Zwar hat mir .ram von diesem Animationsfilm steht’s nur Gutes erzählt, doch so recht konnte ich an diesen Film nie ran. Dazu fand ich „Cars“ und auch „Madagaskar“ einfach zu durchschnittlich, was meine Lust auf den Bauernhof noch mehr dämpfte. Nebenbei konnte ich mich nie mit dem Gedanken anfreunden, dass eine (männliche) Kuh ein Euter hat! Nachdem er jedoch nicht locker lies, musste ich ihn mir doch noch anschauen und ich kann schon mal sagen, dass ich es immerhin nicht bereut habe.
Originaltitel: Barnyard
Regie: Steve Oedekerk
Laufzeit: 86
FSK: ohne Altersbeschränkung
Ton: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1), Türkisch (DD 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Türkisch
Regionalcode: 2
Bildformat: 1,78:1 (anamorph / 16:9)
TV-Norm: Pal
Produktion: 2006
Erschienen: 08.02.2007
Vertrieb: Paramount
Preis: 20€
Film:
Die Kuh (erstens männlich und zweitens mit Euter!?!) Otis ist ein richtiges Party Animal und führt demzufolge ein ziemlich relaxtes Leben. So feiert er, wenn der Bauer wegfährt oder schläft, mit seinen Tierfreunden steht’s dicke Partys und verarscht mit seinen Streichen nebenbei noch die Menschen. Denn eigentlich ist alles anders als der Mensch denkt. So haben nicht nur die Tiere das sagen, nein, sie laufen auch noch auf zwei Beinen und reden in Menschensprache. Seine gutmütige Vaterkuh Ben sieht dies allerdings nicht so gern und versucht Otis doch noch den richtigen Weg zu weisen. So recht klappt dies jedoch nicht und es muss erst ein Unglück passieren, damit Otis zur Vernunft kommt. Denn von heut auf morgen schaut die Sache ganz anderes aus und plötzlich sieht sich Otis in der Rolle des Anführers. Während seine Tierfreunde dies noch begrüßen, plagen Otis Schuldgefühle. Nebenbei kommt er mit seiner neuen Rolle nicht zurecht und will alles hinter sich lassen und abhauen. Erst ein erneutes Unglück bringt ihn zur Vernunft. Denn eine starke Kuh denkt nur an sich, eine noch stärkere Kuh denkt an die Gemeinschaft!

Wie schon bei Shrek oder auch bei Cars und Madagaskar sind Animationsfilme schon lang nicht mehr nur fürs jüngere Publikum geeignet. So finden sich immer allerhand Zitate aus diversen Filmklassikern und auch Anspielungen auf Erwachsenenthemen wieder. Auf der anderen Seite sollen aber auch Kinder nicht allzu überfordert werden, was meist darauf hinausläuft, dass die Geschichten nicht weiter komplex sind und alles auf den Schultern der Dialogschreiber liegt. Diese machen Ihre Arbeit zwar ganz gut, doch von einem Steve Oedekerk (u.a. Ace Ventura und später Stand up Comedian) erwarte ich dann doch schon mehr als eine Abhandlung der bekannten Themen nach Schema F. Ab und an gibt es dann doch einen tierischen Reißer und man erahnt das Potential eines Oedekerk. Besonders genial kommen der dahinsiechende Hund und die schmuggelnden Ratten daher. Auch Wild Mike (ein pelziges Kneul was tanzt) oder die Rapper Verarsche um eine dicke Ratte die den Song Mr. Boombastic darbietet sind sehr witzig wie auch etliche Slapstickmomente. Auch das Leben auf dem Bauernhof wird sehr witzig dargestellt und bietet einigen Platz für Lacher. Dass der Film letztendlich doch mehr auf das jüngere Publikum schielt merkt man auch an der Tatsache, dass es keine Bullen, sondern nur Kühe gibt. Man zog quasi den Schwanz ein. Und da wundert man sich über die Pisa Studie, wenn Kindern hier klar gemacht wird, dass Bullen auch Euter haben und demzufolge Milch bringen könnten. Das der Bauer ein friedlicher Vegetarier ist tut sein übriges. Das böse erscheint übrigens in Form der Kojoten, welche es auf die Hennen abgesehen haben und diese dann auch entführen. Hier gibt es dann auch die Wende und Otis stellt sich seinem Schicksal.
Animationstechnisch kommt der Film wirklich gut daher. Die Animationen sind sehr flüssig und es gibt, trotz des eher kargen Looks, genügend Details zu erkennen. Im Hintergrund passiert zudem auch ziemlich viel und macht den tierischen Bauernhof zu einem gelungenen Animationsfilm.

Bild:
Wie bei anderen Animationsfilmen auch, kann das Bild hier vollends überzeugen. Es ist scharf, farbenfroh und ein rauschen ist genauso wenig auszumachen wie Kompressionsfehler.
Ton:
Hier gibt es ebenfalls nichts zu bemängeln und alle Dialoge sind hervorragend verständlich. Die musikalische Untermahlung weis auch zu überzeugen und schafft eine gelungene Atmosphäre mit ihren tollen Songs.
Bonus:
Zuerst einmal regt es mich ziemlich auf, dass am Anfang der DVD eine Trailershow läuft. Zwar lassen sich die Trailer überspringen, aber dennoch nervt so etwas einfach! Warum gibt es eigentlich eine Trailersektion? Ansonsten gibt es neben dem obligatorischen Audikommentar noch ein Making Of über den ziemlich guten Soundtrack, sowie über die Arbeiten der Synchronisation (u.a. mit Sam Elliot oder Kevin James von King of Queens). Besonders lustig ist auch das Special mit Kevin Smith, welcher sich mit einigen Kühen anfreunden will. Des Weiteren gibt es noch sieben entfernte Szenen (teilweise nur als Storyboardszene oder halbfertig gerendet), ein Musikvideo und der Trailer und Werbung darf zum Schluss ebenfalls nicht fehlen.

FAZIT:
Alles in allem gefiel mir der Film besser als seine Animationollegen wie Cars oder Madagaskar. An einen Shrek kommt der Film allerdings bei weitem nicht ran, obwohl das Potential dafür vorhanden war. Letztendlich kann sich der Film nicht so recht zwischen Kinder und Erwachsenenfilm entscheiden und bleibt somit ein Durchschnittliches Filmerlebnis für beide Zielgruppen zum berieseln.
Bild - 9/10
Ton - 7/10
Bonus – 6/10
Film - 6/10
[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von Paramount zur Verfügung gestellt]
[Review verfasst von Shagy]
Da mir .ram den Film ziemlich ans Herz gelegt hat, wollte ich ihn natürlich auch nach seiner Meinung fragen. Leider konnte sich unser Chefredakteur nur zu einem kurzem Fazit hinreisen. Tja, der Mann hat halt viel zu tun.
.ram meint:
*muh* *muh* geil *muh* *muh*
8/10