Originaltitel: Shooter
Regie: Antoine Fugua
Darsteller: Mark Wahlberg, Michael Peña, Danny Glover, Dean McKenzie, Jonathan Walker
Laufzeit: 120
FSK: Keine Jugendfreigabe
Ton: DD 5.1 (Deutsch, Englisch, Türkisch), DD 2.0 (Audiokommentar)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
Regionalcode: 2
Bildformat: 2,40:1 (anamorph / 16:9)
TV-Norm: PAL
Produktion: 2007
Erschienen: 13.09.2007
Vertrieb: Paramount Pictures
Preis: 17€
Film:
Nachdem der Sniper Bob Lee Swagger (Mark Wahlberg) von der US Army bei einem geheimen Einsatz in Afrika fallengelassen wurde und dabei auch seinen Späher und Kumpel verloren hat, lebt er nun zurückgezogen in den Bergen. Ganz wie man es von den Actionhelden der Achtziger und Neunziger Jahre kennt. Drei Jahre später wird er vom Regierungsbeamten Johnson (Danny Glover) aufgesucht, welcher den Tipp bekommen hat, dass der Präsident durch einen Scharfschützen sterben soll. Nun steht nicht etwa Swagger unter Verdacht. Vielmehr soll er helfen, das Attentat auf den Präsidenten zu verhindern, indem er wertvolle Tipps zur Ausführung gibt. Nach ein wenig Überredenskunst, willig Swagger ein, nur um später festzustellen, dass er wieder von der Regierung fallengelassen wird. Es kommt nämlich zum Anschlag (dabei stirbt allerdings nicht der Präsident, sondern der äthiopische Erzbischof welcher neben dem Präsidenten stand) und Swagger gelangt in eine große Verschwörung. Johnson’s Plan war nämlich von Anfang an Swagger als Täter hinzustellen! Schwer verletzt kann Swagger jedoch fliehen und macht sich daran zurückzuschlagen.

Der Film gibt sich optisch zwar hochmodern, doch in Sachen Storytelling und Aufbau bewegt sich der Film auf dem Niveau zahlloser Achtziger und Neunziger Jahre Actionstreifen. Die Story kommt also nicht sonderlich ausgeschmückt daher und wird sehr gradlinig erzählt. Damit „Shooter“ jedoch nicht allzu langatmig wird, hat man noch einen interessanten Subpolt eingearbeitet. Hier geht es um den gerade von der Acadamy entlassenen Nick Memphis (Michael Peña), einem FBI Agenten der an die Unschuld Swaggers glaub und dadurch selbst ins Fadenkreuz kommt. Nebenbei erfährt man dabei noch viel über die Hintergründe und Arbeitsweise der Intriganten (zum Beispiel Manipulation der Medien).
Aber auch die Inszenierung erinnert an die alten Actionfilme und kommt ohne große CGI Effekte, Epilepsieverursachende Stakkatoschnitte und wilde Kamerafahrten aus. Dafür gibt es toll inszenierte Sniperangriffe, dicke Explosionen, tolle Nahkampfaction, viele Zeitlupen und ausschweifende Kamerafahrten. Hervorzuheben wäre hier der Sturm auf ein Waldhaus inklusive Sniperattacken, Sprengsätzen, Automatikgewehren und packendem Nahkampf. Dies wurde um einiges realistischer in Szene gesetzt als zum Beispiel in Michael Bay’s Actionmist. Auch der Härtegrad kann hier überzeugen und ist für solchen einen Film fast unverzichtbar. Swagger setzt sich hier auch nicht einfach auf ein Dach und snipert los. Zuvor muss erst alles geplant werden, dann folgt die ruhige Hand und Kalkül. Natürlich gibt es auch solch typische Szenen, wo Swagger sich mit allerlei Zeug aus dem Supermarkt die Wunden reinigt und flickt. Alles wirkt wie aus alten Zeiten, was durch etliche coole Onliner aus Swagger’s Mund noch verstärkt wird.
Von Film zu Film merkt man richtig, dass Mark Wahlberg immer besser schauspielert. Er mimt den wortkargen und coolen Swagger recht ansprechend und beweist auch, dass er das Format zu einem richtigen Actionhelden hat. Besonders seine Onetimer kommen extrem cool rüber. Aber auch der restliche Cast mit Darstellern wie Michael Pena als schnüffelnder FBI Agent, Danny Clover als überheblicher und fieser Bösewicht oder Kate Mara und Rhona Mitra bei der weiblichen Fraktion (leider mit etwas wenig Screentime) können auf ganzer Linie überzeugen.

Bild:
Paramount hat wie fast immer eine gute Arbeit abgeliefert, was „Shooter“ zu einem sehr guten Bild verhilft. So ist die Schärfe wirklich gut und schwächelt nur ganz selten einmal. Auch die Farben wissen zu überzeugen und kommen kräftig sowie natürlich rüber. Ab und an wurden die Farben als Stilmittel auch etwas verändert. Leider sorgt die Kompression teilweise für ein etwas zu unruhiges Bild. Blöckchenbildung ist ebenfalls bei genauerem hinsehen zu erkennen. Dafür weis wiederum der Kontrast in hellen sowie dunklen Szenen zu überzeugen. Alles in allem jedoch ein sehr gutes Bild.
Ton:
Auch hier gibt es nicht viel zu bemängeln. Einzig der etwas sparsame Einsatz des Subwoofers fiel mir etwas negativ auf. Mit etwas mehr Druck, wäre eine höhere Wertung drinnen gewesen. Ansonsten sind alle Dialoge klar verständlich und auch der Raumklang weis zu überzeugen.
Bonus:
Der Bonusfreund kann sich neben einem Audiokommentar von Antoine Fugua über ein recht gutes Making Of freuen. Das Making Of ist fast 22 Minuten lang und recht informativ. Des Weiteren gibt es noch ein siebenminütiges Feature über die Independence Hall in Pennsylvania. Hier wurde unter anderem der Grundstein für die Verfassung der USA gelegt. Abgerundet wird alles durch ein paar schöne Deleted Scenes, welche die Qualität des Bildes vom Hauptfilm haben. Leider findet sich kein Trailer zum Hauptfilm auf der DVD. Auch kleinere Specials über Scharfschützen und deren Waffen sucht man vergebens. Gerade dies wäre aber mal interessant gewesen. Ach ja. Bevor man in das Hauptmenu des Filmes gelangt, gibt es noch Trailer zu "Transformers", "Dreamgirls", "Black Snake Moan", "Jackass", "Wildboyz", "Viva la Bam" und "Bams Unholy Union". Dabei sei noch erwähnt, dass einige Trailer wie "Transformers" auf meinem LCD nicht in Fullscreen laufen, andere wie "Jackass" sind dagegen in Fullscreen. Keine Ahnung was Paramount hier angestellt hat.

FAZIT:
„Shooter“ ist ein toller Actionthriller der alten Schule und genau das Richtige für mich. Die Action wurde hart (die FSK 18 Freigabe ist völlig berechtigt) und sehr cool inszeniert und kommt zudem ohne megaaufwendige CGI Effekte daher. Dies macht den Film nicht nur realistischer, sondern auch symphatisch. Leider ist der Film mit fast zwei Stunden doch etwas zu lang geraten und die gradlinige Story hat bei genauerem Hinsehen auch ein paar Logikfehler. Auch wäre bei der Laufzeit etwas mehr Action nicht schlecht gewesen. Letztendlich können Fans geradlinig inszenierter Actionstreifen dennoch bedenkenlos zugreifen.
Bild - 8,5/10
Ton - 9/10
Bonus – 6/10
Film - 8/10
[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von Paramount Pictures zur Verfügung gestellt]
[Review verfasst von Shagy]
