunderbar funktionieren. Besonders der cholerische Armin Rohde, welcher seinen Charakter Herman Walzer herrlich überzogen spielt lässt einen immer wieder köstlich lachen. Die Dickköpfigkeit die Uwe Ochsenknecht mit Franz Berger verkörpert, kann man ihm auch bedenkenlos abnehmen. Neben den beiden schauspielerischen Schwergewichten wissen aber auch die vielen Nebendarsteller zu überzeugen, obwohl diese letztendlich nur aus eigentlich Zweitklassigen Darstellern besteht. Längen gibt es zum Glück nicht weiter, auch wenn man hätte einige Szenen streichen können, um einen noch flüssigeren Ablauf schaffen. Zwar verlässt sich Dominique Deruddere auf die Dialoge, doch die Gewalt kommt letztendlich auch nicht zu kurz und die FSK 12 ab und an geschmeichelt.

 

Bild:
Die Farben stimmen und kommen sehr natürlich daher. Der Kontrast und die Detailschärfe können ebenfalls überzeugen und nur ein minimales Rauschen, was jedoch nicht wirklich auffällt, drückt etwas die Wertung

Ton:
An der Tonqualität gibt es ebenfalls nichts auszusetzen und bietet auch eine gelungene Musikuntermalung, welche die Spannung gekonnt unterstützt.

Bonus:
Neben einem Making Of, welches um die 20 Minuten geht, gibt es noch Textseiten zu den Darstellern und ein Interview mit Marc Conrad und Norbert Preuss, welches ca. 28 Minuten läuft. Das interessanteste dürfte jedoch die Bildergalerie sein, welche einige Impressionen aus dem Comic zeigt. Hier sieht man auch deutlich das die Vorlage nicht mit brutalen Bilder geizt. Leider haben es keine Untertitel auf die DVD geschafft und ich frage mich warum gerade immer Highlight dies mit den Untertiteln versaut. Egal um was es sich für eine Film handelt, das Problem mit den Untertiteln haben alle Highlight Veröffentlichungen. Hier sollte man doch schon irgendwann mal etwas unternehmen!

 

FAZIT:
Der Film unterhält in den nicht einmal 90 Minuten wirklich ausgezeichnet, was vor allem Armin Rohde und Uwe Ochsenknecht zu verdanken ist. Beide liefern eine ausgezeichnete Vorstellung ab und überspielen die vielleicht etwas zu konstruierte Geschichte. Gefallen hat mir auch die ziemlich überzogene Inszenierung und die sehr gelungenen Dialoge. Wer an schwarzhumorige Filme mit etwas Gewalt gefallen findet, sollte sich die kurzweilige Deutsch/Belgische Produktion unbedingt einmal anschauen. Abgerundet wird der Film durch eine technisch sehr gute DVD, welche jedoch wieder bei den nichtvorhandenen Untertiteln patzt.

Bild - 9/10
Ton - 9/10
Bonus - 5/10
Film - 8/10


[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von Highlight/Constantin Film zur Verfügung gestellt]

[Review verfasst von Shagy]