Django

28. May 2013

Django

Bis in die frühen 1960er dominierten im Western die strahlenden Helden, welche noch ohne eigennützige Hintergedanken für die Armen und Schwachen eintraten. Das Bild änderte sich aber schlagartig, als ein gewisser Sergio Leone mit dem ersten Teil seiner Dollar Trilogie das Genre revolutionierte. Wenig später startete eine weitere Reihe, welche etliche Fortsetzungen mit sich zog und erst letztes Jahr durch Quentin Tarantino wiederbelebt wurden. Django vom Regisseur Sergio Corbucci. Wie bei der Dollar Trilogie stand ein gebrochener und von der Umwelt in der er lebt gezeichneter Mann.

Originaltitel: Django
Regie: Sergio Corbucci
Darsteller: Franco Nero, José Bódalo, Loredana Nusciak, Ángel Álvarez, Gino Pernice, Simón Arriaga
Laufzeit: 91min
FSK: 18
Ton: HD Mono 2.0 (Deutsch, Italienisch)
Untertitel: Deutsch
Regionalcode: B
Bildformat: 1,66:1
TV-Norm: 1080p
Produktion: 1966
Erschienen: 16.05.2013
Vertrieb: StudioCanal
Preis: 12€

Film:
Einsam stampft ein Mann nahe der mexikanischen Grenze durch den Schlamm. Sein Name: Django. Im Schlepptau: Ein Sarg. Nach dieser erste Szene mit dem grandiosen Openingsong trifft Django auf seinem Weg durch die Einöde ein paar Halunken, welche gerade eine Frau auspeitschen. Ohne große Reden schießt Django die Meute über den Haufen und nimmt die Frau an die Hand. Im nächsten Kaff quartieren sie sich im örtlichen Salon/Puff/Hotel ein und Django wartet geduldig auf Major Jackson, Chef der gerade um genieteten Bande. Des Weiteren trifft Django noch auf seinen alten mexikanischen bekannten General Rodriguez mit dem er den Plan schmiedet, Major Jackson um ein paar Kilo Gold zu erleichtern. Nach dem Coup denkt Django dann mal wieder an sich selbst und will sich mit dem Gold aus dem Staub machen …

 

„Django“ verfügt über mehrere Plots, welche aber allesamt nicht sonderlich ausgereift sind. Eigentlich scheint es um die Rache an Major Jackson zu gehen, doch konzertiert man sich im Mittelteil eher auf die Beziehung mit den Mexikanern, während die anfangs gerettete Frau immer mal wieder auftaucht, dann aber wieder verschwindet. Eigentlich hätte die Story rund um Jackson völlig ausgereicht. Dafür kann der Film optisch so richtig punkten. Das Setting versprüht mit seinem trüber Wetter und schlammigen Pfaden eine tolle Endzeitstimmung. Dazu gesellt sich eine tolle Kameraarbeit, welche schnelle Zooms auf Close Ups Salonfähig machte. Hinzu kommen auch noch viele coole Shoot Outs wo z.B. Horden von Gesichtslosen Banditen mit einer MG über den Haufen geschossen werden und natürlich der grandiose Showdown auf dem Friedhof.

 

Bild:
Der Transfer ist leider sehr mittelmäßig und fragwürdig geraten. Wie die US Blu-ray hat man auch hier mit Fake Grain gearbeitet aber anschließend noch DNR (digital noise reduction) drüber gelegt. Dies sorgt dafür, dass das Bild matschig und unruhig wirkt. Bei Close Ups kann die Schärfe aber meistens überzeugen. Zudem „springt“ in ein paar wenigen Szenen die Intensität der Farbe von trüb zu leuchtend. Verschmutzungen und Blitzer sind ebenfalls noch zu sehen. 

Ton:
Hier schaut die Sache besser aus, wenngleich man natürlich nichts weltbewegendes erwarten darf. Immerhin hat der Film schon über 45 Jahre auf dem Buckel. Der Mono Mix lässt den tollen Soundtrack homogen wirken und alle Dialoge sind klar verständlich. 

Bonus:
Hier gibt es neben dem englischen Originaltrailer noch drei Features. Im ersten sprechen Franco Nero und Regieassistent Ruggero Deodato über die Figur Django und seine Kopien, während im zweiten und dritten Feature Franco Nero im Mittelpunkt steht und es mehr über seine anderen Western und der offiziellen Fortsetzungen „Django 2“ geht. Abschließend gibt es noch etwas Eigenwerbung von StudioCanal und die Blu-ray befindet sich in einem schicken schwarzen Keep Case samt coolem Cover. Alle Extras sind in SD gehalten.

 

FAZIT:
„Django“ ist ein karger, brutaler, dreckiger und kompromissloser Vertreter des Genre, welcher eine gehörige Portion Endzeitstimmung verbreitet. Leider erreicht er nicht die Klasse seines Vorbildes „Für eine Handvoll Dollar“, da die Charakterzeichnung zugunsten des Härtegrades gegen Null geht. Auch ist der Film bei einigen Szenen schlecht gealtert. Dennoch ist „Django“ schon alleine wegen der Performance von Franco Nero sehenswert und hebt sich damit vom Italo Western Einheitsbrei ab. Leider ist die Blu-ray bildtechnisch alles andere als gelungen, aber noch immer besser als die DVD.

Bild – 5/10
Ton – 7/10
Bonus - 7/10
Film – 7,5/10

[Diese Blu-ray wurde uns freundlicherweise von StudioCanal zur Verfügung gestellt]

[Review verfasst von Shagy]

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