„Stop Loss\" ist einer der ersten Filme, die das Trauma der Kriegsheimkehrer des zweiten Irakkrieges versucht aufzuarbeiten - und zu Unrecht total untergegangen ist.
Originaltitel: Stop Loss
Regie: Kimberly Peirce
Darsteller: Ryan Phillippe, Joseph Gordon-Levitt, Rob Brown, Channing Tatum
Laufzeit: 107min
FSK: 16
Sprachen: Deutsch, Englisch, Türkisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
Ton: DD 5.1 (Deutsch; Englisch, Türkisch)
Regionalcode: 2
Bildformat: 1,78:1 (Anamorph / 16:9)
TV-Norm: PAL
Produktion: 2008
Erschienen:2008
Vertrieb: Paramount Home Ent.
Preis: 19€
Film:
„Stop Loss\" ist der Name einer Regelung des amerikanischen Militärs: Werden Soldaten für die Front gebraucht, kann der Präsident Reservisten und Ex-Soldaten zwingen, wieder in den Kampfeinsatz zu gehen. Genauso geht es Sergeant Brandon King (Ryan Phillipe), als er nach langem Kampfeinsatz im Irak und einigen traumatischen Erlebnissen endlich wieder in den USA ankommt und seinen Dienst quittieren will. Ohne Einfluss darauf nehmen zu können, wird sein Vertrag aber auf unbestimmte Zeit verlängert und er soll sofort wieder zurück in das Kampfgebiet. Da er sich den Rest seines Lebens anders vorgestellt hat, flieht er zusammen mit einer guten Freundin quer durch Amerika, auf der Suche nach einem Weg aus dem Militärdienst ...

„Stop Loss\" ist ein Roadmovie, welches nicht nur die Geschichte von Brandon, sondern auch die seiner Kameraden und Freunde behandelt, die alle versuchen mit den Erlebnissen des Krieges fertig zu werden. Allerdings verfolgt Regisseurin Kimberly Pierce dabei keine ausgetretenen Fade und zeigt uns die immer gleichen Klischees von leidenden Kriegshelden, sondern sie konzentriert sich mehr auf die Suche nach Auswegen. Der Film ist dabei in seiner Thematik hochaktuell und entsprechend zeitgemäß inszeniert, wobei er mit einer etwas zu wilden Videoclip Ästhetik in den ersten Minuten etwas über sein Ziel hinausschießt. Aber schon wenig später hat sich „Stop Loss\" gefunden und präsentiert einen ruhigen, aber nie langweiligen Inszenierungs-Stil, mit dem Pierce das exzellente Drehbuch trotz der schwierigen Thematik unterhaltsam erzählen kann. Unterstützt wird die Regisseurin dabei von einer sehr guten Riege junger Darsteller, die die innerliche Zerrissenheit der Kriegsheimkehrer nie platt, sondern immer subtil und überzeugend darstellen können. Auch der Soundtrack von John Powell (u.a. \"Bourne\"-Trilogie) kann überzeugen.

Bild:
Die Bildqualität ist überdurchschnittlich gut, auch wenn bei der Schärfe noch Raum nach oben offen wäre. Aber die Farben und Kontraste werden gut wiedergegeben, es rauscht kaum und die Kompression hat sehr gute Arbeit geleistet.
Ton:
Der Ton ist ausgezeichnet und wird in den wenigen Actionszenen auch ausgewogen auf alle Boxen verteilt. Die deutsche und die englische Tonspur sind von Lautstärke und Qualität quasi identisch.
Bonus:
Klein aber fein sind die Worte, mit denen sich das Bonusmaterial am Besten beschreiben lässt.
-The Making Of Stop Loss (ca. 21min)
-A Day in Boot Camp (ca. 10min)
-Deleted Scenes (ca. 19min)
-Audiokommentar von Kimberly Peirce und Co-Autor Mark Richard
Das Making Of beschreibt trotz seiner Kürze die Vorbereitung und die Produktion von „Stop Loss\". Nebenbei erfährt man viel über das gesellschaftliche und militärische Umfeld in den USA und die Regisseurin selbst.
Wie bei sovielen Kriegsfilmen musste auch die Darsteller von „Stop Loss\" für eine Woche ins Bootcamp. Was sie dort erleben und was sie davon halten zeigt das Video „A Day in Boot Camp\".
Die Deleted Scenes lassen sich wahlweise mit einem Audiokommentar der Regisseurin versehen und sind wirklich interessant, da es sich nicht nur um Szenenerweiterungen sondern um komplette kleine Nebenstränge handelt.
Der Audiokommentar geht über den kompletten Film und ist sogar deutsch untertitelt. Er ist sehr interessant und handelt nicht nur von der Entstehung des Films, sondern vermittelt auch wie das Making Of viel Wissen zur USA und dem amerikanischen Militär

FAZIT:
Insgesamt ist „Stop Loss\" trotz der furiosen einleitenden Actionsequenz ein Antikriegsfilm der leisen Töne und der stillen Momente, der durchweg Überraschungen bietet und nie in Klischees verfällt. Es ist zwar kein „Die durch die Hölle gehen\" („The Deer Hunter\") der Neuzeit, aber nahe dran. Guter Film, gute DVD, was will man mehr?
Bild - 9/10
Ton - 9/10
Bonus - 6/10
Film - 8/10
[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von Paramount Home Ent. zur Verfügung gestellt]
[Review verfasst von anno nym]
----------------------
Gewinnspiel
Dank Paramount ist es uns wieder einmal möglich zwei DVDs sowie zwei Soundtracks (vertrieben durch Colloseum) an euch weiterzugeben. Ihr müsst nur die Frage richtig beantworten und mit ein bisschen Glück, wird eine der DVD/Blu-ray bei euch im Briefkasten landen.
1. Von wem stammt der Soundtrack zum Film?
a) John Powell
b) John Williams
c) Harry Gregson-Williams
Schick die hoffentlich richtige Antwort samt Adresse und Forennick (falls vorhanden) bitte an: shagy onpsx.de
Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen und Mitarbeiter dieser wunderschönen Seite und dürfen ebenfalls nicht teilnehmen. Die Gewinner werden schließlich auf der Seite OnPSX.de bekannt gegeben.
Einsendeschluss ist der 16.09.08.