Zuerst eine Warnung! Falls ihr den Film das erste mal sehen solltet, schaut euch auf KEINEN Fall vorher den Trailer oder das Musikvideo an!
Wie schon länger bekannt, stagniert der Markt an durchschnittlichen Filmen die immer nach Schema F abgedreht werden und nur ab und an kommen aus dem Independentbereich neue Impulse. So sind es oft die Debütwerke einiger begabter junger Leute die einem Genre neue Impulse geben. Jahre nach Sieben ist eigentlich nichts nennenswertes im Genre der Psychothriller passiert, aber nun schickt sich James Wan an, in seinem Debüt etwas neues zu schaffen. How fucked up is that? So fragt man sich, denn Saw ist fast perfektes, sickes und extrem krankes Low Budget Kino, welches sich nur Hartgesottene anschauen sollen!
Originaltitel: Saw
Regie: James Wan
Darsteller: Tobin Bell, Cary Elwes, Danny Glover, Ken Leung, Dina Meyer, Leigh Whannell
Laufzeit: 99
FSK: Keine Jugendfreigabe
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Ton: DD 5.1
Regionalcode: 2
Bildformat: 1,85:1 (anamorph)
TV-Norm: PAL
Produktion: 2004
Vertrieb: Kinowelt
Story:
Die zwei Männer Adam (Leigh Whannell) und Dr. Lawrence Gordon (Cary Elwes) erwachen in einer heruntergekommenen Toilette und sind zudem mit schweren Ketten an eine Rohrleitung gekettet. Einer links, der andere rechts im Raum...in der Mitte eine Leiche, welche in der einen Hand eine Pistole und in der anderen ein Abspielgerät hält. Als beide in ihren Hosentaschen eine Kassette finden, erweist sich dieses natürlich als sehr hilfreich. Was sich auf den Kassetten befindet und wie sich die ganze Geschichte entwickelt, verrat ich an dieser Stelle natürlich nicht. Aber noch als Anmerkung. Beide wurden von einem perversen Serienkiller gefangengenommen und wissen anfangs nicht wirklich warum und weshalb. In der Kloake befinden sich zudem kleinere Hinweise und Gegenstände, wie auch die Namensgebende Säge.
Nach Sieben kommt nicht Acht, sondern Saw!
Der Film hat einen tollen Anfang und der Zuschauer weis auch nur das, was die Protagonisten wissen. Wenn man darüber nachdenkt wie es ist, eingesperrt in dieser Kloake zu sein und keinen Ausweg vor Augen zu haben, kommt eine perverse Stimmung auf. Das besondere an dem Todesspiel des Killers ist auch, dass er nie selber tötet sondern seine Opfer Quasi in einen Selbstmord treibt. Wobei die Opfer immer einen Ausweg aus der Situation finden können. Jedoch haben bisher alle Opfer, bis auf eine Frau, bei den sadistischen Spielen ins Gras gebissen. Um die Geschichte zudem etwas voranzutreiben, werden einige Rückblenden zu den Charakteren und Spielchen gezeigt, welche sehr geil in Szene gesetzt wurden. So sitzt das erste Opfer zum Beispiel in einem Raum, welcher nur einen Ausgang hat. Dieser Ausgang schließt sich jedoch durch einen Timer an der Tür und somit würde das Opfer zugrunde gehen. Leider befindet sich zwischen ihm und der Tür ziemlich viel Stacheldraht und so rennt er unter Panik einfach durch den Stacheldraht. Krass! Das ganze wird - wie die anderen Todesspiele auch - als eine Art Zeitraffer gezeigt und kommt mit passender Mucke genial rüber. Splatter Fans werden aber hier nicht auf ihre Kosten kommen, da sich der Splatter ziemlich in Grenzen hält. Das die Polizei bei solchen Morden natürlich nicht tatenlos zuschaut, wurden zudem noch zwei Cops (Danny Glover und Ken Leung) auf den Psychopaten angesetzt.
Mhh...Kette oder Fuß?
Zum einen bringen die Rückblenden den Zuschauer weiter, doch auf der anderen Seite bremsen einige Rückblenden eher die Spannung. So interessierte mich das Familienleben des Arztes nicht wirklich, und da die Charaktere eh nicht sonderlich komplex sind, empfand ich es als noch nerviger. Auch ein Nachteil ist, das der Zuschauer keine Chance hat den Täter zu entlarven. So gibt es zwar eine Minute vor Ende einen tollen Überraschungseffekt und die Kinnlade fällt runter, doch im Nachhinein empfinde ich es als etwas unbefriedigend. Die Darsteller können hier alle überzeugen und bringen die düstere Stimmung gekonnt rüber.
Bild:
Zwar kann die Story nicht mit Sieben mithalten, doch das Setting ist genauso dreckig und düster. Die Ausleuchtung ist ebenfalls toll und bei dem Kunstlicht läuft einem in den Szenarien öfters mal ein Schauer über den Rücken. Technisch gibt es an der DVD fast nichts auszusetzen
Ton:
In den Todesszenen bekommt man deftigen Metal serviert, der sehr gut zu den Szenen passt. Ansonsten verhält sich der Film eher ruhig und ist technisch sehr gut. Ein Soundgewitter ist bei dem Setting eh nicht zu erwarten gewesen.
Bonus:
Auf meiner Verleih DVD befindet sich nur ein Musikvideo der Band Fear Factory und der Trailer. Recht arm also. Wer mehr Extras will, muss zur Special Edition greifen, welche am 7. Juni erscheinen wird. Diese ist prächtig aufgemacht und enthält vielerlei nette Sachen. So ist in der stabilen Verpackung der Soundtrack und ein 32seitiges Booklet enthalten. Als Extras auf der DVD befindet sich noch das standart Making Of zum Film und zum Soundtrack von Charlie Clouser (Nine Inch Nails). Der Directors Cut ist übrigens mehr als 7 Sekunden länger als die Kinofassung!
FAZIT:
Saw ist, um es in wenigen Worten zu sagen, ein extrem krankes und perverses Todesspiel! Zwar wird die Spannung aufgrund einiger bremsenden Rückblenden nicht den kompletten Film aufrechterhalten und die für meinen Geschmack zu sehr konstruierte Story hat einige Logikfehler, dennoch wird die aussichtslose Situation super präsentiert. Der Film kommt zwar nicht an Sieben ran, aber für Fans sadistischen Kinos dennoch sehr sehenswert, aufgrund der tollen Inszenierung und des gekonnten Spiels der Akteure.