“Nazi Punks Fuck Off!” Mit solch einem Song in einem Nazi Club sein Set zu eröffnen zeugt von Mut und einem Hauch von Leichtsinn. Dennoch ist dies nicht der Grund der Eskalation im Belagerungsfilm mit dem tragisch verstorbenen Anton Yelchin von Regisseur Jeremy Saulnier (“Blue Ruin”).
Originaltitel: Green Room
Regie: Jeremy Saulnier
Darsteller: Imogen Poots, Alia Shawkat, Anton Yelchin, Patrick Stewart, Mark Webber, Eric Edelstein, Macon Blair
Laufzeit: 95
FSK: 18
Ton: dts-HD 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch
Regionalcode: B
Bildformat: 2,40:1 (1080p)
Produktion: 2015
Erschienen: 07.10.2016
Vertrieb: Universum Film
Preis: 13€
Film:
Die Band “Ain´t Rights” lebt den Traum einer Punk Band. Man pennt hauptsächlich im “Tourbus” oder bei den Fans, klaut mangels Kohle Benzin und hangelt sich irgendwie zum nächsten Gig in der Hoffnung ein bisschen Kohle oder ein warmes Essen zu bekommen. Und da man in der Not auch mal in den sauren Apfel beißen muss, nimmt die Band einen Gig in einer am Arsch gelegenen Kneipe an, wo Neo Nazis das sagen haben. Nachdem man den Gig dort trotz aufgeheizter Stimmung (kein Wunder, wenn man einen Protestsong zum Besten gibt) über die Bühne gebracht hat und sich schon wieder auf den sicheren Straßen sieht, stolpert man zufällig über eine Leiche.

Nach ein paar kleineren Raufereien verschanzt man sich nun im Backstage Bereich, wo es mittlerweile auch dem Letzten klar sein dürfte, dass es hier keinen friedlichen Ausweg mehr gibt. Was nun folgt ist für das Publikum ungeschwächte und heftige Gewalt, welche voll einschlägt. Man sollte aber keinen Splatterfilm erwarten, da diese Szenen nicht übermäßig oft zustande kommen. Da der Chef des Clubs (herrlich trocken - Star Trek Captain Patrick Stewart) keinen Bock hat, nach getaner Arbeit die Munition wieder einzusammeln, werden nämlich Macheten und Kampfhunde als bevorzugte Waffen eingesetzt. Geboten wird einem hier also klassischer Exploitationfilm, welcher noch ein paar zynische Elemente aufweist.
“Green Room” ist dabei extrem geradlinig und versucht auch gar nicht erst, dubiose Haken oder Wendungen einzubauen. Aber genau dieser Fokus sorgt 90 Minuten lang für Spannung und extreme kurzweil. Ebenfalls ein großer Pluspunkt ist die detaillierte Wiedergabe der Szene, was dem Film einen realistischen Look verleiht. So passen Klamotten, Hierarchien, Musik oder Gehabe ohne klischeehaft zu wirken.

Bild:
Ob Stilmittel oder nicht, das Bild passt sich der Szenerie an und kommt ziemlich “dreckig” daher. Das Bild ist dunkel, bietet eher mäßigen Kontrast, ist ab und an grobkörnig und auch die Schärfe ist High Def unwürdig.
Ton:
Hier konzentriert man sich fast ausschließlich auf die Frontlautsprecher und direktionale Effekte bekommt man eher selten zu Gehör.
Bonus:
Zwar findet man fünf Features auf der Disc, doch sind diese mit einer Lauflänge von jeweils unter zwei Minuten nicht sonderlich ausführlich. Ein bisschen was über die Subkultur erfährt man aber dennoch.

FAZIT:
“Green Room” ist ein kleines, feines und vor allem dreckiges Genre Filmchen, was sich Fans von Filmen wie “Assault - Anschlag bei Nacht” (hier unser Review zum auch sehenswerten Remake) nicht entgehen lassen sollten! Zwar ist der Film geradlinig und bietet keinerlei Nennenswerte Wendungen, doch an Spannung mangelt es dem Belagerungsfilm nicht. Zudem wurde die Szene sehr detailliert wiedergegeben und überzeugt mit realistischen Outfits, Songs und Einblicken in die Befehlsketten.
Bild - 6/10
Ton - 5/10
Bonus - 3/10
Film – 9/10
[Diese Blu-ray wurde uns freundlicherweise von Universum Film zur Verfügung gestellt]
[Review verfasst von Shagy]