Ich habe zur Zeit ja ein ziemliches Faible für skandinavische Filme und habe mich mit einigen eingedeckt bzw. gehe regelmäßig ins Kino. I-On New Media schickte mir nun den Film „Slim Susie“ ins Haus und das Cover klang schon einmal vielversprechend. „Trainspotting trifft Pulp Fiction“. Na ja ... mit solchen Pressetexten bin ich ja ziemlich vorsichtig geworden.
Originaltitel: Smala Sussie
Regie: Ulf Malmros
Darsteller: Kjell Bergqvist, Jonas Rimeika, Tuva Novotny, Michael Nyqvist
Laufzeit: 96:50
FSK: 16
Ton: Deutsch (DD 5.1), Schwedisch (DD 5.1)
Untertitel: Deutsch, Schwedisch
Regionalcode: 2
Bildformat: 1,85:1 (anamorph / 16:9)
TV-Norm: PAL
Produktion: 2003
Erschienen: 08.11.2005
Vertrieb: I-On New Media
Preis: 14€
Film:
„Eric lebt in Stockholm, aber als vom Verschwinden seiner Schwester Susie erfährt, macht er sich wieder auf in die alte Heimatstadt Bruket, um sie zu suchen. In seinem kleinen Kaff angekommen wird er eigentlich recht frenetisch von seinen alten Kumpels begrüßt. Nach dem tollen Empfang, steht er allerdings allein auf weiter Flur, denn irgendwie will ihm keiner so recht helfen Susie zu finden, bzw. überhaupt etwas über Susie’s Verschwinden zu erzählen. So machen es ihm seine Kumpels und die Bewohner nicht sonderlich leicht und er muss sich selber auf die Suche begeben, um die Puzzelteile langsam zusammen fügen zu können. Zudem haben alle alten Freunde neuerdings einen ziemlich an der Klatsche, sind verwahrlost (Hier sei Polsa erwähnt. Ein riesiger Filmfan der völlig verwahrlost lebt und sich den ganzen Tag Filme reinzieht und selber welche dreht. Könnte glatt mein Vorbild werden.), handeln mit Drogen und drehen den einen oder anderen Porno. Wird Eric das Verschwinden um Susie aufklären?“

Das ganze fängt mit dem Ende des Films an und wird anhand von Rückblenden, daher wohl die Ähnlichkeit mit „Pulp Fiction“, erzählt. So recht kommt „Slim Susie“ dabei aber nie an das große Vorbild heran. Die Charaktere sind allesamt herrlich skurril geraten und haben ihre ziemlich abstrusen Eigenheiten, dabei agieren sie völlig leichtfüßig und keck. Der ganze Plot um das Verschwinden von Susie, der Suche nach einem ganzen Batzen Geld und die Verknüpfungen der einzelnen Person wurde ebenfalls ziemlich gut umgesetzt. Dazu gibt es einen super Soundtrack, welcher sehr abwechslungsreich ist. Zumindest vom hörbaren her. Denn leider wirkt er teilweise etwas zu aufgesetzt im Sinne von: Jetzt muss ein Song kommen. Egal was für einer, Hauptsache ein Song! Die vorhandene Situationskomik im Film erinnert dabei auch irgendwie an britische Produktionen, kommt aber dabei nicht wirklich an die Vorbilder heran. Und was „Trainspotting“ mit dem Film zu tun hat, ist mir ebenfalls schleierhaft (Abgesehen von den Drogen, mit denen gehandelt wird). Positiv sind noch die Darsteller zu erwähnen, welche ihre Sache recht gut machen und sichtlich Spaß beim Dreh hatten. Die gelungensten Charakter sind der Filmverrückte Polsa, einen nichts tangierenden Polizisten und einem Typen, der sich gleich zu Beginn mit einer Nagelpistole an den Fußboden tackert! Herrlich. Bei der Inszenierung orientiert sich „Slim Susie“ auch an die großen Produktionen und bietet viele hübsche Kameraeinstellungen und die Rückblenden funktionieren ebenfalls sehr gut. Man ist immer auf dem Laufenden und es wird alles logisch erzählt. Irgendwie hatte ich bei „Slim Susie“ den Eindruck, einem Live Comic zu folgen. Bunt, skurril, abgefahren.

Bild:
Leider wird hier nur Durchschnitt geboten, was sich vor allem in stehenden Rauschmusterns und wechselhafter Bildschärfe zeigt. So schwankt die Schärfe von gut bis hin zu unterdurchschnittlich. Ebenfalls störend sind die kleineren Dropouts und einzelnen Verschmutzungen. Dafür wissen die kräftigen Farben zu begeistern.
Ton:
Sonderlich aufregend ist der Hörgenuss leider nicht. Die Dialoge sind klar verständlich und die Hintergrundgeräusche sind ebenfalls klar zu hören. Der Soundtrack ist, wie bereits erwähnt, richtig gut, was auf die deutsche Syncro leider nicht ganz zutrifft. Also besser auf schwedische Original zappen.
Bonus:
In der Bonussektion gibt es neben einem ordentliche „Hinter den Kulissen“ Feature noch ein Musikvideo mit dem Titelsong, einige nette Outtakes, rausgeschnittene Szenen, einen Storybordvergleich, eine Zeitlupenaufnahme eines Trittes und noch zwei Trailer zum Film. In der Trailersektion erwarten euch noch Trailer aus dem I-On New Media Programm. Das Amaray befindet sich übrigens in einem stabilen Schuber mit jedoch gleichem Artwork wie der Umschlag des Amaray. Schade ist, dass es der Soundtrack nicht als separate Spur auf die DVD geschafft hat.

FAZIT:
„Slim Susie“ spiegelt genau das wieder, was ich am skandinavischen Kino mag. Die Charaktere sind sympathisch und haben eine tolle Mentalität. Der Film bietet einfach eine lockere Art, die einen nicht mehr loslässt. Da verschmerzt man auch, das sich der Regisseur an den großen Vorbildern, wie eben Pulp Fiction, schonungslos bedient. Wer auf spritzige und leichtfüßige Unterhaltung steht, kann hier bedenkenlos zugreifen, bzw. in die nächste Videothek marschieren. Ich wurde jedenfalls bis zum Ende hervorragend unterhalten.
Bild – 6,5/10
Ton – 7/10
Bonus – 5/10
Fazit - 7/10
[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von I-On New Media zur Verfügung gestellt]
[Review verfasst von Shagy]