Intro:
Trotz eines beeindruckenden Regiedebuts mit dem Streifen The Virgin Suicides gelang der Jungregiesseurin Sofia Coppola erst mit ihrem 2003 erschienenen Film Lost In Translation der internationale Durchbruch. Kritiker, wie auch Zuschauer, waren mehr als begeistert und sorgten dafür, dass der Streifen auch an den Kinokassen ein Hit wurde. Zur Belohnung gab es dann nicht nur 3 Golden Globes (bester männlicher Schauspieler in der Kategorie Comedy/Musical, bestes Drehbuch und bester Film in der Kategorie Comedy/Musical.), sondern auch einen Oscar in der Kategorie bestes Drehbuch. Diesen könnte man auch als das finale i-Tüpfelchen bezeichnen, der selbst dem letzten Zweifler die Augen öffnen müsste. Zusammen mit ihrem Vater Francis Ford Coppola, der als ausführender Produzent fungierte, den charismatischen Bill Murray und der Newcomerin des Jahres Scarlett Johansson erschuf sie ein zeitloses Meisterwerk, welches auch noch in ein paar Jahren mehr als aktuell wirken wird.


Story:
Flüchtige Begegnungen im Leben gibt es wie Sand am Meer. Sofia Coppolas Lost In Translation erzählt eine von diesen...
Bob Harris ist ein Mitt-50er, der seine besten Jahre als Schauspieler schon längst hinter sich hat. Gerade deswegen nahm er wahrscheinlich auch den 2 Millionen Werbedeal einer japanischen Whiskey Firma an. In Japan eingetroffen merkt Bob, dass er in einer Welt angekommen ist, die ihm eigentlich gar nicht liegt. Der Jag Lag, die nervenden Japaner und der Konflikt mit seiner Frau sind nur ein paar der Probleme mit denen er in dieser Zeit zu kämpfen hat. Eines Nachts begegnet er dann der jungen Charlotte, die ebenfalls unter den Folgen des Japanaufenthaltes leidet. So bahnt sich im Laufe der Zeit eine intensive Beziehung zwischen den beiden an, die beide in die unterschiedlichsten Situationen bringt. Was am Ende mit den Beiden passiert und ob sie vielleicht sogar zusammenkommen, erfahrt ihr erst beim Gucken der DVD!

Bild:
Aus einem mir nicht bekannten Grund ist die Qualität des Bildes mehr als mies. Das ist vorallem deswegen schade, da Lost In Translation einige unglaubliche Szenen der japanischen Hauptstadt bietet, die visuell gesehen einfach nur atemberaubend sind. Da hätte man wirklich mehr draus machen können!
Sound:
Lost in Translation zeichnet sich nicht gerade durch seinen superben und weltbewegenden Soundtrack aus, aber alles das, was zu hören ist, ist stets klar und sauber. Da hat man schon schlechteres gesehen.
Extras:
Überraschenderweise bietet die Lost In Translation DVD mehr als genug Bonusmaterial. Zu diesen Extras zählen unter anderem auch die Darsteller-Infos in Form von Textseiten, der Blick hinter die Kulissen, Deleted Scenes, ein Gespräch mit Bill Murray und Sofia Coppola, das Kevin Shields Musikvideo (namens City Girl), ein Making Of, ein Commercial einer Fluggesellschaft, weitere Interviews und ein Ausschnitt aus Matthews Best Hit Show. Vor allem das letzt genannte Extra ist auf jeden Fall einen Blick wert. Es zeigt 4 ½ Minuten aus einer typisch japanischen TV-Show, die man auch schon kurz im Film zu sehen bekommt. Für Lacher ist also auf jeden Fall gesorgt!
Fazit:
Lost In Translation ist ganz großes Kino! Sofia Coppolas Meisterwerkt bietet von traurigen bis hinzu herzzerreissenden lustigen Szenen, alles was das Herz begehrt. Besonderes Lob gilt vorallem den grandiosen Bill Murray, der wieder einmal eine fantastische Leistung darbietet. Meiner Meinung nach hätte der alternde Ghostbuster auch den Oscar für diese Rolle verdient gehabt; doch war die Academy mal wieder anderer Meinung. Auf jeden Fall sorgt der Film für knapp 100 Minuten ausgezeichneter Unterhaltung und sollte in keiner guten DVD Sammlung fehlen!
Bild: (6/10)
Sound: (8/10)
Extras: (9/10)
Film: (10/10)
Regie: Sofia Coppola
Darsteller: Bill Murray, Scarlett Johansson, Anna Faris, Giovanni Ribisi
Laufzeit: ca. 97 Min.
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Ton: 5.1 DD
Regionalcode: 2
TV-Norm: PAL
Produktion: 2003
Vertrieb: Highlight
Preis: ca. 20 Euro
Shagy meint:
Ich bin ein großer Bill Murray Fan aber ging völlig falsch an den Film ran und erst beim zweiten mal sehen wurde mir klar was der Film will. Die Geschichte ist banal wie realistisch und eigentlich belanglos. Zwei Menschen irgendwo in der Welt treffen sich zufällig die sich langsam näherkommen. Ihre Einsamkeit und Verlorenheit bringt sie zusammen. Eine wirkliche Story gibt es nicht...nur Momente und Augenblicke. Alles ist langsam und mancheiner fühlt sich gelangweilt. Doch der Film gibt einem selbst innere Ruhe und lässt einen für 1 1/2h abschalten, zudem kann so etwas jedem selbst passieren. Auch übertreffen sich die Darsteller selbst. Der Film ist ergreifend und Coppola zeigt die Liebe nicht aufs körperliche reduziert...alles wirkt schüchtern. Und die Liebeserklärung an Tokyo rundet den Film perfekt ab. Die Stadt ist die perfekte Kulisse für dieses Film, da so die Verlorenheit sehr gut rüberkommt. So kann man sogar von einer fremden Welt und nicht nur Stadt reden. Auch schaffte es Coppola die japanische Mentalität nicht ins lächerliche zu ziehen oder zu überzeichnen, um darauf Comedy aufzubauen. Man darf aber nicht den von Murray öfters gezeigten Slapstick erwarten...er ist reifer geworden genau wie seine Komik. Eine wundervolle Tragikkomöde, die ich so dem US Kino nicht zugetraut hätte.
9,5/10