Als im Februar 2003 der Manga Gantz hierzulande erschienen ist, hab ich vor allem zugegriffen, weil mir der Mix aus Splatter, Action und Erotik zugesagt hatte. Zwar war der Zeichenstil mit seinen am PC generierten Hintergründen nicht so ganz mein Fall (der Manga war einfach zu „sauber“), aber darüber konnte ich hinwegsehen. Leider wurde der Manga nach nur 5 Bänden wieder eingestellt, da er sich nicht verkauft hatte. Tja, hierzulande verkauft sich halt nur ShMnen-Ai bzw. Shojo Mist, der mich nicht wirklich anspricht. Wirklich gute Manga wie z.B. „Monster“ sind leider viel zu selten. Doch zurück zu Gantz. Nachdem der Manga eingestellt wurde, hatte ich eine ziemliche Wut und boykotierte daraufhin einfach die Serie und den Herausgeber (welcher sich auch bei „Kamikaze“ und „Dark Angel“ einige Schnitzer erlaubt hatte). Zwar hatte ich mich mal am Anime versucht, doch dieser wurde mir zu langatmig. Nun flatterte Gantz Vol. 5 ins Haus und zu meinem Glück, setzt Vol. 5 genau an dieser Stelle an, wo der Manga hierzulande aufgehört hatte. Also auf zu einem neuen Versuch und vielleicht finde ich doch noch gefallen am Anime ...
Originaltitel: Gantz
Regie: Ichiro Itano
Laufzeit: 75
FSK: 16
Ton: Deutsch (DD 5.1, DTS 5.1), Japanisch (DD 2.0 Stereo)
Untertitel: Deutsch
Regionalcode: 2
Bildformat: 1,85:1 (anamorph / 16:9)
TV-Norm: PAL
Produktion: 2003
Erschienen: 07.04.06
Vertrieb: Al!ve AG/OVA Films
Preis: 23€
Film:
Da ich nur den Manga richtig kenne (die ersten Folgen des Anime hab ich schon aus meinem Gedächtnis gestrichen), kann ich nur die Vorgischte anhand dessen erzählen. Inwiefern sich der Anime unterscheidet, weis ich leider nicht mehr. Da sich jedoch die 5. Volume mit dem 5. Band überschneidet, kann ich schon mal sagen, das einiges geändert wurde. So wurden einige Dialoge anders verteilt (sprich ein bestimmter Satz, wird von einem anderen Charakter gesagt) und es wurden auch viele Szenen anders gestaltet. So bekommt Katos Bruder im Manga weder einen Fernseher, noch werden Kurono noch die sexy Kei in dieser vorm zurück ins Zimmer teleportiert. Auch scheint die Beziehung zwischen Kato, Kurono und Kei eine andere zu sein als noch im Manga.

Die Geschichte ist relativ schnell erzählt, da noch nicht wirklich viel Licht ins Dunkle gekommen ist. Hauptpersonen, neben vielen Nebendarstellern und Kanonenfutter, sind hier Kei Kurono, Kei Kishimoto und Masaru Kato. Alle haben jedoch ein Schicksal gemeinsam ... sie sind gerade gestorben! Während die süße Kei in der Badewanne Selbstmord machen wollte, wollten Kurono und Kato einem Obdachlosen helfen, welcher auf die Gleise einer U-Bahn gefallen ist. Zwar wird der Obdachlose gerettet, doch die beiden werden auf brutalste Weise von der U-Bahn in Stücke gerissen! Alle landen daraufhin in einem seltsamen Raum ohne Ausgang mit einer schwarzen Kugel in der Mitte, genannt Gantz. Diese Kugel erteilt nun allerlei Aufträge die sich meist auf das töten von Außerirdischen beschränken. Zur Hilfe bekommen die „Auserwählten“ spezielle Maßgeschneiderte Anzüge und dicke Wummen. Natürlich glauben nicht alle an das was gerade passiert und Boykotieren die ganze Sache, was jedoch nicht sonderlich Gesund ist, da diese daraufhin brutal das zeitliche Segnen. Aber nicht nur solche werden sterben, ach welche die sich in den Anzug schmeißen werden dran glauben müssen. Nachdem der erste Auftrag erledigt wurde bekommen alle eine bestimmte Anzahl von Punkten und können in das normale Leben zurückkehren ... na ja fast, den irgendwie hat sich das „normale“ Leben ziemlich verändert. So scheint es von jedem jetzt eine weitere Kopie zu geben. Nach einem gewonnen Kampf, respektive „Spiel“, bekommen ja alle eine bestimmte Anzahl von Punkten. Wenn man die 100. erreicht, soll man angeblich von dem „Spiel“ befreit werden. Nachdem nun einige Aufträge erledigt wurden, kommt es zu einem entscheidenden Showdown, welcher Manga den ersten Endgegner darstellt. Nach einem langen und recht harten Kampf, wird auch dieser bezwungen. Nun kehren die sechs überlebenden plus der Hund zurück zu Gantz und erfahren den neuen Punktestand.
Nach dem Auftrag kehren nun wieder alle in ihr „Leben“ zurück und gehen den alltäglichen Dingen nach. Sexy Kei zieht derweil bei Kurono ein, welcher ziemlich scharf auf Kei ist, allerdings nur in seinen Träumen randarf. Hier setzt dann schließlich auch die 5. Volume der Anime Serie mit der Folge 15. ein.

Während Kato nicht wirklich von der Rückkehr zu Gantz begeistert ist, trifft auf Kurono genau das Gegenteil zu. Er ist richtig heiß auf den nächsten Kampf gegen die Außerirdischen und schlüpft schon beim erklingen der Melodie in seinen Kampfanzug. Kei ist gerade bei der Essenssuche, während die anderen beiden letzten überlebenden gerade im Kino verweilen. Sie sind jedoch nicht alleine und werden von allerhand neuen Gesichtern „begrüßt“. Die beiden wichtigsten beiden Neuankömmlinge wären ein Priester, der allen weismachen will, dass es sich hier um einen Zwischenstopp zum Himmel handelt und eine neue Frau, welche ziemlich hübsch ist und sich im Manga gleich in Kurono verguckt. Im Anime läuft es etwas anders und sie stellt sich Kurono nur als gute Freundin zur Verfügung. Letztendlich haben beide jedoch im Anime gleich nach dem ersten Wortwechsel Sex und im Manga wird es wohl nicht anders (bevor es dazu kommt, endet leider der 5. Band). Nachdem Kato vergeblich versucht hat den Priester und seine Anhänger zu überzeugen die Anzüge anzuziehen, geht es auch schon zum nächsten Kampf gegen zwei riesige Buddhas. Nachdem es ernst wird und einer ins Gras gebissen hat, merken die andern schnell, das sie hätten lieber auf Kato hören sollen. Leider wird der Kampf ziemlich in die Länge gezogen und wird in der 5. Volume noch nicht einmal beendigt. Dabei ziehen sich noch nicht einmal die Actionszenen, sondern das ganze Gequatsche zwischendrin. So wird jede Aktion vorher genau besprochen und alle zögern bis es mal wieder knallt. Das ist ziemlich nervend und nahm viel von der Geschwindigkeit. Im Manga kam mir das alles irgendwie gestraft vor, wobei ich ja nicht sagen kann, ob die der Buddha Kampf im Manga genauso langatmig daherkommt. Ab und an gibt es jedoch auch mal einen zwischenmenschlichen Konflikt, den man als Zuseher verstehen kann. So werden die „Spieler“ ja nicht von der richtigen Umgebung wahrgenommen und so müssen sie tatenlos zusehen, wie zwei Kids einen Obdachlosen zu Brei schlagen.
Weitere Unterschiede zum Manga ist auch das etwas abgeänderte Charakterdesign und der geringere Grad an Splattereffekten (wobei diese für eine FSK 16 immer noch wirklich heftig, inklusive Hirn und Blutfrontänen, sind!). Auch die Erotik ist bei weitem nicht so explizit wie im Manga (wo sowieso aller 5 Seiten Kei auf einer Zwischenseite nackt zu sehen war), aber dennoch durch viele Sexszenen ausreichend. Gleich dagegen sind die vollkommen am PC entstandenen Hintergründe. So passte mir ja die „Sauberkeit“ der Linien im Manga nicht so recht und auch die CGI Hintergründe (und einige Figuren) im Anime wirken etwas fremd. Billig sehen diese CGI’s allerdings nicht aus! Dafür sind wiederum die Animationen allenfalls ausreichend und könnten deutlich besser sein.

Bild:
Wirklich überzeugen konnte mich das Bild und es schafft gerade einmal durchschnittliche Werte. So ist das Bild ziemlich grobkörnig und auch etwas verrauscht. Zudem ging mir das heftige Schlierenziehen auf die Nerven. Details sind ebenfalls nur schwer zu erkennen, da die Schärfe auch nicht die beste ist. Schade, den für einen Anime der fast nur am PC entstanden ist, erwarte ich deutlich mehr.
Ton:
Während der Soundtrack ist richtig gut, was man von der deutschen Syncro nicht unbedingt behaupten kann. Zwar gehen einem die Sprecher nicht auf die Nerven und einige machen ihre Sache wirklich gut, doch weltbewegend ist die Syncro leider nicht geworden. Dafür kann der DD 5.1. Klang überzeugen, welcher sehr dynamisch geworden ist. Der Originalton liegt leider wie immer nur in DD 2.0. auf der DVD vor.
Bonus:
Von außen macht die Verpackung im Bloodpack so einiges her und schaut echt cool aus. Macht man die Hülle jedoch auf, lacht einem nur gähnende Leere an. So findet man nur einen weiteren Gutschein, um am Ende einen Schuber für alle DVD’s zu erhalten. Immerhin gibt es schöne Artworks auf der Innenseite. Auf der DVD gibt es leider das gleiche Bild. So gibt es neben einer kleinen Trailershow, das blanke Opening sowie Ending und Interviews mit den Machern der CGI, welches nicht ganz 16 Minuten geht keine nennenswerte Extras. Lobenswert ist aber, das man die Kanji innerhalb der Serie durch Einblendungen erläutert bekommt. So was fehlte z.B. noch bei Anime Virtual Veröffentlichungen wie Tenjo Tenge oder Paranoia Agent.

FAZIT:
Gefiel mir der Manga noch recht gut durch seine expliziten Splatterorgien und schnelle Erzählweise, haben mich die Episoden 15 bis 17 nicht so vom Hocker gehauen. Wie erwähnt, ist der Blut und Sexgehalt runtergeschraubt und das sich die Charaktere immer an meist sinnlosen Dialogen festhalten störte mich ebenfalls. Die an und für sich interessante Story kam in dieser Volume ebenfalls nicht voran und ich hoffe das wird noch! Zudem könnte die DVD technisch etwas mehr zulegen. Fans des Gerne können mal reinschauen.
Bild - 6/10
Ton - 7/10
Bonus – 3,5/10
Film - 7/10
[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von Al!ve AG/OVA Films zur Verfügung gestellt]
[Review verfasst von Shagy]