Kein Bund fürs Leben

06. February 2008

Kein Bund fürs Leben

Der Regisseur von so zweifelhaften Werken wie „Knallharte Jungs\" versucht sich in seinem neusten Film an einer Militärkomödie und bedient sich dabei genüsslich an Werken wie zum Beispiel „Auf Kriegsfuß mit Major Payne\". Ob der Film an das Vorbild heranreicht oder im typisch deutschen Kalauerhumor untergeht, lest ihr in den folgenden Zeilen.

Originaltitel: Kein Bund fürs Leben
Regie: Granz Henman
Darsteller: Franz Dinda, Florian Lukas, Oona-Devi Liebich, Axel Stein, Ronald Nitschke
Laufzeit: 85
FSK: 12
Ton: DD 5.1 (Deutsch), dts 5.1 (Deutsch)
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Regionalcode: 2
Bildformat: 2,35:1 in 16:9
TV-Norm: Pal
Produktion: 2006
Erschienen: 31.01.2008
Vertrieb: Highlight/Constantin Film
Preis: 18€

Film:
Der Film startet bei der Musterung, wo das Ziel eigentlich lautet: Ausmusterung! Da wird auch schon mal gedopt, was bei Basti (Franz Dinda) und Schleifer (Florian Lukas) leider etwas nach hinten losgeht. Zwar wird beiden Diabetes bescheinigt (was eine Ausmusterung zur Folge hätte), doch das ist nicht alles. Beide sind nämlich auch schwanger, was den Schwindel letztendlich aufliegen lässt und beide eingezogen werden. Basti lässt aber nicht locker und verfasst eine Kriegsdienstverweigerung, welche aber durch unglückliche Umstände nicht in der Behörde ankommt. So kommt es wie es kommen muss und Basti wird von den Feldjägern eingesammelt und in die Kaserne geschleppt. Dort füllt er zwar ein nachträgliches Kriegsdienstverweigerungsschreiben aus, welches jedoch bis zu acht Wochen in der Bearbeitung steckt. Dumm gelaufen, da er die acht Wochen nun in der Kaserne bleiben muss. Hier macht er natürlich mit seinen Mitbewohnern aus Stube 54 ordentlich Unfug und muss zu allem Übel noch gegen eine US Armeetruppe in einem Manöver antreten.

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Das größte Problem des Filmes ist einfach, dass die Gags einfach nicht lustig sind. Man hat alles schon irgendwo gesehen und die meisten Gags hätten auch problemlos in einem anderen Setting funktioniert. Warum man hier nicht auf aktuelle Ereignisse anspielte bleibt wohl auch ein Rätsel des Regisseurs. So hangelt sich der Film von einem ausgelutschten Kalauer zum nächsten und bedient sich allerhand Klischees. Schon alleine die Stube bietet alles, was das Loserherz begehrt. Ein Streber ist genauso vorhanden wie der Quotenschwarze ... ähm, Quotentürken meinte ich, das Muttersöhnchen und ein Freak (Axel Stein). All diese teilen sich die Bude mit Basti und Schleifer. Das genau diese Losertruppe gegen eine Testosterongeladene Truppe von GIs antreten muss, setzt dem ganzen das i-Tüpfelchen auf. Hier hätte es ohne Frage auch eine konkurrierende Kaserne sein können, was wohl plausibler gewesen wäre. Schön zu sehen ist allerdings, dass man sich vom bekanten Fäkalhumor distanziert und diesen auch nur zwei mal aufsucht. Alles ist recht brav geworden und erinnert dabei eher an die „Die Lümmel von der ersten Bank\" Filme, wenngleich nie deren naiver Charme erreicht wird.

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Bild:
Zwar kann der Film nicht sonderlich überzeugen, doch die Technik kann es immerhin. Das Bild bietet eine sehr gute Schärfe und hat auch nicht mit Kompressionsartefakten oder Rauschen zu kämpfen. Die Farben und der Kontrast weisen ebenfalls keine Schwächen auf.

Ton:
Großes darf man natürlich bei einer Komödie nicht erwarten, doch das was geboten wird, gibt sich keine Blöße und kann überzeugen. Kommt es doch mal zu Szenen mit einer größeren Geräuschkulisse, wird diese recht gut im Raum verteilt.

Bonus:
Das Making Of und die Interviews sind von Marketinggebrabbel nur so durchsetzt und wirken wie ein großer Werbefilm. Interessanter sind da schon die geschnittenen und längeren Szenen, welche teilweise durchaus witzig sind. Abgerundet werden die Extras noch durch den Musikclip „Hurra, Hurra die Schule brennt\" von Maggers United (im Original natürlich von Extrabreit gesungen), einer Extended Fassung des Filmabspanns „Tränen lügen nicht\" und Darstellerinfos in Form von Texttafeln.

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FAZIT:
Ich hätte es wissen müssen! Die deutsche Blödelkomödie ist einfach tot. Was hier an öden und mittlerweile völlig ausgetretenen Klischees und Witzeleien zu Tage kommt, ist einfach nicht mehr lustig und langweilt selbst über die kurzen 85 Minuten Laufzeit. Dabei hätte man so schön aktuelle Ereignisse mit einbringen und sarkastisch hinterfragen können, anstatt sich von Kalauer zu Kalauer zu hangeln. Zwar erinnert der Film teilweise an die guten alten Klamaukstreifen mit Ilja Richter, Hans Kraus und die „Lümmel von der ersten Bank\" Filme, doch dessen naiven Charme erreicht „Kein Bund fürs Leben\" nie und bleibt auch weit hinter „Auf Kriegsfuß mit Major Payne\".

Bild - 9/10
Ton - 8/10
Bonus - 4/10
Film - 4/10

[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von Highlight/Constantin Film zur Verfügung gestellt]

[Review verfasst von Shagy]

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Gewinnspiel

Dank Constantin Film/Highlight, ist es uns wieder einmal möglich eine DVD und dieses mal auch ein Filmposter an euch weiterzugeben. Ihr müsst nur die Frage richtig beantworten und mit ein bisschen Glück, wird die DVD oder das Poster bei euch im Briefkasten landen.

1. Mit welcher TV Serie schafte Axel Stein seinen Durchbruch?

a) Alles Atze.

b) Hausmeister Krause.

c) Auf Achse.

Schick die, hoffentlich richtige, Antwort bitte an: shagy@onpsx.de

Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen und Mitarbeiter dieser wunderschönen Seite und dürfen ebenfalls nicht teilnehmen. Die Gewinner werden schließlich auf der Seite OnPSX.de bekannt gegeben.

Einsendeschluss ist der 14.02.2008.