Duel Project: 2LDK vs Aragami

21. April 2005

Duel Project: 2LDK vs Aragami

Es waren einmal zwei mehr oder weniger gute/gehype Regisseure die eine Idee hatten. Warum sollten sich immer nur die Protagonisten in Filmen Duellieren? So beschlossen beide ein Filmisches Duell auszutragen. Gesagt getan. Bedingungen? Nur eine Location und zwei Darsteller! Während Yukihiko Tsutsumi einen Zickenterror drehte, entschied sich Ryuhei Kitamura für einen traditionelles Duell zwischen zwei Samurai.

 

 

2LDK

Originaltitel: 2LDK
Regie: Yukihiko Tsutsumi
Darsteller: Maho Nonami, Eiko Koike
Laufzeit: 67min
FSK: Keine Jugendfreigabe
Sprachen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Ton: dts, DD 5.1, Japanisch nur DD 2.0          
Regionalcode: 2
Bildformat: 1,75:1
TV-Norm: PAL
Produktion: 2002
Vertrieb: REM/Alive AG
Preis: 20€

Aragami

Originaltitel: Aragami
Regie: Ryuhei Kitamura
Darsteller: Takao Osawa, Masaya Kato
Laufzeit: 76min
FSK: Keine Jugendfreigabe
Sprachen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Ton: dts, DD 5.1, Japanisch nur DD 2.0           
Regionalcode: 2
Bildformat: 1,75:1
TV-Norm: PAL
Produktion: 2002
Vertrieb: REM/Alive AG
Preis: 20€

 

2LDK

Story:
„1 Nacht + 1 Raum + 2 Schauspielerinnen + Die Frage: Wer bekommt die Rolle?“

 

Damit wäre eigentlich alles schon gesagt, denn mehr Story gibt es nicht. Die zwei angehenden Darstellerinnen befinden sich im Finale eines Castings und eine von beiden bekommt letztendlich die Rolle in einem Fernsehfilm. Nun hat der Regisseur beide in die Wohnung (2ldk = 2 Zimmer, Bad, Küche) seiner Geliebten gesteckt, wo sie nun eine Nacht zu zweit verbringen müssen. Wie unter Frauen üblich - Achtung Klischee - regiert natürlich der Neid auf den jeweils anderen und es wird ordentlich zumgezickt. So ist Lana (Maho Nonami) eine reiche Tussi und lebt den Luxus, während Nozomi (Eiko Koike) das typische Mädel vom Lande und eher das unerfahrene Mauerblümchen ist. Natürlich können sich beide nicht riechen, was sie sich allerdings anfangs nicht anmerken lassen. Beide sind typisch japanisch höflich zum anderen, aber im Inneren brodelt es schon gewaltig. Die bösartigen Gedanken aus dem Off sind nämlich nicht von schlechten Eltern und lassen schon einiges erahnen was passieren wird. Es dauert somit nicht lange, und die ersten Spitzen gegen die andere kommen ans Licht und nachdem beide einen mächtigen Wutausbruch haben, eskaliert die ganze Sache und der Catfight kann beginnen. So geht der Kampf nahtlos von verbalen Attacken über zur Benutzung üblicher Haushaltsgegenstände. Da werden Pokale auf dem Kopf des anderen zertrümmert, die chemische Keule geschwungen und der Föhn in der Badewanne darf natürlich auch nicht fehlen. Da es sich hier natürlich um eine japanische Wohnung handelt, hängen auch diverse Schwerter an den Wänden und sogar eine Kettensäge darf benutzt werden. Das ganze ist zwar nicht sonderlich blutig doch ungemein brutal und am Ende sind die Gesichter der beide völlig zugeschwollen und beschunden.

Alles wird dabei sehr gekonnt in Szene gesetzt, die Kamera wird unruhig geführt, es gibt massig Großaufnahmen und alles ist ziemlich verwackelt. Zudem sind die 67 Minuten Film bis auf ganz wenige Szenen sehr schnell geschnitten und es kommt nie Langeweile auf. Wie schon gesagt ist der Film recht brutal, da die Frauen alles andere als zimperlich miteinander umgehen, aber ich hatte einen mächtigen Spaß dabei wie beide aufeinander losgehen. Einzige Nachteile sind die durchschnittliche deutsche Syncro - hier kosten Schuhe von Prada nur 300 Yen, was ungefähr knapp über 2€ wären - und das aufgrund des niedrigen Budgets nicht überwältigende Bild.

Aragami

Während Yukihiko Tsutsumi mal was unverbrauchtes als Thema wählte, entschied sich Ryuhei Kitamura für ein traditionelles wo sich einfach zwei Samurai gegenüber stehen, die sich bis auf den Tod bekämpfen

Story:
„1 Nacht + 1 Raum + 2 Samurai + Die Frage: Wie besiegt man jemanden, der 794 Menschenleben auf dem Gewissen hat?“

 

Als hätte der Samurai (Takao Osawa) mit seiner schweren Verletzung nicht schon genug Probleme, rettet er sich auch noch in die Behausung des Kriegsgottes Aragami (Masaya Kato). Nachdem Aragami den Samurai aufgepäppelt und ihm noch mit Speis und Trank versorgt hat, gibt er sich als Kriegsgott zu erkennen und will einen Kampf. Mit den Jahrhunderten hat er es nämlich satt hier zu verweilen und er will endlich schlafen und träumen können. Natürlich ist der Samurai von der Sache nicht wirklich angetan und sieht das alles als Scherz, doch es dauert nicht lange und es kommt zum Kampf um Leben und Tod! Bevor es jedoch zum Kampf kommt gibt es allerlei lustige und ironische Dialoge die im deutschen leider nur durchschnittlichen rüberkommen. Kitamura hat die nicht einmal 80 Minuten mit für ihn typischen schnellen Schnitten, tollen Großaufnahmen und jede Menge stylischer Schwenks inszeniert. Optischer Höhepunkt ist sicherlich die Szene wo das Bild völlig schwarz bleibt und nur die Blitze der aufeinandertreffenden Schwerter das Szenario erhellen. Geil! Kitamura hat je eigentlich das Problem das er keine Ahnung hat eine Geschichte zu erzählen, sondern einfach nur eine coole Szene an die andere reiht. Hier ist es ebenfalls so, doch da der Film eh unter 80 Minuten bleibt, ist er für einen Kitamura recht gut geworden.

Bild:
Bei beiden Filmen ist das Bild nicht wirklich gut, aber wenn man bedenkt das beides nur Low-Bugdet Produktionen sind, kann man darüber hinwegsehen. So gibt es bei 2LDK leichtes Grieseln und auch ein paar Blitzer. Ebenfalls verschwinden bei 2LDK und Aragami einige Details aufgrund der nur durchschnittlichen Schärfe. Die Farben kommen allerdings bei Aragami sehr gut rüber und der dreckige Stil von 2LDK kann vollends überzeugen.

Ton:
Wie schon erwähnt ist die deutsche Syncro recht durchschnittlich geworden und der Wortwitz kommt in beiden Filmen nicht sonderlich gut zur Geltung. Der Ton ist jedoch besser abgemischt als das japanische Original. Ist schon erstaunlich was REM aus dem Stereo Ton rausgeholt hat. Musikalisch gibt es bei Aragmi typischen Kitamura Gitarrenrock und etwas Industrial, welches das Geschehen gut untermalt.

Bonus:
An Extras gibt es von beiden Regisseuren ein Interview und ein tolles, lustiges Making Of über die jeweils 7 Tage Drehzeit der Filme zu bestaunen. Daneben gesellen sich zwei Videobotschaften der Darsteller und der Regisseure, sowie der Trailer zum jeweiligen Film. Natürlich gibt es auch Trailer zu den anderen Filmen aus dem Programm von REM. Die zwei Filme hat man zudem in ein sehr hübsches Digipack gesteckt, welches sich jedoch fast komplett auf den Film 2LDK bezieht. Artworks zu Aragami gibt es nicht. Im Digipack befindet sich auch noch ein beidseitiges Filmposter und in der Erstauflage von 600 Stück der Soundtrack zu Aragami. Leider hatte ich keinen Soundtrack drin und da die Erstauflage nicht gekennzeichnet war, musste man ziemliches Glück haben. So bekam ich für das gleiche Geld weniger und nun frag ich mich warum ich DVD’s überhaupt noch kaufe! Ich empfinde so etwas schon als kleine Verarsche und eine Special Edition wäre sinnvoller gewesen.


FAZIT:
Das Kinopublikum entschied sich für 2LDK als Sieger und ich tue es ebenfalls. 2LDK ist absolut genialer Zickenterror der nur aus Asien kommen kann und es machte mir riesig Spaß das Duell zu verfolgen. Aragami hat mich dagegen nicht so überzeugt, da hier Kitamuras Schwächen wieder deutlich zu sehen sind. Er hat es einfach nicht drauf eine Geschichte gut zu erzählen und verliert sich in seiner - zugegebenermaßen geilen - Inszenierung. Im Endeffekt sind beides kurzweilige Filmchen für den Quickie zwischendurch den man sich immer mal wieder geben kann.

 

2LDK


Bild – 5/10
Ton – 5/10
Bonus – 6/10    
Film – 8/10 

Aragami


Bild – 6/10
Ton – 6/10
Bonus – 6/10     
Film – 7/10 

  

[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von Rapid Eye Movies zur Verfügung gestellt]

[Review verfasst von Shagy]