Flash Gordon Serial 1-28

14. July 2004

Flash Gordon Serial 1-28

Die Flash Gordon Serie kann man wohl als Vorgänger der heutigen TV Serien sehen. Flash Gordon ist eine sogenannte Serial, die in Kinos vor dem eigentlich Hauptfilm liefen und immer mit einem Cliffhanger endeten. Das hatte zur Folge, dass viele Leute nur wegen der Serie ins Kino gingen und somit gab es für die Kinobetreiber meist ein nettes Zusatzeinkommen.

Originaltitel: Flash Gordon, Flash Gordon\'s Trip to Mars, Flash Gordon Conquers the Universe
Regie: u.a. Ray Taylor, Frederick Stephani, Ford Beebe
Darsteller: Buster Crabbe, Frank Shannon, Jean Rogers, Carole Huges, Charles B. Middleton
Laufzeit: ca. 657 Minuten (die Angabe auf dem Cover mit 675 Minuten ist falsch)
FSK: 12
Sprachen: Deutsch
Untertitel: -
Ton: 1.0 DD
Regionalcode: 2
Bildformat: Vollbild s/w
TV-Norm: PAL
Produktion: 2003
Vertrieb: e-m-s (Best Buy Movie)
Preis: 15 €

Die Flash Gordon Serie ist die Antwort von Universal auf die Buck Rogers Serie, die ebenfalls im Kinovorprogramm lief. Die nun Vorliegende Box von e-m-s beinhaltet die drei Staffeln der Kult Trash Science-Fiction Serie die hierzulande in den 80zigern im Bayerischen Fernsehen lief und später in einer neuen Fassung auf RTLplus. Diese letzte Fassung ist nun auf 4 DVD’s verteilt und zum Preis von 15 Euro recht günstig erhältlich.

Flash Gordon: 1-8
Die Menschheit steht kurz vor der Vernichtung. Aus den Tiefen des Alls nähert sich unaufhaltsam ein Planet auf Kollisionskurs dem Orbit der Erde. Professor Zarkov (Frank Shannon, „Batman und Robin“ 1943), Flash Gordon (Buster Crabbe, „Buck Rogers“ 1940) und Dale Arden (Jean Rogers) nehmen auf dem fernen Planeten Mongo den Kampf gegen den herrschsüchtigen Imperator Ming (Charles B. Middleton, div. „Dick und Doof“ und „Marx Brothers“ Filme) auf... Ming ist aber nicht die einzige Gefahr, den Mongo beherbergt noch weitaus mehr Feinde und Monster. Flash, Zarkov und Dale stehen jedoch nicht allein der bösen Macht gegenüber, denn auf Mongo finden sie in Prinz Barin und Vulcan auch Verbündete.

 

Flash Gordon\'s Trip to Mars: 9-20
Nachdem Ming überwältigt wurde, fliegen die drei Helden zurück zur Erde. Doch leider hält die Freude nicht lange an, da schon die nächste Gefahr die Erde bedroht. Eine außerirdische Macht entzieht der Erdatmosphäre langsam den Stickstoff, wodurch der Planet verwüstet wird. Diesmal führt die Reise aber nicht nach Mongo, sondern zum Mars wo in der Zauberin Azura ein neuer Gegner auf den Plan tritt. Flash, Dale, Zarkov, der Fotograf Happy und auch Prinz Barin (den sie dort wiedertreffen) müssen mit Hilfe der Töneren Menschen viele Gefahren bestehen, um am Ende siegreich zu sein. Neben bösen Baummenschen gibt es hier noch eine andere Überraschung...

 

Flash Gordon Conquers the Universe: 21-28
Nachdem Flash es schaffte, die Marsbewohner von deren Knechtschaft zu befreien kehrte er zurück zur Erde. Denn wie schon beim ersten Mal kommt es hier zu einer bösen Überraschung. Plötzlich häufen sich Todesfälle bei denen wo Menschen ohne Anzeichen einfach sterben. Nur ein purpurner Fleck auf der Stirn des Opfers zeugt von der grausamen Todesart. Flash und seine Freunde starten zum letzten mal Richtung Mongo, um dem Bösen endlich einhalte zu gebieten. Nachdem Flash in der Eiswüste Mongos ein Gegenmittel gefunden hat, beginnt der letzte Kampf gegen Ming!

 

Die Geschichten sind wundervoll Naiv erzählt und sind natürlich unfreiwillig komisch. Es ist echt lustig den Theorien von Zarkov und Ming zu folgen. So gibt es Unsichtbarkeitsstrahlen, div. Todesstrahlen oder Hitzestrahlen. Auch die Special Effekte sind sehr liebevoll, wenn auch arg peinlich. So haben die Raumschiffe Wunderkerzen als Antrieb und hängen deutlich an Seilen. Auch sind die Bauten nur aus Pappe und die ganzen Armaturen bestehen nur aus billigen Drehknöpfen und Schaltern die überall gleich aussehen (Zarkov muss sich ja auch gleich überall zurecht finden können *grins*).
In den Monstern stecken meist wie bei Godzilla Menschen und die Drachen sind normale Leguane mit aufgeklebten Hörnern. Die Kostüme der Akteure sehen denen der Ritterzeit sehr ähnlich, sind aber auch hier sehr liebevoll umgesetzt wie auch die anderen Kostüme von den Steinmenschen, Tönernen Menschen oder Robotern. Hier hält sich die Serie vom Aussehen her ziemlich nahe an den Comic. Die Dialoge sind ebenfalls recht billig und wirken sehr improvisiert, wie auch die Faustkämpfe, die mehr mit einer kleinen Rangelei zu vergleichen sind. Von Choreographie ist hier nicht viel zu sehen.
In den folgenden beiden Staffeln kommen dann aber auch eindrucksvollere Bauten zum Einsatz und besonders die Marsstadt schaut schon ziemlich toll aus. Auch zu bemerken sind natürlich die vielen Logikfehler bei den Effekten und der Story, diese sind aber zu verschmerzen, da damals eben noch nicht sehr viel über das Weltall gewusst wurde. So gibt es auf dem Mars Bäume, Sauerstoff oder im Weltall Wolken. Die Schauspieler sind eigentlich ziemlich schlecht und nur die Hauptdarsteller, allen voran Buster Crabbe als Flash und Charles B. Middleton als Ming, können überzeugen. Die Darsteller agieren hölzern und teilweise völlig Emotionslos. In der zweiten Staffel hat ein Fotoreporter Namens Happy einen Auftritt. Dieser ist ziemlich tollpatschig und sollte wohl für einige Comedyeinlagen sorgen, was aber nicht sonderlich gut geklappt hat. Deshalb wurde der Charakter wohl auch in der dritten Staffel wieder gestrichen. Ebenfalls gestrichen wurde der alte Darsteller von Prinz Barin, der einen neuen Schauspieler erhalten hat. Dieser ist nur halb so dick und auch vom Charakter her völlig anders. Ebenfalls neu ist Carole Huges in der Rolle der Dale Arden. Schade. In der deutschen Syncro gibt es ebenfalls einige Änderungen. So haben Zarkov und Ming neue (schlechtere) Sprecher erhalten.

 

Noch was zur Serie allgemein: Die einzelnen Folgen laufen um die 20-25 Minuten und beginnen immer mit einer Rückblende die mir eindeutig zu lang ist. Auch wurde immer der gleiche Vorspann von der ersten Staffel genommen, obwohl neue Charaktere hinzu kamen und einige ausgetauscht wurden (z.B. Dale Arden). Die größte Änderung ist jedoch, dass die Cliffhänger in den ersten beiden Staffeln fehlen. Diese waren der eigentliche Reiz der Serie und nehmen einiges von der Spannung. Die Serie wurde von RTLplus komplett zusammengeschnitten und dann in 28 Folgen zerteilt und umgeschnitten. Im Original sind es 40 Folgen (13 + 15 +12). In der Originalversion gab es auch keine gesprochene Rückblende, sondern eine Laufschrift ähnlich Star Wars. Schade dass die erste deutsche Version es nicht auf DVD geschafft hat, denn diese war wie das Original geschnitten. Wer wirklich die Originalversion haben will, muss zur US Version des Labels „IMAGE Entertainment“ greifen. Wer mit den kleinen Schnitzern leben kann sollte sich aber die Box von e-m-s kaufen. Von den UK DVD’s ist abzuraten. Diese bieten zwar die Cliffhanger, jedoch wurde die Serie ziemlich gekürzt. Ein Cliffhanger ist im übrigen eine ausweglose Situation des Helden. Sprich, während der Held in einer unterlegenen Situation ist, endet die Folge.

Bild:
Vom Bild darf man natürlich nicht allzu viel erwarten. Immerhin ist das Master fast 70 Jahre alt. So gibt es halt sehr viele Verunreinigungen, Bildfehler, Aussetzer und verrauschtes, unscharfes Bild. Zudem ist leider die letzte Staffel zu dunkel. Das Bild ist natürlich in schwarz/weiß.

Ton:
Beim Ton darf man auch nicht zuviel erwarten. Die Dialoge sind jedoch sehr gut mit den Hintergrundgeräuschen und Hintergrundmusik abgemischt. Die Musik trägt zudem zur Spannung bei und ist halt typisch im 30iger Jahre Stil. Die deutsche Syncro ist im übrigen sehr gut! Leider bekamen Zarkov, Ming und Barin in der letzten Staffel neue Stimmen die nicht ganz mit den alten mithalten können. Einen englischen Originalton gibt es leider nicht.

Bonus:
Viel gibt es nicht. Woher sollte das Bonusmaterial auch kommen. So gibt es nur Texttafeln zu den Schauspielern Buster Crabbe, Frank Shannon, Jean Rogers und Charles B. Middleton. Dann noch einige Trailer zu Best Buy Movie Filmen und Infos zur Serie im allgemeinen (aber auch nicht sehr ausführlich). Leider sind auf allen 4 DVD’s die gleichen Extras und neue Darsteller wie z.B. Jean Rogers und Carole Huges als Dale Arden wurden nicht berücksichtigt. In der ersten Auflage (limitiert auf 1000 Stück) gibt es zudem noch einen hübschen, wenn auch dünnen, Pappschuber. Hier noch die vier Einzelcover:

    

Fazit:
„Flash Gordon“ ist Trash in Reinkultur und eigentlich gehört diese Box in jede Sammlung eines Filmfans. Die Geschichten sind spannend inszeniert und die Effekte strotzen nur so vor Einfallsreichtum. Zudem fasziniert der naive Charme der Serie und es ist eine Freude den Darstellern zuzusehen wie sie völlig Ernst bei der Sache sind. Wer eine Aversion gegen s/w hat kann natürlich auch zum knallbunten 80ziger Jahre Remake greifen, aber den einzig wahren Flash Gordon Buster Crabbe sieht man nur hier! Wer „Plan 9 from outer space“ liebt sollte zugreifen und vielleicht kommt ja auch noch die \"Buck Rogers\" Seriel hierzulande auf DVD raus.

Bild - 2/10
Ton – 3/10
Bonus - 2/10
Film – Kult!

 

[Review verfasst von Shagy]