Resident Evil: The Movie

10. March 2005

Resident Evil: The Movie

Am 22.03.2002 startete der erste Resident Evil-Film auf den Leinwänden in den deutschen Kinos. Wir nehmen uns nun noch mal die DVD zum 1. Teil genauer unter die Lupe und sagen euch, ob der Film auch das hält bzw. einhalten kann, was die dazugehörige und sehr beliebte Spieleserie alles verspricht.

 



Originaltitel: Resident Evil
Regie: Paul W. S. Anderson
Darsteller: Milla Jovovich, Michelle Rodriguez, Eric Mabius, James Purefoy, Martin Crewes, Colin Salmon
Laufzeit: ca. 96 min.
Erscheinungstermin: 10.03.2003
FSK: 16
Sprachen: Deutsch und Englisch
Untertitel: Deutsch (für Hörgeschädigte) und Englisch
Ton: Dolby Digital 5.1
Regionalcode: 2
Bildformat: 1,85:1 (16:9 anamorph codiert)
TV-Norm: PAL
Produktion: 2002
Vertrieb: Constantin Film / universal film
Preis: 10 €

Story:
\"In naher Zukunft ist die Umbrella Corporation der weltweit größte Konzern. Dieser beherrscht sämtliche Consumer-Märkte. Aber das wirklich große Geld verdient die Firma aber in anderen Bereichen wie beispielsweise in der Rüstungsindustrie und der Gentechnik sowie Manipulation. In einer riesigen unterirdischen Forschungsanlage, die wie eine Bienenwarbe gebaut ist und sich „Hive\" nennt, werden garstige Viren zusammengebaut und entwickelt, die besser nicht an das tageslicht gelangen sollten. Aber, wie es nicht anders üblich ist, gelingt durch eine nebulöse Verschwörung der grässliche und sehr gefährliche T-Virus doch in das Belüftungssystem des Hives. So werden alle Türen verriegelt und ein Gas freigesetzt, was den Virus aufhalten soll. Keiner der Umbrella-Mitarbeiter kommt mehr raus, und schon bald sind alle tot.\"

 


Der Film setzt sich dann wieder in einem mysteriösen Herrenhaus fort, wo die leicht bekleidete Alice (Milla Jovovich) in der Dusche auf dem Boden aufwacht und einen Gedächtnisverlust bei sich feststellt. Ähnlich geht es auch dem Mann, auf den sie wenig später trifft. War dies denn vielleicht ihr Ehegatte? Zum Überlegen bleibt keine Zeit, denn kurz darauf stürmt auch schon ein Trupp von Marines (unter ihnen auch Michelle Rodriguez als Tough-Lapidare Rain) das Gebäude und nimmt Beide vorerst gefangen und führt sie bei der Mission, den Hive-Zentralcomputer, die Red Queen, der die gesamte Firma überwacht, lahm zu legen, kurz entschlossen mit. Im Hive selbst dann angekommen, stellt man schnell fest, dass sich die Red Queen nicht gerne reinlegen lässt und kurzerhand in einer Schleuse einige Leute des Marines-Trupps durch eine Lasersicherung tötet. Noch viel verheerender als die tödlichen Sicherheitsfallen ist aber das eigentlich tote Personal des Hives (darunter auch u. a. Heike Makatsch). Denn das T-Virus hat alle durch das Gas getöteten Mitarbeiter in bissige und fleisch- sowie blutgierige Zombies verwandelt, und sie greifen selbstvergessen alles an, was nach frischem Blut riecht. Natürlich verwandelt sich jeder, der gebissen bzw. infiziert wurde, selbst mit der Zeit in einen Zombie, da der Virus durch mehrere Bisse immer weiter in Körper vordringt. Und dann ist da noch dieses Monstervieh, das unter Einfluss des Virus in immer schrecklichere und größere Formen ummutiert.

Aus der Perspektive eines Unbedarften betrachtet, ist der Film eine mehr als solide und auch recht gelungene Genrearbeit. Schauspielerisch mehr als in Ordnung, hält dieser ordentlich die Waage zwischen guter Spannung, regelmäßiger Action und deftigen Horror-Einlagen. Der Gore-Faktor ist relativ hoch gehalten. So steckt eine Mitarbeiterin der Firma in der Fahrstuhltür und wird halbiert, auch wenn dies nicht voll sichtbar im Film ist und ausgeblendet wird kurzerhand. Es gibt massig Kopfschüsse, ordentlich Blutbäder und nicht zuletzt wilde Kugelhagel aus den MGs. So verliert in der bereits oben schon genannten Szene mit der Schleuse und der dort vorhandenen Laserfalle einer von dem Marine-Trupps seine Finger, eine andere ihren Kopf, einer wird einmal durchgetrennt und der Boss wird schließlich würfelig geschnitten. Die Digital-Effekte sind zwar nicht von spektakulärer Klasse, befinden sich aber doch absolut im ordentlich Bereich, auch wenn man durchaus gern mal in der einen oder anderen Szenen mehr zu sehen bekommen hätte. Moderne Aktionen, wie beispielsweise die Fallweise mit der Martial-Arts-Einlage von Alice, wobei sich Milla wirklich sehr gut macht, fehlen auch nicht. Auch das offene Ende ist richtig erfrischend und man wartet somit schon in purer Spannung auf den nächsten Film zu Resident Evil, um endlich zu wissen, wie es nun weitergeht…

In gewisser Hinsicht lässt sich sogar etwas eingedämmt sagen, dass \"Resident Evil\" sogar teilweise kleinere Parallelen zu George A. Romeros \"Day Of The Dead\" beinhaltet.

 


Bild:
Dem Zuschauer wird ein gestochen scharfes und durchaus recht düster wirkendes Bild geboten. Der Kontrast ist auf hohem Niveau gehalten, was sich bei diesem Genre von Film auch meist als besonders wichtig darstellt. Zudem wirkt das Bild etwas steril und somit auch kalt, sowie es auch letztendlich sein sollte. Allerdings sind während der ruhigen Augenblicke des Films für den Zuschauer auch leider Bildrauschen und Nachzieheffekten zu erkennen. Ob diese Mängel des Bildes dem Transfer zugeschrieben werden können oder als Stilmittel eingesetzt wurden, sei an dieser Stelle mal dahingestellt. Nachzieheffekte treten jedenfalls nur sehr selten auf.
Bleibt zum Schluß noch einmal zu erwähnen, dass Constantin Film ein deutsches Master bei Resident Evil zur Verfügung stehen hatte, um so die schriftliche Einleitung im Vorspann in Deutsch erfolgen zu lassen. Allerdings bleibt ein weiteres Manko des Films, dass der Zuschauer nicht per Multi-Angle-Funktion zwischen Deutsch und Englisch hin- und herwählen kann.

Ton:
Der Ton ist auch sehr ausgewogen über den gesamten Film hinweg und bietet immer wieder feine Kleinigkeiten. So gibt es immer und immer wieder während des Films brisante und richtig fett schmetternde Gitarrenriffs von Slipknot, Marilyn Manson, Rammstein & Co. auf die Ohren sowie dann auch mal wieder richtig schaurig ruhige Abschnitte, worauf dann aber direkt wieder ein wuchtiges Geräuschgewitter meist folgt. Auch das Gestöhne von den Zombies ist positiv gelungen.

Bonus:
Es gibt vom Film drei verschiedene DVD mit unterschiedlichen Ausstatungen. An Bonis wird dem Zuschauer auf der Single DVD ein komplettes Making-Of zum Film geboten, welches etwas länger als eine halbe Stunde dauert sowie noch einige zusätzliche Filmtrailer und TV-Spots zum Film selbst. Zudem gibt es die Single Disk noch in einem schönen Bloodpack. Wer mehr Infos haben möchte, sollte jedoch zur doppel DVD greifen. Hier bekommt man noch etliche Making Ofs wie z.B. \"Vom Game zum Spiel\", ein alternatives Ende, massig Interviews, eine Fotogalerie sowie einige Texttafeln zu den Darstellern. Als Hiddenfeature gibt es als Zugabe noch einen Trailer zum Spiel \"Resident Evil: Zero\" und noch ein paar Probeaufnahmen.

  • Hidden Feature #2 [Auf Menüpunkt Trailer gehen und nach links drücken: \"Resident Evil Zero\"- Game Trailer
  • Hidden Feature #3 [Ins Menü \"Hinter den Kulissen\" gehen und die Tastenkombination \"12\", \"17\" und \"7\" eingeben: Weitere Hinter den Kulissen Aufnahmen]
  • Hidden Feature #4 [Ins Menü \"Die Entstehung\" gehen und die Tastenkombination \"12\", \"17\" und \"7\" eingeben: Man kommt in ein Untermenü:]

Ein anderes Hiddenfeature befindet sich auf der ersten DVD des Sets:

  • Hidden Feature #1 [Ins Menü \"Extended Evil\" gehen und die Tastenkombination \"12\", \"17\" und \"7\" eingeben: Man kommt in ein Untermenü \"Extended Evil Featurettes\"]

 


FAZIT:
Im Gesamten bleibt zu sagen, dass Resident Evil ein solider und durchaus unterhaltender Film mit einigen schönen Horror-Szenen bzw. Effekten ist. Allerdings wurde insgesamt zu wenig aus der Atmosphäre des Spiels gemacht. So knüpft der Film fast überhaupt nicht an die Serien-typischen Merkmale an geschweigedenn setzt diese ordentlich um. Einzig das Ende bietet eine wirklich Resident Evil-typische Art und Weise. Ansonsten spielte der gesamte Film im riesigen Umbrella-Komplex unter der Erde. Die RE-Fans selbst hätten sich hier wohl lieber eine Geschichte in Raccoon City gewünscht, wie es diese auch in den Spiele-Teilen 1 bis 3 gibt mit massig Zombie- und Monsterbruten sowie einer Horror- und Splatterszene nach der Anderen. Doch für richtige Resident Evil-Fans ist dieser Film trotzdem ein absolutes Must-Have in der DVD-Sammlung. Und auch alle Anderen nicht so Resident Evil-begeisterten Leute können sich den Film ruhig mal anschauen bzw. erstmal ausleihen, bevor man ihn dann letztendlich kauft. Man wird wirklich keineswegs enttäuscht werden. Unter’m Strich bleibt nur noch zu sagen, dass der Film zur Spiele-Horror-Saga eine durchaus geglückte und effektive Videospiel-Verfilmung ist.

Bild - 8/10
Ton - 9/10
Bonus - 4/10 bzw. 7,5/10
Film – 7,5/10

[Review verfasst von Sir_Manu]

Shagy meint:
Lasst uns mal logisch nachdenken. Ein Zombie-/Horrorfilm der eine Freigabe Ab 16 hat? Genau! So was kann einfach nicht funktionieren. Hier fehlt einfach alles, was einen guten Film im Genre ausmacht. Keine Schockeffekte und kein Splatter – wohl ein kleines Zugeständnis an die Zielgruppe *hust*. Dafür bekommt man unterirdische Darsteller, eine löchrige und vorhersehbare Story, mäßige Effekte und das einzige positive ist Milla kurz nackt zu sehen. Der Film plätschert halt vor sich hin, ohne Höhepunkte, keinerlei Atmosphäre und er ist nicht einmal als Popcorn Kino zu gebrauchen. Hochglanz B-Movie, welcher nur durch den Namen Erfolg hat und zum anderen dem Spiel nicht gerecht wird. Eigentlich müsste jeder Resi Fan den Film hassen, doch sie lieben ihn...verstehe das wer will. Ich schau mir da lieber einen Low Budget Film an. Denn dort steckt wenigstens noch liebe drin und ist kein Zielgruppengerechter Schwachsinn. Paul Anderson hat eigentlich durch Mortal Kombat und Event Horizen ziemlich viele Sympathien, doch hier hat er einfach nur Mist zusammengedreht und geschrieben.

4/10