Es scheint fast so, als ob Deutschlands Vorzeigeregisseur Roland Emmerich etwas gegen New York hat. In seinen 97er Megahit Independence Day ließ er den Big Apple mit Hilfe von schlecht gelaunten Aliens komplett ausradieren und in seinen erst vor kurzem veröffentlichten Katastrophenfilm The Day After Tomorrow wurde die Stadt, die niemals schläft durch eine gigantische Welle überschwemmt und anschließend unter Schnee bedeckt. Zwischen diesen beiden Filmen gab es aber noch einen weiteren Streifen, in dem New York wieder in Mitleidenschaft gezogen wurde. In der 98er Neuauflage des japanischen Kultfilms Godzilla sorgt eine riesige Echse für reichlich Wirbel an der amerikanischen Ostküste...
Es kommt doch auf die Größe an...
Godzilla ist wahrscheinlich einer der populärsten Charaktere, die die japanische Kultur je zustande gebracht hat. Durch die unzähligen von Filmen ist Godzilla weltweit zu einen der bekanntesten Kultobjekte geworden. Dies erkannte wohl auch Emmerich, der sich in den 90er Jahren dazu entschloss eine moderne und aktuelle Version der Megaechse zu erschaffen. Statt, wie in den japanischen Originalen auf einen Typen im Monsterkostüm zu setzten, sollten dieses Mal die Special Effects für die Darstellung des Monsters sorgen. Ob das finale Resultat nun überzeiugt, ist Ansichtssache. Dank der Amerikanisierung sieht Godzilla eher aus, wie ein zu groß geratener T-Rex, was allerdings nicht gleichzeitig heisst, dass es nun direkt mies aussieht. Die ganze Erscheinung ist schon echt imposant, jedoch erreicht die neue Version nie den Charme des Ur-Godzillas. Auch der Schauplatz hat sich inzwischen geändert. Dieses Mal wütet Godzilla nicht durch die japanische Hauptstadt Tokio, sondern sorgt in Amerikas berühmtester Stadt New York für Angst und Schrecken. Naja, thats Hollywood...

BILD: (8/10)
Das Bild weist schon eine gewisse Unschärfe auf und kann auf keinen Fall mit aktuellen Filmen mithalten. Diese Unschärfe ist aber wahrscheinlich auf das bereits relativ hohe Alter der Disc zurückzuführen. Alles in allen stört die relativ schlechte perfekte Bildqualität aber nur geringfügig.

SOUND: (10/10)
In diesem Bereich zeigt sich die DVD von ihrer guten Seite. Der Sound ist sauber und rauschfrei. Es gibt absolut nichts zu bemängeln. Hinzu kommt noch, dass der Film über einen genialen Soundtrack verfügt, der unter anderem solch berühmte Interpreten, wie Puff Daddy oder Jamiroquai beinhaltet.
BONUS: (6/10)
Neben einigen netten Trailern, einen Kommentar der Special Effects Macher, einem Musik Video, mehreren Infos über die Akteure und den Regisseur und zwei Foto Galerien gibt es noch eine nette Dokumentation, die durchaus zu gefallen weiß. Aber so schnell man sich die Extras auch angeschaut hat, so schnell hat man sie auch wieder vergessen!
FAZIT: (7/10)
Roland Emmerichs Godzilla Version ist eigentlich ein typischer Hollywoodfilm: Neben einer etwas lauen Story gibt es etliche Special Effects, Explosionen und natürlich eine Lovestory. Trotz allem bleibt Godzilla tolles Popcornkino für zwischendurch und überzeugt auch durch die sympathischen Charaktere, die mehr als nur Randfiguren darstellen (vor allem Jean Reno als französischer Geheimagent!!!). Star des Films bleibt aber immer die mächtige Echse, die alle bisherigen Filmmonster in den Schatten stellt!
Regie: Roland Emmerich
Darsteller: Matthew Broderick, Jean Reno, Michael Lerner, Maria Pitillo
Laufzeit: ca. 133 Min.
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Polnisch, Tschechisch, Ungarisch, Isländisch, Hindi, Hebräisch, Türkisch, Dänisch, Schwedisch, Finnisch, Norwegisch, Holländisch, Griechisch
Ton: 5.1 DD
Regionalcode: 2
TV-Norm: PAL
Produktion: 1999
Vertrieb: Columbia TriStar
Preis: ca. 7,99 Euro
Hier noch ein Bild vom japanischen Ur-Gojira:
[verfasst von Dimi]
Shagy meint:
Emmerichs Version von Gojira kann eigentlich nur als Beleidigung gegenüber dem Original gesehen werden. Zum einen bekommt die Mischung aus Leguan und T-Rex keinerlei Sympathiepunkte, zum anderen strotz die Story nur so von Logikfehlern und miesen Darstellern. Matthew Broderick spielt mal wieder ohne Charakter und setzt in jeder Szene seinen Hundeblick zu schau und Maria Pitillo könnte auch mal zur Gesichtsmassage gehen, um wenigsten ein bisschen Charakter zu zeigen. Die einzig löbliche Ausnahme ist mal wieder Jean Reno, der hier aber völlig unterfordert wird und man sich frag weshalb er in so einem Machwerk vertreten ist. Hier stimmte wohl das Geld. Anstatt eine schöne Hommage zu drehen, stolpert der Film von einer Krawallszene zur aufgesetzten Lovestory und wieder zurück. Zudem ist der Film mit 133min einfach zu lang und dadurch langweilig, öde, einschläfernd etc... Das dann zum Schluss noch fröhlich bei Jurassic Park geklaut wird ist mehr als peinlich und sollte wohl dem Zweck einer Fortsetzung dienen, die hoffentlich NIE kommen wird! Selbst wenn der Film nichts mit Godzilla zu tun hätte und es ein anderes Monster wäre, würde der Film nur peinliches, verblödendes Popcorn Kino sein. Das Geld hätte man lieber Toho geben sollen, denn die hätten daraus viele geile Trash Filme gemacht die auch Spaß machen. Kauft euch für das Geld lieber 3 alte Godzillas auf DVD und laßt dieses Machwerk von Emmerich links liegen!
3/10