Nachdem uns Luc Jacquet zuletzt mit der tollen Dokumentation „Die Reise der Pinguine\" erfreut und dort schon bei der Kinofassung eine kleine Geschichte eingebunden hat, kombiniert er nun mit seinem neusten Film „Der Fuchs und das Mädchen\" gekonnt Tier- und Familienfilm. In märchenhaften Bildern versucht er uns seine Kindheitserinnerungen zu erzählen und wir klären, ob es ihm gelungen ist.
Originaltitel: Le Renard et l\'enfant
Regie: Luc Jacquet
Darsteller: Bertille Noël-Bruneau, Isabelle Carré
Laufzeit: 96
FSK: 6
Ton: dts-HD 7.1 (Deutsch), Stereo 2.0 (Audioversion für Sehbehinderte)
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Regionalcode: B
Bildformat: 2,35:1
TV-Norm: 1080p (AVC Codec)
Produktion: 2007
Erschienen: 11.07.2008
Vertrieb: Kinowelt / Arthaus
Preis: 26€
Film:
Ein kleines Mädchen (Bertille Noël-Bruneau) wohnt mit ihren Eltern auf einem entlegenen Bauernhof, welcher von einer wunderschönen Natur umgeben ist. Dies lädt natürlich zum erkundschaften ein und so streift das Mädchen durch die Wälder und beobachtet die Natur. Eines Tages sieht sie einen Fuchs beim jagen, was sie sehr fasziniert. Nachdem der Fuchs sie sieht, rennt das scheue Tier allerdings nicht sofort weg, sondern verweilt kurz. In diesem Augenblick setzt sich das junge Mädchen in den Kopf „ihren Fuchs\" zu zähmen und tatsächlich kommen sich beide in den folgenden Monaten immer näher, was zu einer ungewöhnlichen Freundschaft führt. Von jetzt a sieht sie die Natur auch mit völlig anderen Augen und beide begeben sich auf geheimnisvolle Abenteuer ...

Der Film basiert auf einer Erinnerung des Regisseurs Luc Jacquet, welcher als Kind in seiner Heimat einen Fuchs bei der Jagd erlebte. So wurde der Film schließlich auch zu Teilen auf dem Plateau du Retord (Frankreich) gedreht, wo er aufwuchs. Die restlichen Naturaufnahmen wurden in Abruzzen (Italien) gedreht. Und die Naturaufnahmen sind auch wieder das Highlight des Filmes. Die Bilder kommen teils sehr märchenhaft und poetisch daher. Dabei überzeugt auch die tolle Farbwahl und die wundervollen Kameraeinstellungen. Die Landschaft ist einfach grandios und beide Schauplätze wurden hervorragend zu einem vermischt.
Neben den tollen Naturaufnahmen kann aber auch die Geschichte, um das Mädchen und den Fuchs überzeugen. Es ist faszinierend mit anzuschauen, wie sich das Mädchen etlichen Tricks ausdenkt, um den Fuchs wieder zu treffen und zu zähmen. Dabei wird die Botschaft der Vermenschlichung des Tieres sehr elegant und auch nicht mit dem Holzhammer an die Zuschauer herangetragen. Es werden deutlich die Grenzen gezeugt, welche man nicht überschreiten darf und sollte man dies doch tun, setzt man die komplette Freundschaft aufs Spiel. Schön zu sehen ist dabei, dass Jacquet den Fuchs nicht verniedlicht und die Geschichte allzu sehr mit Zuckerguss umgibt.
Natürlich ist der eigentlich Star des Filmes die Natur, doch man sollte auch der jungen Darstellerin Bertille Noël-Bruneau ein Lob aussprechen. Sie agiert herrlich frisch und ohne Zwang. Alles wirkt leichtfüßig. Schön ist auch, dass Jacquet dem Fuchs keine Stimme gab, wie den Pinguinen bei „Die Reise der Pinguine\" in der Kinofassung. Die deutsche Stimme des Erzählers ist übrigens Esther Schweins, welche ihre Sache recht gut macht, wenngleich die Stimme etwas zu mütterlich daherkommt. Auch der Soundtrack kann wieder überzeugen und untermahlt toll die Bilder.

Bild:
Das Bild ist um einiges besser als noch bei der Dokumentation „Die Reise der Pinguine\" und der Schärfegrad ist immer auf einen recht hohem Niveau. Nur ab und an fällt der Schärfegrad etwas ab (besonders in den Szenen in der Höhle), was aber nicht allzu sehr ins Gewicht fällt. Das Rauschverhalten ist wie das ISO Rauschen ebenfalls auf einem gutem Niveau und überzeugt wie auch die tollen und leicht (gewollt) übersättigenden Farben. Die Bitrate schwankt von 8 bis 30, pendelt sich aber im Durchschnitt bei 20Mbps ein.
Ton:
Die Naturaufnahmen schreien natürlich auch nach einer tollen Soundabmischung und Kinowelt kommt dem leider nur bedingt nach. Zwar gibt es viele Effekte in den Szenen im Wald und überall hört man Vogelgezwitscher, doch ab und an bleiben die hinteren Boxen leider stumm, z.B. wenn der Fuchs im Zimmer des Mädchens für Unordnung sorgt. Hier wäre deutlich mehr drinnen gewesen.
Bonus:
Während die zwei Making Ofs und der Trailer in HD daherkommen, liegen die anderen Bonusfeatures nur in SD Auflösung vor. So gibt es zwei Making Ofs, sowie eine Doku über die Füchse im italienischen Nationalpark in Abruzzen. Des weiteren gibt es noch vier Interviews, unkommentierte Einblicke in die deutsche Synchronisation, sowie ein Musikvideo einen Teaser und den Trailer. Letztere kann man sich in deutsch und französisch anschauen. Natürlich dürfen diverse Trailer aus dem Kinowelt / Arthaus Programm nicht auf dieser Blu-ray fehlen. Für Sehbehinderte gibt es auch eine spezielle Hörspielfassung des Filmes.

FAZIT:
„Der Fuchs und das Mädchen\" ist ein wunderschöner Familienfilm, an dem es fast nichts zu meckern gibt. Die Naturaufnahmen sind wundervoll und die Geschichte an sich wird leichtfüßig und ohne erhobenen Zeigefinger erzählt. Die Blu-ray ist ebenfalls recht gut geworden, wenngleich besonders bei der Soundabmischung mehr drinnen gewesen wäre.
Bild - 8/10
Ton - 7/10
Bonus - 7/10
Film - 9/10
[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von Kinowelt / Arthaus zur Verfügung gestellt]
[Review verfasst von Shagy]