Wer erinnert sich noch an die Bud Spencer & Terence Hill Filme der späten Siebziger und frühen Achtziger? Für mich waren die Filme des Duos steht’s locker flockige Spaßfilme ohne Anspruch und mit mächtig viel naiven Charme. Es gab massig Kalauer, Hau Drauf Action und tolle Musik mit Ohrwurmcharakter. Genau so eine Mischung vermisse ich heutzutage, doch nun erfährt diese Art von Komödie in Form von „Nacho Libre“ eine dicke Wiederauferstehung! Vorhang auf für herrlich sinnfreie Unterhaltung.
Originaltitel: Nacho Libre
Regie: Jared Hess
Darsteller: Jack Black, Efren Ramirez, Héctor Jiménez, Carla Jimenez, Ana de la Reguera
Laufzeit: 88
FSK: 6
Ton: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1), Türkisch (DD 5.1), Kommentar (DD 2.0 Stereo)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
Regionalcode: 2
Bildformat: 1,78:1 (anamorph / 16:9)
TV-Norm: PAL
Produktion: 2006
Erschienen: 08.03.2007
Vertrieb: Paramount Pictures
Preis: 15€
Film:
Schon als Kind kann sich Ignacio (Jack Black) der Faszination des Lucha Libre (mexikanisches Wrestling) nicht entziehen, was seinen Ordensschwestern jedoch nicht sonderlich gefällt. Er lebt nämlich in einem Kloster für Waisenkinder, wo er später als Koch zwangsverpflichtet wird und unter mangelhaften Zutaten leidet. Ein ziemlich armseliges Leben also. Als das Kloster dann die neue Nonne Encarnation (Ana de la Reguera) bekommt, hat Ignacio die Nase voll und will endlich etwas aus seinem Leben machen und im gleichen Atemzug auch noch den Waisenkindern helfen. Er freundet sich mit dem verwahrlosten Esqueleto (Hector Jimenez) an und tritt von da an als Team gegen die Luchadores der Stadt an. Das besondere am Lucha Libra ist übrigens, das alle Wrestler inkognito antreten und demzufolge eine Maske tragen, so auch Ignacio, welcher sich von nun an Nacho Libre nennt. Wird diese während des Kampfes vom Gegner entfernt, kommt das einer großen Schmach gleich!

Die Story ist wirklich sinnfrei und bildet nur den Rahmen für die One Man Show von Jack Black. Dieser agiert zum schreien und ich lag bei seinen Grimassen permanent am Boden. Schon alleine sein Outfit ist genauso zum schreien wie seine Körperhaltungen wo steht’s seine Wampe ordentlich ins rechte Licht gerückt wird. Für mich waren es auch die vielen kleinen Details, wie zum Beispiel die anfangs schwarzen Zähne von Esqueleto, welche von der einen zur nächsten Szenen perfekt weiß geworden sind (wo sie ihr ersten Geld gewinnen), oder Ignacio die hübsche Encarnation ausführt und dabei seine Arschbacken in einer Szene sehr „sexy“ zusammenkneift. Tolle Situationskomik! Auch das alle Luchadores ihre Masken steht’s auf haben fand ich zum brüllen. Da laufen in der Stadt im Hintergrund ab und an einfach Leute mit einer Maske rum ... herrlich. Anhand des Stils des Film, könnte man auch meinen, das die Macher große Fans der Spencer/Hill Filme sind. Den ganzen Film über, herrscht ein heftiges Siebziger Jahre Flair und auch die Musik könnte auch aus einem Spencer/Hill Film stammen. Die Wrestlingszenen sind für solch einen Film übrigens recht gut choreographiert und wissen auch durch viele witzige Einlagen zu begeistern. Es gibt allerhand schöne Griffe und Moves zu sehen.

Bild:
Die DVD erlaubt sich keine Schwächen und bietet ein schönes scharfes Bild. Auch der Kontrast und die schönen Farben wissen zu gefallen und kommen auf meinem LCD gut rüber. Kompressionsfehler oder Artefakte suchte ich vergebens.
Ton:
Technisch gibt es hier nichts zu meckern und die musikalische Untermahlung wird sehr gut in Szene gesetzt. Auch die Dialoge sind trotz übertriebenen Mexikanischen Akzentes gut verständlich.
Bonus:
Zuerst einmal muss ich sagen, dass die DVD Bezeichnung „Special Collector’s Edition“ ziemlich hoch gegriffen ist. Zum einen kommt die Veröffentlichung nur in einem sticknormalen Amaray daher, zum anderen lacht einem beim Öffnen nur eine DVD an, welche eher wie ein Rohling ausschaut. Nicht einmal ein Booklet oder Einlageblättchen hat es in die Verpackung geschafft. Dies zeugt einmal wieder davon, dass hierzulande viel zu oft mit Begriffen wie „Special Edition“, „Limited Edition“ oder „Collector’s Edition“ umhergeworfen wird.
Die Bonussektion auf der DVD kann sich dagegen sehen lassen und bietet einige ordentliche Extras. Zum einen der obligatorische Audiokommentar mit Jack Black, Jared Hess (führte auch bei „Napoleon Dynamite“ Regie) und Mike White (Drehbuchautor von „School of Rock“). Des Weiteren findet ihr noch drei geschnittene Szenen, zwei Gesangseinlagen von Jack Black (allerdings keine Musikvideos), sowie noch fünf ziemlich interessante und witzige Featurettes. Darunter unter anderem ein Making Of sowie ein Moviefone Interview zwischen Jack Black und Héctor Jiménez. Als Abschluß gibt es noch eine Fotogalerie und Promotrailer zu bestaunen. Trailer aus dem Paramount Programm gibt es übrigens am Anfang der DVD, bevor der Film startet.

FAZIT:
Fans der guten alten Bud Spencer und Terence Hill Filme werden hier sicher genauso viel Freude an „Nacho Libre“ haben wie ich auch. Der Film hat einen tollen, sympathischen und naiven Charme, wie man ihn heut kaum noch zu Gesicht bekommt. Man sollte jedoch mit Jack Blacks Visage keine Probleme haben, da ihm der Film komplett auf die dicke Wampe geschrieben wurde.
Bild – 8/10
Ton – 7/10
Bonus – 7/10
Film – 8/10
[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von Paramount Pictures zur Verfügung gestellt]
[Review verfasst von Shagy]
