Schaut man sich das Kinoplakat, bzw. das DVD Cover an, glaubt man zuerst, dass es neben dem Grindhouse auch der Exploitationfilm zurück auf die Leinwand geschafft hat. Man sieht eine schlampige und vor allem angekettete Christina Ricci und einen heruntergekommen Samuel L. Jackson in bester Siebzigerjahre Manier vom Cover schauen. Ob der Film tatsächlich ein Exploitation Revival darstellt, oder mehr dahinter steckt, klären wir in dieser Filmbesprechung.
Originaltitel: Black Snake Moan
Regie: Craig Brewer
Darsteller: Samuel L. Jackson, Christina Ricci, Justin Timberlake, S. Epatha Merkerson, John Cothran Jr., David Banner
Laufzeit: 111
FSK: 16
Ton: DD 5.1 (Deutsch, Englisch, Türkisch)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
Regionalcode: 2
Bildformat: 2,40:1
TV-Norm: Pal
Produktion: 2007
Erschienen: 14.02.2008
Vertrieb: Paramount Pictures
Preis: 18€
Film:
Als sich ihr Freund Ronnie (Justin Timberlake) auf zur Army macht, verliert Rae (Christina Ricci) den einzigen Halt den sie noch hat. Daraufhin vögelt sich die drogenabhängige Nymphomanin in einer Nacht quer durch ihr Südstaatenkaff und landet am Ende der Tour zusammengeschlagen auf der Straße. Dort findet sie Lazarus (Samuel L. Jackson) und schleppt sie in sein Haus. Da die Kleine anfangs recht widerspenstig ist und auf alles springt, was nicht bei drei auf dem Baum ist, kettet sie Lazarus kurzerhand erst mal an die Heizung.

Was wie ein typischer Exploitationfilm recht provozierend anfängt, verfolgt der Film aber recht schnell ein anderes Ziel und erstickt nicht wie sonst aus dem Genre üblich in einer Gewalt- oder Sexorgie. In tollen Bildern, die das Südstaatenflair perfekt einfangen, erzählt der Film von zwei Menschen, welche vieles gemeinsam haben und sich beide auch brauchen, um ihr Leben zu meistern. Während Lazarus durch Rae wieder zu alten Tugenden wie dem Blues kommt, nimmt Rae recht schnell die Hilfe an und versucht ihre von Vergewaltigungen und Schlägen dominierte Vergangenheit endlich aufzuarbeiten. Obwohl der Name der Figur Lazarus schon auf biblisches verweist, wird hier zum Glück nicht mit dem Holzhammer versucht den religiösen Hintergrund dem Publikum einzuhämmern.
Dabei wird der Film hervorragend von Samuel L. Jackson und Christina Ricci getragen. Jackson agiert wie immer recht cool, seine Worte sind steht\'s bestimmend und hat immer wieder ein paar herrliche Online auf den Lippen. Diese kommen recht schwarzhumorig daher und lockern den Film an den richtigen Stellen auf, ohne aufgesetzt zu wirken. Die Ricci gibt auf der anderen Seite das White Trash Flittchen recht provozierend, was unter anderem daran liegt, dass sie in der ersten Hälfte des Filmes nur mit knappen Top und Slip rumläuft. Das sie aber nicht nur sexy Aussehen kann, beweist dabei vor allem die Szene, wo sie sich bei einem Gewitter neben Jackson kauert, während dieser den Titelgebenden „Black Snake Moan\" zum Besten gibt, welcher einem die Gänsehaut auf den Körper treibt! Die restlichen Darsteller spielen leider nur eine Statistenrolle und werden auch nicht sonderlich detailliert charakterisiert und eingeführt. Leider bekommen einige wie Timberlake zum Ende hin aber eine tragendere Rolle, doch durch die mangelhafte Einführung kann man schlecht Sympathien für die Charaktere aufbauen.
Noch ein paar letzte Worte zum Soundtrack, welcher wirklich hervorragend zu den schwülen und kräftigen Bildern passt. Jackson schmettert zudem die Bluessongs mit einer Hingabe hin, dass es eine wahre Freude ist.

Bild:
Es handelt sich hier zwar eher um einen Indepetendfilm, aber das Bild hat darunter nicht zu leiden. Die Schärfe ist ausgezeichnet und es verschwinden keine Details. Die Farben, welche als Stilmittel recht verändert wurden, kommen zudem sehr kräftig daher. Beim Kontrast gibt es ebenfalls keine Abstriche und als negativ könnte man höchstens das leichte Rauschen anmerken.
Ton:
Alle Dialoge sind gut zu vernehmen und das einzige was man der DVD etwas ankreiden kann, ist der schwache Raumklang bei Szenen, wo es Livemusik gibt. Hier ist alles etwas zu Frontlastig. Bei einem solch dialoglastigen Film ist dies aber zu verschmerzen.
Bonus:
Endlich gibt es mal wieder einen Film, wo die Extras nicht nur typisches Marketinggebrabbel enthalten. Neben einem recht interessanten Audiokommentar kann auch das fast 30-minütige Making Of überzeugen. Aber auch die beiden Features „Wurzeln im Blues\" und „Black Snake Moan\" sind interessant wie auch die entfernten Szenen. Abschließend gibt es noch eine Fotogalerie. Schade ist nur, dass es keinen Filmtrailer gibt. Ebenfalls schade ist, dass es keine separate Untertitelspur bei den Gesangsszenen gibt. Hier schaltet man zu der normalen UT Spur, was etwas nervt (ist die entsprechende Szene vorbei, muss man die UT Spur wieder ausschalten).

FAZIT:
„Black Snake Moan\" bietet interessante zwei Hauptdarsteller, tolle Dialoge, wunderbar schwüle Bilder sowie tolle Musik und einen recht guten Handlungsaufbau. Das einzige was man den Film wirklich vorwerfen könnte, wäre das etwas zu konstruierte Ende. Technisch gibt es an der DVD nicht viel zu meckern, da besonders das Bild, aber auch der Ton und die Extras wirklich gut sind.
Bild - 9/10
Ton - 7,5/10
Bonus - 8/10
Film - 8,5/10
[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von Paramount Pictures zur Verfügung gestellt]
[Review verfasst von Shagy]
