Originaltitel: Behind the Mask: The Rise of Leslie Vernon
Regie: Scott Glosserman
Darsteller: Nathan Baesel, Angela Goethals, Robert Englund, Scott Wilson
Laufzeit: 87min
FSK: keine Jugendfreigabe
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Ton: DD 5.1 (Deutsch; Englisch); DTS 5.1 (Deutsch)
Regionalcode: 2
Bildformat: 1,85:1 (Anamorp / 16:9)
TV-Norm: PAL
Produktion: 2006
Erschienen:2007
Vertrieb: Sunfilm
Preis: 19€
Film:
Taylor Gentry, eine junge Journalismus Studentin, begleitet mit einem Filmteam den jungen Serienkiller-Anwärter Leslie Vernon. Der wohnt in derselben Gegend, in der auch schon Freddy Krueger, Jason Vorhees und Michael Myers gewütet haben und will selbst zur Legende werden. Das Opfer, eine junge blonde Jungfrau, der Zeitpunkt, eine Party und der Ort, ein verlassenes Haus, ist auch schon ausgesucht. So erklärt er der Kamera jetzt detailliert seine letzten Vorbereitungen, trifft sich mit alten Serienkillerfreunden und holt sich von denen Ratschläge ab und präpariert am Mordhaus alles bis ins letzte Detail. Doch in der Nacht der Tat kommt dann alles doch anders als erwartet…

Es ist schwierig, „Behind the Mask“ in ein Genre einzuordnen, sogar schon bei der Inhaltsangabe muss man vorsichtig sein, um nicht zuviel zu verraten. Tatsache ist, dass der Film in seiner Art außergewöhnlich ist und das Serienkillergenre auf eine ganz neue Art reflektiert. Während die Geschichte am Anfang noch stark an „Mann beißt Hund“ erinnert, schlägt der Film jedoch schon bald eine andere Richtung ein und nimmt alle Slasherfilmklischees und -Regeln genüsslich auf eine sehr schwarzhumorige Weise auseinander. Wer hätte gedacht, dass das alleinige „Opfer nachts einfach nur erschrecken“ so kompliziert ist und einer solchen Planung bedarf? Und dass so ein Serienkiller ständig Konditionstraining machen muss, um beim Verfolgen seiner Ziele nicht aus der Puste zu kommen.
Diese Teile des Films präsentiert uns Regisseur Scott Glosserman in typischer Videooptik, als ob wir wirklich die fertiggeschnittene Dokumentation des Serienkillers zu sehen bekommen. Nur wenn dieser dann von seinem Plan erzählt und diesen am Ende auch ausführt, ändert sich der Stil vollkommen und der Film sieht plötzlich aus wie einer typischer Hollywood Slasherfilm. Und grade das erhöht den Film noch um eine weitere Stufe! Während er sich die ersten zwei Drittel über das Genre lustig macht und alle dazugehörigen Illusionen demontiert, führt er genau diese im letzten Drittel aus! Er zeigt uns damit, dass es egal ist wie hirnrissig und unlogisch das Genre eigentlich ist und dass es keine Rolle spielt ob man alle Regeln durchschaut hat: Unterhalten und gruseln kann den Zuschauer so ein Film trotzdem noch.
Grade diese Aussage und diese dramaturgische Wende im letzten Drittel macht den Film absolut sehenswert, auch wenn Slasherfans aufgrund des sehr niedrigen Blutgehalts (wieso hat der Film „keine Jugendfreigabe“??) etwas enttäuscht sein dürften.

Bild:
Die Bildqualität ist leider nur Mittelmaß. In den Quasi-Doku Szenen wurde das durch Filmen auf Videomaterial absichtlich herbeigeführt, in den „richtigen“ Filmszenen liegt das aber eindeutig am Transfer auf die DVD. So ist die Schärfe immer nur mittelmäßig, die Farben etwas blass und den ganzen Film durchzieht ein starkes Rauschen, was besonders in den dunklen Szenen negativ auffällt.
Ton:
Der Ton ist in Ordnung. Ab und zu sind direktionale Effekte zu hören, so dass auch die hinteren Boxen ausgenutzt werden und ansonsten gibt’s nix zu meckern. Die DTS Tonspur bietet, wie so oft, etwas mehr Druck.
Bonus:
-Casting Of (ca. 6min)
-Making Of (ca. 32min)
-Deleted Scenes (ca. 8min)
-Extended Scenes (ca. 23min)
-Trailer (Mac Beth; The Night Listener; Storm; Behind the Mask)
-Audiokommentar (Nathan Baes, Angela Goethals, Ben Pace, Britain Spellings)
Das Casting Of zeigt ein paar Eindrücke vom Casting der Hauptakteure und ist nicht besonders aussagekräftig.
Das Making Of ist sehr interessant und weitab der sonst üblichen Werbemaking-Ofs. Der Regisseur erklärt über ein Videotagebuch die einzelnen Produktionsstufen und die Überraschungen und Probleme, die es bei seinem Erstlingswerk gab. Schade, dass dieser Bonus nicht noch länger ging, man hatte die ganze Zeit das Gefühl nur einen Ausschnitt aus einem viel größeren Making Of zu sehen.
Die Deleted Scenes vertiefen die Geschichte noch ein ganzes Stück mehr. Schade, dass sie es nicht in den Film geschafft haben.
Bei den Extended Scenes hingegen sind die Kürzungen jedoch schon nachvollziehbarer, bieten sie doch nicht so viel Neues.
Der Audiokommentar ist leider nicht untertitelt. Den vier Darsteller merkt man deutlich an, welchen Spaß sie beim Dreh hatten, auch wenn unter den Albernheiten ab und zu die Informationen leiden.

FAZIT:
Ein sehr unterhaltsamer, witziger und stellenweise auch spannender Film auf einer sehr ordentlichen DVD.
Bild - 7/10
Ton - 8/10
Bonus – 8/10
Film - 8/10
[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von Sunfilm zur Verfügung gestellt]
[Review verfasst von anno nym]