Into the sun – Im Netz der Yakuza

24. May 2005

Into the sun – Im Netz der Yakuza

Hach war das noch eine Zeit, wo Helden noch Helden waren. Wer erinnert sich nicht gern an die Actionstars die in den 80zigern und frühen 90zigern in den Kinos aufräumten? Beinharte Männer wie Chuck Norris, Dolph Lundgren, Jean-Claude Van Damme, Sylvester Stallone und Steven Seagal die keiner aufhalten konnte und in einem Meer aus Expolvisionen immer die einzig Überlebenden waren! Leider ist die große Zeit der einfachen Actionfilme abgelaufen und die „Helden“ sind so ziemlich alle in der Versenkung verschwunden. Nur Steven Seagal räumt weiter auf, wenn auch nur von Videopremiere zu Videopremiere. Doch nun sollte mit dickem Budget und im angesagte Japan als Schauplatz das große Comeback im Kino folgen...am Ende entschied man aber dennoch für ein Direct to DVD Release.

Originaltitel: Into the sun
Regie: mink
Darsteller: Steven Seagal, Matthew Davis, Takao Osawa, Ken Lo
Laufzeit: 93
FSK: Keine Jugendfreigabe
Sprachen: Deutsch, Englisch, Tschechisch, Ungarisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Tschechisch, Ungarisch, Türkisch
Ton: DD 5.1
Regionalcode: 2
Bildformat: 1,85:1 (16:9 Widescreen)
TV-Norm: PAL
Produktion: 2004
Vertrieb: Sony Pictures Home Entertainment
Preis: 20€


Story:
„Mit einem schönen - gewohnt bleihaltigem - Opener im Dschungel wird uns der CIA Agent Travis Hunter (Steven Seagal, „Halb tot“, „Alarmstufe Rot“) vorgestellt, wo er eine Drogenplantage säubern soll. Nachdem der Auftrag aber ziemlich in die Hose ging und der schöne Vorspann vorbei ist, schwenkt das Geschehen auch gleich nach Japan. Dort wird der Gouverneur von Tokyo nämlich mal schnell um die Ecke gebracht und Travis soll die Übeltäter zur Strecke bringen. So kommt er auch schnell einem Yakuza Boss (Takao Osawa, „Aragami“) auf die Schliche, dem allerdings die Tradition hinter den Yakuza ziemlich egal ist. Er interessiert sich nur dafür schnell an viel Geld zu kommen und um das zu erreichen tut er sich auch gleich mit den Chinesen zusammen und greift rigoros durch“

 

Wer jetzt hofft das sich Seagal mit Kanone im Anschlag durch Tokyo ballert und die ganze Stadt in Schutt und Asche legt, wird jedoch enttäuscht werden. So fragt sich Travis lieber durch die Clubs und andere Location, um an Informationen zu gelangen. Leider ist das nicht sonderlich spannend und zieht sich dabei aufgrund der meist belanglosen Dialoge ziemlich in die Länge. So quasselt sich Seagal den ganzen Mittelteil mit fliesendem japanisch durchs nächtliche Tokio und muss nur einmal kurz seine Kampf“künste“ unter beweis stellen. Daneben gibt es nur ein paar - recht blutige - Exekutionen einiger Yakuza Mtglieder. Tja, das Drehbuch – an dem Seagal übrigens mitschrieb - offenbart hier gnadenlos seine Schwächen. Die Charaktere sind dabei nicht die Welt und über die Yakuza wird man hier ebenfalls nur oberflächlich informiert. Auch der Sidekick von Travis, Agent Mac (Matthew Davis), ist ziemlich austauschbar und irgendwie ist er halt einfach nur da. Nach der ganzen Tortour im Mittelteil kommt der geneigte Zuschauer aber doch noch auf seine Kosten. Denn im Finale darf sich Seagal mit Katana durch ein traditionelles Haus metzeln und ein bisschen rumsplatern. Jedoch sind diese Kampfszenen meist nur in Close Ups, da unser guter Seagal mittlerweile wo doch zu alt/fett ist und ein Double herhalten musste. Es wirkt schon reichlich peinlich, wie so ein „kräftig“ gebauter Riese alle Angriffe der agilen Bösewichter abwehren kann. Leider kommt das Schlachtfest viel zu spät, da einige bis dahin wohl schon selber im Land der Träume sind.

 

Neben der belanglosen Erzählweise merkt man dem Film in den anderen Dingen das hohe Budget wenigstens etwas an. So wurde der Film recht professionell inszeniert und wartet mit einigen Stars aus Japan und Hongkong auf. So ist der Yakuza Boss Takao Osawa aus Aragami bekannt und Ken Lo hält in so ziemlich jedem Jackie Chan Film sein Gesicht in die Kamera. Ebenfalls in einer kleinen Rolle ist Chiaki Kuriyama (die süße GoGo aus Kill Bill bzw. auch bekannt aus Battle Royale) zu sehen. Optisch weis „Into the sun“ ebenfalls zu überzeugen und der Videoclip Regisseur mink hat alles schön auf Hochglanz und knallbunt getrimmt. Die Darsteller spielen dem Drehbuchentsprechend Durchschnitt und Seagal läuft wie immer ohne Minenspiel oder Emotionen durch die Szenen. Höhepunkt hier, ist die Romanze mit seiner großen Liebe. Im Film sagt er, dass er immer Pech bei Frauen hat...tja, bei dieser Ausstrahlung kein Wunder.

Bild:
Die Optik ist knallbunt, ist aber teilweise etwas unscharf und ein rauschen ist bei dunklen Szenen auch auszumachen. Ins Gewicht fällt das allerdings weniger

Ton:
Da es, bis auf das Intro, keinerlei Krach Bum Action gibt, halten sich die Boxen ziemlich zurück. Das nächtliche Tokyo und seine Geräuschkulisse kommt jedoch toll zur Geltung und der Soundtrack ist ebenfalls recht gut. Dabei hat Seagal selbst einige Stücke mit beigetragen.

Bonus:
Tja, bis auf sieben Trailer (u.a. Kung Fu Hustle) findet man keinerlei Extras auf der DVD.

 

FAZIT:
Es ist einfach nur Schade. Anders kann ich es nicht nennen. Hier hat unser Dickerchen Seagal eindeutig seine vermutlich letzte Chance verspielt, doch noch in einem gutem Film mitzuwirken. OK, er ist besser als die üblen Machwerke davor, aber ich frag mich wo den die ganzen 35 Millionen $ Budget geblieben sind. Die Erzählweise ist langatmig, Seagal seine Mimik ist wie immer wie in Beton gegossen und Action gibt es bis auf das Intro und den Showdown keine. Wäre ordentlich Action im Film, würde das ganze mit der Optik noch richtig Spaß machen und der Abend mit ein bisschen Bier wäre gerettet. Nun ist jedoch auch seine Zeit abgelaufen und was bleibt ist nur die tolle Hochglanzoptik und Ken Lo als böser Oberchinese. Zieht euch lieber noch mal \"Exir Wounds\" oder \"Arlamstufe Rot\" rein.

Bild - 8/10
Ton - 7/10
Bonus - 1/10
Film - 5/10


[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von Sony Pictures Home Entertainment
zur Verfügung gestellt]

[Review verfasst von Shagy]