Timber Falls

18. March 2008

Timber Falls

Harmlosere Urlauber werden von Hinterwäldlern gejagt. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Originaltitel: Timber Falls
Regie: Tony Giglio
Darsteller: Josh Randall, Brianna Brown, Nick Searcy, Beth Broderick
Laufzeit: 97min
FSK: Keine Jugendfreigabe
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Ton: DD 5.1 (Deutsch; Englisch); DTS 5.1 (Deutsch)
Regionalcode: 2
Bildformat: 1,78:1 (Anamorp / 16:9)
TV-Norm: PAL
Produktion: 2007
Erschienen:2008
Vertrieb: Ascot Elite
Preis: 15€

Film:
Mike und Sheryl sind ein verliebtes junges Pärchen, welches an einem freien Wochenende die Wälder von West-Virgina per Fuß erkunden will. Eine Idee, die sich in Horrorfilmen meist als Fehler herausstellt. So auch hier: Die beiden geraten in die Fänge eines verrückten, religiös-fanatischen Ehepaars, was leider keine Kinder zeugen kann. Daher wollen Herr und Frau Hinterwäldler Mike und Sheryl unter Folter dazu zwingen, ihnen ein Kind zu gebären. Die Beiden lassen das natürlich nicht so einfach mit sich machen.

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Was auf dem Papier schon dümmlich klingt, ist im Film noch dümmlicher. „Timber Falls\" bietet nichts, was man nicht woanders schon besser gesehen hätte: Eine einfallslose Inszenierung auf TV-Niveau, unatmosphärische, sterile Bilder, mittelmäßige Musik direkt aus dem Computer, wenig bis keine Spannung und fehlbesetzte Schauspieler, die nicht nur aus dem Fernsehbereich kommen sondern auch dementsprechend spielen.

Man könnte sagen: Schade. Aber nein, das ist es nicht, denn das Drehbuch hat auch gar keine bessere Umsetzung verdient. Die Geschichte mit den verrückten Hinterwäldlern ist so alt, dass schon dutzende Filme an dieser Thematik gescheitert sind. Die Logiklöcher sind, wie so oft, groß und auch Szenen á la „Wir trennen uns mal lieber, das ist immer besser wenn man von verrückten Axtmördern verfolgt wird!\" gibt es zuhauf.

Leider mangelt es dem Drehbuchautor auch an einigen fundamentalen Fertigkeiten. Die Einleitung ist viel zu lang und vor allen Dingen belanglos. In der Mitte hat der Film einen über eine halbe Stunde langen Durchhänger, indem Handlungsmäßig einfach überhaupt nichts mehr passiert: Mike soll die gefesselte Sheryl schwängern, tut es nicht, wird gefoltert. Dann soll er sie wieder schwängern, tut es nicht, wird gefoltert. Dann soll er sie wieder... Gähn. Über das viel zu blöde Ende und den misslungenen und unlogischen obligatorischen Schlussgag verliert man lieber gar kein Wort.

Bedrohung kann aber nicht nur aufgrund des Drehbuchs nicht entstehen: Die Kameraführung und Beleuchtung ist meist einfallslos, alles sieht zu hell, zu langweilig und absolut nicht bedrohlich aus. Kein Vergleich zu manch dreckigen oder hochglanz-Horrorfilm der letzten Jahre. Spaßigerweise ist die am eindringlichsten gespielte Szene eine, die mit dem weiteren Handlungsverlauf nicht wirklich viel zu tun hat: Mike und Sheryl werden am Anfang des Filmes im Wald von ein paar jungen Hinterwäldlern beim Sex erwischt, die die Angst der beiden genüsslich auskosten. Da wird es das einzige Mal auch für den Zuschauer richtig unangenehm und spannend.

Die beiden Hauptdarsteller machen ihre Sache ganz ordentlich, wenn es ihnen das Drehbuch oft auch schwer macht, beim Publikum Sympathien zu erwecken. Eine ewig kreischende Frau ist immer nervig. Und ein Mann, der wieder jeder Logik seinen Folteren immer wieder Ausdrücke entgegen schmeißt, anstatt einfach mal den Mund zu halten, brauch sich über seine Qualen fast nicht mehr wundern. Viel tiefer liegt der Hund aber sowieso bei der verrückten Familie begraben: Die Mutter ist viel zu jung für ihre Rolle und hat null Charisma oder bedrohliche Ausstrahlung. Der Vater sieht wie ein dümmlicher Beamter aus und kann seinen Charakter auch in keinem Moment mit Gefahr erfüllen. Der degenerierte, obligatorisch hässliche Bruder der Mutter ist eher lächerlich denn bedrohlich. Ein paar schiefe Zähne und der andauernde Wunsch, sein Opfer vergewaltigen zu wollen, schocken heutzutage niemanden mehr. So verkommt der Film leider viel zu oft ins Lächerliche und wirkt eher absurd denn bedrohlich.

Eine schlechte Story ist bei gut gemachtem Horror immer noch zu verkraften, aber „Timber Falls\" bietet weder das eine noch das andere. Einfach nur verschwendete Zeit.

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Bild:
Die Bildqualität ist in den hellen Szenen okay, an den vielen dunklen Stellen stört aber ein starkes Rauschen und eine weitläufige Detailarmut den Sehgenuss.

Ton:
Auch der Ton hat keine großen Schwächen oder Stärken. Es gibt ein paar wenige direktionale Effekte und so ab und zu etwas Räumlichkeit. Die meiste Zeit werden aber nur die drei Front Boxen genutzt. Insgesamt ist der deutsche Ton etwas lauter und klarer als der englische, ein Unterschied zwischen DD 5.1 und DTS Spur ist aber nicht festzustellen.

Dafür enttäuscht die billige deutsche Synchronisation sehr, hier sollte man unbedingt den Original-Ton wählen.

Bonus:
Die „Timber Falls\" DVD bietet nur wenig Bonusmaterial:

-Making Of (ca. 30min)
-Interview mit „Deacon\" James Foster (ca. 10min)
-Trailer (Shrooms; Going to Pieces; The Signal; Black Sheep; Fido; Bug; Timber Falls; Five Fingers; Renaissance; This is England; Intermission; Mulberry Street; Feed; Unknown)

Das Making Of passt sich in großen Teilen der Qualität des Films an. Wenige wirklich interessante Infos werden umrandet von vielem Gequatsche und einer detaillierten Wiederholung und Beschreibung aller blutigen Szenen im Film. Wenigstens scheinen die Beteiligten Spaß am Set gehabt zu haben. Im Interview sitzt der aus dem Film bekannte Deacon vor der Interviewkamera, brabbelt und unverständliches Zeug und findet sich dabei selbst offensichtlich unheimlich lustig. Das ganze geht dann zehn Minuten lang und ist eine Beleidigung der Intelligenz des Zuschauers. Schön anzuschauen ist wenigstens noch der Schuber um das Amaray.

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FAZIT:

Ein schwacher Film auf einer mittelmäßigen DVD. Kann man sich getrost sparen.

Bild - 7/10
Ton - 6/10
Bonus - 4/10
Film - 4/10

[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von Ascot Elite zur Verfügung gestellt]

[Review verfasst von anno nym]