Indiana Jones Trilogie

12. June 2008

Indiana Jones Trilogie

Aufgrund des im Kino erschienen vierten Teils und einer neuen HD-Abtastung für die kommende Blu-ray Veröffentlichung der Indiana Jones Filme, wirft Paramount schnell noch einmal eine neue Indy-Box auf den Markt. Die Frage ist nur, ob sich das Upgrade von der alten zur neuen Box wirklich lohnt.

Originaltitel: Raiders of the lost Ark; Indiana Jones and the Temple of Doom; Indiana Jones and the last Crusade
Regie: Steven Spielberg
Darsteller: Harrison Ford, John Rhys-Davies, Denholm Elliot, Sean Connery
Laufzeit: 104min
FSK: 16
Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch,...
Ton: DD 5.1 (Deutsch; Englisch); DTS 5.1 (Deutsch)
Regionalcode: 2
Bildformat: 2,35:1 (Anamorph / 16:9)
TV-Norm: PAL
Produktion: 1981, 1984, 1989
Erschienen:2008
Vertrieb: Paramount Home Ent.
Preis: 30€


Film:
Über Indiana Jones muss man wohl nicht mehr viele Worte verlieren. 1981 hauchten Steven Spielberg und George Lucas dem Abenteuergenre mit „Jäger des verlorenen Schatzes\" neues Leben ein und traten so gleich eine Welle von schlechten Rip Offs und zwei guten Fortsetzungen nach sich. Die Hauptrolle des ironischen Machos übernahm Harrison Ford, was sich als echter Glücksgriff herausstellen sollte. Nicht ohne Grund ist die Figur des Archäologen die Rolle seines Lebens und untrennbar mit ihm verbunden. Ob eine andere Besetzung, wie zum Beispiel der von Beginn an angedachte Tom Selleck das auch hätte erreichen können, darf bezweifelt werden.

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Aber nicht nur Ford und Spielbergs über jeden Zweifel erhabene Inszenierung machen den Erfolg von Indiana Jones 1-3 aus, sondern vor allem auch die exzellenten Drehbuchbücher. So sucht Indiana Jones in „Jäger des verlorenen Schatzes\" zusammen mit seiner Ex Marion Ravenwood (Karen Allen) nach der verschollenen Bundeslade, in der einst die zehn Gebote transportiert wurden. Mit dabei sind natürlich auch die Nazis und der zwielichtige französische Archäologe Belloq, die ihre eigenen Pläne mit dem mächtigen Artefakt haben.
In „Der Tempel des Todes\" verschlägt es Indy, seinen kleinen Freund Short Round (Jonathan Ke Quan) und die Tänzerin Willie Scott (Kate Capshaw) nach Indien. Dort bekommen sie es mit den mysteriösen Sankara-Steinen und einer boshaften indischen Sekte zu tun, die alle Kinder aus den umliegenden Dörfern entführt und zur Sklavenarbeit verpflichtet haben.

In „Der letzte Kreuzzug\" wird Indy schließlich mit seinen Vater (Sean Connery) zusammengeführt. Zusammen versuchen sie in einer Jagd rund um den Globus, den das ewige Leben versprechenden heiligen Gral vor den Nazis zu finden. Jeder, der sich auch nur einen Hauch für Abenteuerfilme oder gute Unterhaltung interessiert, sollte sich die drei Indiana Jones Filme ansehen. Die Effekte und die vielen Actionsequenzen waren für ihre Zeit jedesmal bahnbrechend, der ironische Witz sorgt für viele Lacher und das gute Spiel der fast immer perfekt besetzten Darsteller tut sein übriges.

Leider fällt „Der Tempel des Todes\" gegenüber „Jäger des verlorenen Schatzes\" aufgrund seiner Düsternis, der Gewalt, den zurückgefahrenen Witz und den uninteressanten Gegenspielern etwas ab. Der Regisseur selbst sagte einmal, dass er mit dem Film unzufrieden ist und sich mit „Der letzte Kreuzzug\" für ihn entschuldigen wollte. Trotzdem, ein schlechter Spielberg ist immer noch ein guter Film und so ist auch Teil 2 Unterhaltung pur und bietet einige der erinnerungswürdigsten Actionszenen der ganzen Reihe. „Der letzte Kreuzzug\" bildet für viele Fans schließlich den Höhepunkt der Indiana Jones Filme. Durch Sean Connery als Indys Vater bekommt dieser einen würdigen Konterpart und es ist deutlich zu spüren, wie sich die beiden Schauspieler in ihren Wortduellen immer wieder gegenseitig überbieten wollten. Auch das wieder die Nazis die Gegenspieler sind kommt dem Film sehr zu Gute, Spielberg selbst meinte, dass Nazis ein dankbarer Gegner sind, da man mit ihnen „alles machen\" kann. So ist „Der letzte Kreuzzug\" neben „Jäger des verlorenen Schatzes\" bis heute noch der ultimative Abenteuerfilm und allein schon den Kauf einer Indybox wert.

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Bild:
Das sowieso schon sehr gute Bild der alten DVD-Box wurde minimalst verschlimmbessert und scheint nun noch einen kleinen Tick schärfer zu sein. Das wurde allerdings durch Edge Enhancement erreicht, wodurch die Schärfe kein mehr an Detailreichtum bedeutet und die Bildqualität sogar eigentlich noch verschlechtert. Die Veränderung ist aber so minimal, dass sie höchstens Beamerbenutzern auffallen dürfte. Ansonsten entspricht alles der alten DVD Box: Satte Farben, kaum Artefakte oder Blockbildung. Bis auf den etwas unruhigen Bildstand also alles so, wies sein soll.

Ton:
Im Gegensatz zum Bild wurde am Ton überhaupt nichts geändert. Der englische 5.1 Ton ist für Filme dieses Alters großartig, der deutsche 2.0 Surround Ton einfach nur eine Zumutung. Klar, es muss nicht immer gleich der 5.1 Upmix sein, aber zumindest ein guter Stereoton hätte drin sein müssen. Stattdessen klingt der Ton, besonders im ersten Teil, wie direkt aus der Mülltonne. Er ist lautstärkemäßig unglaublich schlecht abgemischt (man höre sich nur die Schießerei am Anfang in Nepal an) und die Geräusche klingen alle viel zu dumpf und haben zu wenig Druck. Wenigstens sind die Stimmen deutlich. Teil zwei und drei werden etwas besser, sind aber vom Prädikat „gut\" noch weit entfernt.

Bonus:
Statt einer vierten Bonus DVD sind die Extras in der neuen Box alle auf die Film DVDs verteilt. Dadurch ist natürlich weniger Platz vorhanden, worunter die Kompression der Filme als auch die Anzahl und Länge der Extras leidet. Die Menüs der DVD sind übrigens identisch zur alten Box.

Jäger des verlorenen Schatzes:
-Jäger des verlorenen Schatzes\": eine Einführung (7:49min)
-Indiana Jones: eine Würdigung (11:42min)
-Das schmelzende Gesicht (8:50min)
-Storyboards: Die Quelle der Seelen (4:17min)
-Foto-Galerien

Indiana Jones und der Tempel des Todes:
-Der Tempel des Todes: eine Einführung (5:59min)
-Das kriechende Gewürm (MIt Pop-up-Option) (11:55min)
-Reisen mit Indy:Drehorte (Mit Pop - Up Option) (10:31min)
-Storyboards: das Lorenrennen (2:31min)
-Foto-Galerien

Indiana Jones und der letzte Kreuzzug:
-Der letzte Kreuzzug: eine Einführung (6:14min)
-Indys Frauen: eine Würdigung des amerikanischen Filminstituts (9:24min)
-Indys Freunde und Feinde (10:48min)
-Storyboards: Die Eröffnungssequenz (3:40min)
-Foto-Galerien

Die Extras sind allesamt neu produziert. Leider sind nur die die ausführlichen Einführungen zu den Filmen wirklich interessant. Hier kommen Spielberg und Lucas zu Wort und plaudern aus dem Nähkästchen. Der Rest der Extras besteht aus Werbung und gegenseitigem Schulterklopfen. Spätestens wenn ständig der vierte Indy Teil angeteasert wird und man sieht, dass die Interviews in dessen Kulissen aufgenommen sind, weiß man, wo der Hase läuft.
Schade, waren die Extras der alten Box doch viel interessanter, länger und tiefgründiger. Man kann nur hoffen, dass Paramount sich bei der nächsten Edition (dann mit dem vierten Teil) wieder auf alte Werte besinnt.

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FAZIT:
Ein Kauf der neuen Indy Box lohnt sich leider definitiv nicht. Die Bildqualität ist nur auf den ersten Blick besser als in der alten Box, die Extras deutlich schlechter und der Ton unverändert. Also lieber zur alten Box greifen oder gleich auf die kommende Box mit allen vier Indy Teilen oder sogar auf die Blu-ray Veröffentlichung warten

Bild - 8/10
Ton - 6/10
Bonus - 6/10
Film - 10/10

[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von Paramount Home Ent. zur Verfügung gestellt]

[Review verfasst von anno nym]