Renaissance

19. January 2007

Renaissance

In den letzten Jahren erschienen etliche Filme wie zum Beispiel Immortal, Casshern und auch Sin City, welche visuell zwar äußerst vielversprechend waren, doch teilweise in Sachen Storyumsetzung einige Defizite hatten. Der französische schwarz/weiß Animationsfilm Renaissance treibt den visuellen Aspekt nun auf die Spitze, indem seine schwarz/weiß Optik wörtlich zu nehmen ist. Ob sich Regisseur Christian Volckman nur auf die Optik verlässt, oder auch eine gute Geschichte erzählt, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.



Originaltitel: Renaissance
Regie: Christian Volckman
Sprecher (Original): Daniel Craig, Ian Holm, Catherine McCormack
Laufzeit: 101
FSK: 12
Ton: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
Untertitel: Deutsch
Regionalcode: 2
Bildformat: 2,35:1 (16:9 anamorph)
TV-Norm: PAL
Produktion: 2006
Erschienen: 28.12.2006
Vertrieb: McOne/Ascot Elite
Preis: Verleih DVD


Film:
Im Paris des Jahres 2054 gibt es so gut wie keine Privatsphäre, da alles mittels Überwachungskameras überwacht wird. Trotz des dichten Netzes aus Kameras verschwindet die - natürlich blond, jung und hübsch - Wissenschaftlerin Ilona Tasuiev. Da Ilona die beste und genialste Wissenschaftlerin des AVALON Konzerns ist, wird natürlich eine großangelegte Suchaktion eingeleitet. Beauftragt mit der Suche wird der nicht überall angesehene, doch sehr gute Cop Karas. Nach ein paar Nachforschungen findet er nicht nur Ilonas Schwester Bislane, sondern kommt auch einem Geheimnis auf die Spur, welches die Menschheit in eine positive oder negative Richtung beeinflussen kann.

 

Die Story liest sich nicht wirklich originell und ist es letztendlich auch nicht. Es wird also ein Klischee nach dem anderen abgearbeitet. Da wäre ein nicht sonderlich gesprächiger Bulle aus der Gosse, eine hübsche entführte Frau, ein übermächtiger Konzern und eine undurchsichtige Femme Fatale. Natürlich verliebt sich Karas in das undurchsichtige Weibsbild genauso, wie er bei seinen Vorgesetzten nicht auf Gegenliebe stößt und schließlich noch suspendiert wird. Demzufolge fehlt es dem Film an Spannung und besonders in der Mitte des Film kommt es zu einigen Längen. Dies hat jedoch auch einen kleinen Vorteil. Durch den harten Kontrast, fiel es mir teilweise schwer der Story und den Geschehnissen auf dem Bildschirm zu folgen. Es ist wirklich nicht leicht, die Konturen richtig zu deuten und eine richtige Identifikation mit den Darstellern fällt somit nicht leicht. Doch der harte Kontrast übt dennoch eine Faszination aus, welcher ich mich nicht entziehen konnte. Es gibt wirklich nur schwarz oder weiß. Graustufen findet man höchstens einmal in einer Spiegelung in einer Glasscheibe. Egal ob Gesichter, Objekte oder die Stadt. Alles ist stark stilisiert und auch bizarr. Die Beleuchtung ist wirklich der Hammer es herrscht immer der passende Lichtfall.

 

Ob die Story nun bewusst einfach gehalten wurde, um den Zuschauer voll und ganz mit dem optischen Genuss berieseln zu können, kann wohl nur Regisseur Volckman sagen. Leider hat er sich zu stark darauf verlassen, da die klasse Optik letztendlich doch nicht über die Längen hinwegtäuschen kann. In technischer Hinsicht gibt es nicht viel negatives zu sagen. Die Motion Capture Animationen schauen wirklich gut aus und das futuristische Paris bietet einen tollen Look. Trotz des schwarz/weiß Looks, haben die Hauptcharaktere dennoch genügend Tiefgang, auch wenn viele Nebendarsteller flach bleiben und so schnell wieder verschwinden, wie sie aufgetaucht sind. Wäre man hier etwas tiefgründiger gewesen, hätte man sicher auch die Längen in der Mitte des Films besser füllen können.

Bild:
Bei einem Animationsfilm ist der Anspruch natürlich besonders hoch und die DVD erfüllt dies ohne große Probleme. Da der Film sehr große schwarze Flächen hat, ist die Gefahr des Rauschens natürlich besonders hoch, doch zum Glück bleibt das einem erspart. Störende Kompressionsartefakte gibt es ebenfalls nicht und die Schärfe stimmt auch.

Ton:
Die musikalische Untermalung harmoniert recht gut mit den optischen Eindrücken und beide ergänzen sich wirklich gut. Da es jedoch nicht viele große Actionszenen gibt, halten sich die Boxen meist zurück. Bei der englischen Fassung, verpflichtete man sogar einige größere Stars wie zum Beispiel den neuen James Bond Darsteller Daniel Graig (Karas) und Altmeister Ian Holm.

Bonus:
Da ich leider nur die Verleih DVD vor mir liegen habe, kann ich nicht viel zum Bonusmaterial sagen. Auf der Verleih DVD befindet sich neben dem Originaltrailer noch eine Trailershow zum McOne/Ascot Elite Programm. Die am 22. März erscheinende Special Edition soll noch ein Making Of, Interviews, ein Featurette sowie einen Musikclip auf der DVD bieten.

 

FAZIT:
Wie schon bei Filmen wie Immortal oder auch Casshern, punktet Renaissance zwar gehörig bei den visuellen Aspekten, doch die Geschichte leidet an einigen Schwächen. Alles wurde schon 260975 mal gesehen und holt eigentlich niemanden mehr hinterm Ofen hervor. Zum Glück artet die Story nicht in peinliche Möchtegern Philosophie aus und bleibt im Rahmen einer guten Krimigeschichte im tollen Film Noir Stil. Nichtsdestotrotz einen Gang in die Videothek wert!

Bild – 10/10
Ton – 7/10
Bonus – 1/10
Film – 7,5/10

 

[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von McOne/Ascot Elite zur Verfügung gestellt]

[Review verfasst von Shagy]