Der Einmarsch von Zombies ist nichts neues für die Briten und wurde mal mit Ernst ("28 Days Later") und mal mit Ironie ("Shaun of the dead") begegnet. Dieses Mal haben die Zombies die Rechnung aber ohne die Einwohner des Londoner Viertels East End samt seiner Rentner gemacht.
Originaltitel: Cockneys vs. Zombies
Regie: Matthias Hoene
Darsteller: Georgie King, Michelle Ryan, Lee Asquith-Coe, Alan Ford, Honor Blackman, Richard Bries
Laufzeit: 88
FSK: 18
Ton: dts-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch
Regionalcode: B
Bildformat: 2,35:1
TV-Norm: 1080p
Produktion: 2012
Erschienen: 07.03.2013
Vertrieb: Studiocanal
Preis: 18€
Film:
Die beiden Nichtsnutzigen Brüder Andy und Terry „planen“ ein großes Ding und trommeln einen bunten Haufen an Helfern zusammen um eine Bank zu überfallen. Dabei soll das erbeutet Geld jedoch ganz uneigennützig dem lokalen Seniorenheim vermacht werden, da dieses nämlich in naher Zukunft der Abrissbirne zum Opfer fallen soll. Da die Truppe allerdings nicht die hellste ist, geht natürlich alles schief und sie werden bei der Flucht von den Bobbys empfangen. Also zurück in die Bank um neue Pläne zu schmieden. Beim zweiten Blick auf die Straße kommen sie allerdings aus dem Staunen nicht mehr raus, da in der Zwischenzeit das völlige Chaos ausgebrochen ist. Zombies haben sich nämlich breit gemacht und genehmigen sich einen Bürger nach dem Anderen zum Lunch vor. Bevor sie sich jedoch aus dem mittlerweile abgeriegelten East End vom Acker machen können, müssen sie noch ihren Opa (Alan Ford) aus dem Altersheim befreien …

Ohne Umschweife arbeitet der Film Zielstrebig auf das erwartete Ende hin und nach dem Abspann bleibt das Gefühl, dass etwas fehlte. Zwar ist der Einzug von mehr oder weniger rüstigen Rentnern ein gelungener Einfall, doch leider kommen diese erst kurz vor Schluss zum Zug und spielen davor nur mit einigen mehr oder weniger guten Gags eine unbedeutende Rolle. So läuft „Cockneys vs. Zombies“ meist in gewohnten Zomedy Genre Bahnen ab und geht dabei auf Nummer sicher. Immerhin kommt es immer wieder mal zu einigen coolen, meist typisch Britisch und schwarzhumorigen Gags. Hier z.B. die Zombie Hooligans, welche sich sogar untot noch bekriegen oder ein alter Rentner, welcher gemütlich auf seinem Gartenstuhl döst, während die Apokalypse um ihn herum ausbricht.
Aber auch die Charakterzeichnung geht meist auf Nummer sicher. Als da wäre ein Psycho, eine coole Braut und einer, der einem tierisch auf den Sack geht. Schaut man sich auf Seiten der Rentner den Cast an, wäre aber genug Potential vorhanden gewesen, um mehr aus dem Film rauszuholen. So kennt man Alan Ford z.B. aus den Guy Ritchie Filmen „Bube, Dame, König, grAs“ und „Snatch“ und mit Honor Blackman (bekannt als Pussy Galore aus „Goldfinger“) befindet sich sogar ein ehemaliges Sexsymbol im Cast. Herrlich sind dafür die Effekte, da die Zombies einfallsreich eklig und toll hergerichtet sind und auch ordentlich gesplattert wird. Leider stört dabei etwas das CGI Blut. Es geht halt nichts über richtiges Kunstblut, welches aber auch ab und an zum Einsatz kommt. Auch etwas sparsam ist der Soundtrack, welcher nach dem coolen Intro etwas dürftig daherkommt.
Ein großes Zugpferd des Filmes ist zudem der Dialekt, den die Bewohner aus dem East End haben. Dem sogenannten Cockney Slang. Leider kommt dies in der deutschen Syncro nicht zum tragen womit sehr viel Flair und viele Wortspielereien verloren gehen. Wer schon Filme wie „Snatch“ im O-Ton geschaut hat, weiß ungefähr was einen hier erwartet. Wer des Englischen sehr gut mächtig ist, sollte daher zur Originalfassung greifen.

Bild:
Technisch gibt sich das Bild sehr solide. So ist zwar die Schärfe hervorragend, doch der Kontrast etwas flach. Auch die Farben könnten etwas mehr leuchten und kräftiger sein. Dies sorgt alles für einen recht realistischen Look, ohne den besonderen Kick.
Ton:
Der dts HD 5.1 Mix kommt ebenfalls recht solide daher und gibt keinen Anlass zur Kritik. Alle Dialoge sind stets verständlich und wenn das Geballer im Gange ist, drehen auch die Boxen auf.
Bonus:
In den Extras stellt sich u.a. der Regisseur einigen Fragen der Facebook Gemeinde und wer schon immer mal wissen wollte, was einen guten Zombie ausmacht, schaut sich einen Einleitungsfilm zur Zombie Schule an. Zudem gibt es noch ein längeres Interview über den Werdegang des Regisseurs, sowie Inspirationsquellen und den Einfluss von Cockneys. Man kann sich auch noch ein paar geschnittene Szenen (wenn gewollt mit Audiokommentar), einen Storyboardvergleich und einen Blick hinter die Kulissen (wo auch die anderen Darsteller zu Wort kommen) anschauen. Abgerundet wird alles durch einen Trailer und etwas Eigenwerbung.

FAZIT:
Der Trailer war echt cool und machte ordentlich Lust auf mehr. Leider wurden wie so oft die besten Szenen jedoch schon im Trailer verballert und der Rest von „Cockneys vs. Zombies“ zieht sich trotz der geringen Laufzeit von reichlich 80 Minuten ziemlich. Schaut man den Film zudem auf deutsch, geht auch noch viel vom Charme verloren, wodurch „Cockneys vs. Zombies“ im Durchschnitt versinkt. Schade um die coole Idee mit den Rentnern.
Bild – 7,5/10
Ton – 8/10
Bonus - 7/10
Film – 6/10
[Diese Blu-ray wurde uns freundlicherweise von Studiocanal zur Verfügung gestellt]
[Review verfasst von Shagy]