Match Point

20. August 2006

Match Point

Nachdem Woody Allen seine Heimat New York verlassen hat, bzw. musste, hat er sich auf den Weg nach London gemacht um seinen neusten Film zu drehen. Zudem spielt er in seinem ersten Film in England nicht selbst mit, sondern verlässt sich voll und ganz auf seine Darstellersippe. Ob es klappt?

Originaltitel: Match Point
Regie: Woody Allen
Darsteller: Penelope Wilton, Matthew Goode, Scarlett Johansson, Jonathan Rhys-Meyers, Brian Cox
Laufzeit: 124
FSK: 6
Ton: Deutsch (Mono), English (Mono)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Regionalcode: 2
Bildformat: 1:1,78 (16:9 anamorph)
TV-Norm: Pal
Produktion: 2005
Erschienen: 24.08.06
Vertrieb: Paramount
Preis: 23€

Film:
Chris Wilton (Jonathan Rhys-Meyers) hat genug vom Leben eines Tennisprofis. Zum einen hat er nicht den nötigen sportlichen Ehrgeiz (an Talent mangelte es ihm jedenfalls nicht), zum anderen sieht er seine Zukunft woanders. So nimmt er einen Job als Tennislehrer in einem recht feinen Tennisclub an und prompt schaut er in eine rosige Zukunft. So freundet er sich schnell mit Tom Hewett (Matthew Goode) an. Einem Mann aus reichem Hause. Genau der richtige Umgang also. Schnell verliebt sich zudem die, sehr langweilige, Tochter Chloe der reichen Familie in den smarten Chris und da der Vater ebenfalls gefallen an Chris findet, hat er schnell einen lukrativen Job in der Tasche. Das Leben scheint fast perfekt (abgesehen davon, dass er ohne Skrupel lebt) und gerät nur durch eine andere Frau ins wanken. Leider ist es nicht nur eine dahergelaufene Affäre, sondern die Verlobte von Tom, was natürlich einige Schwierigkeiten mit sich bringt. So nimmt das Drama zwischen Chris und Toms Verlobter Nola (Scarlett Johansson) seinen unheilvollen Anfang ...


Woody Allen zieht es von der Stadt die niemals schläft in die nächste hektische Metropole und dies bringt frischen Wind in sein neustes Werk, welches vollständig erstmals außerhalb seiner Heimat gedreht wurde. Das Drama wird sehr gemächlich und langsam erzählt, was einigen vielleicht etwas aufstoßen wird. Doch für mich war es im Kino eine schöne Genugtuung einen Film abseits des schnellen Mainstreamkinos zu sehen. Die Londoner Upper-Glass wird in seinem Werk bitterböse und sehr zynisch dargestellt. So ist „Match Point“ ungewohnt ernst und schaukelt sich immer weiter hoch ... bis zu einem Ende, was wohl niemand so vermutet hat! Dazu sehr listige und vor allem intelligente Dialoge machen aus der, eigentlich recht altbekannten, Story eine famose Operette. Apropos Operette. Der Film bietet nur eine sehr spärliche musikalische Untermalung und wenn, dann spielt der Meister nur eine alte Schallplatte mit einer Oper darauf im Hintergrund ab ... inklusive rauschen und Knacksen. Dies bringt die Stimmung endgültig auf den Punkt und damit kann man nur sagen. Spiel, Satz und Sieg für Woody Allen! Hier passt fast alles.

In Sachen Darsteller ging Allen ebenfalls neue Wege und verpflichtete bis auf Scarlett Johansson keinerlei große Stars, sondern suchte gezielt nach Darstellern, welche in ihre Rollen perfekt aufgehen. Dazu eine gekonnte Inszenierung, auf die auch ein Hitchcock stolz wäre. Besonders Jonathan Rhys-Meyers als Chris spielt unglaublich gut und macht eine fabelhafte Figur.


Bild:
Das Bild kommt zum Glück zeitgemäßer daher, als noch die beiden Tonspuren. So ist das Bild frei von Verschmutzungen und störende Rauschmuster sind ebenfalls nicht vorhanden. Leider kann die Schärfe nicht vollends überzeugen und spart mit Details. Dafür wissen der Kontrast und die schönen Farben wieder zu beigeistern.

Ton:
Leider war es auch bei Match Point der Wunsch von Woody Allen den Film in Mono 2.0 zu halten. Ob Stilmittel oder unverwechselbare Handschrift, heutzutage ist so was einfach nicht mehr zeitgemäß. Bewusst schlecht machen, kann man die Abmischung von daher nicht. Die Dialoge sind immer klar verständlich und der Opernsoundtrack wirkt trotz Mono recht gut.

Bonus:
Bei dem Begriff „Limited Edition“ oder „Special Edition“, sollte man häufig vorsichtig sein. Besonders, wenn es sich um einen Woody Allen Film handelt. So sind die Extras der Doppel DVD (!!!) recht dünn und eine Einzel DVD hätte hier voll und ganz gereicht. So besteht das „Making Of“, wenn es denn so nennen mag, nur aus Standbildern mit Hintergrundmusik. Die paar Interviewschnipsel sind ebenfalls nicht der Rede wert und auch nicht sonderlich interessant. Auf der Film DVD findet man noch zwei Trailer. Auch hier kann man der DVD an sich nicht böse sein, da Woody Allen von 5.1 DD ein genauso großer Freund ist, wie von umfangreichen Bonusmaterial. Hier hätte locker eine normale DVD Veröffentlichung gereicht und es ist wohl eine der wenigen DVD’s, wo man getrost zu Einzel DVD greifen kann. Die 5€ Mehraufwand, kann man in was anderes investieren.


FAZIT:
Ein wirklich fast grandioser Film auf einer recht durchwachsenen Veröffentlichung. Aber so was ist man ja von Woody Allen gewohnt und wird wohl Fans nicht wirklich davon abhalten, auch bei diesem Film zuzugreifen. Die Geschichte ist fabelhaft, wenn auch für manchen etwas zäh, erzählt und artet am Ende noch in einen kleinen Thriller aus. Fans reines Blockbuster Kinos, werden hier zwar nicht sonderlich viel Freude haben, ich aber war begeistert!

Bild - 9/10
Ton - 5/10
Bonus - 4/10
Film - 8/10

[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von Paramount zur Verfügung gestellt]

[Review verfasst von Shagy]