Seien wir doch mal alle ehrlich. Als bekannt wurde, dass Lucas eine neue Trilogie drehen will die vor der Episode IV spielt, hat uns nur der Teil interessiert, wo Anakin zu Darth Vader wird. Und nun 6 lange Jahre nach Episode I und zirka 130 Minuten im neuen Teil später ist es endlich vollbracht! Darth Vader nimmt seinen ersten Atemzug unter der Maske. Geil! Übrigens, wegen Spoilern braucht ihr keine Angst zu haben, da eigentlich alles, wie z.B. die Rollenverteilung, bereits bekannt sein dürfte und es keine Überraschung gibt. Das interessante an Episode III ist sowieso nur das wie kam es dazu.
Nachdem Episode I bei so ziemlich allen Fans wie auch bei mir unten durch war, ahnte man schlimmes. Episode II war dann zwar ein Schritt in die richtige Richtung, konnte jedoch auch nicht wirklich überzeugen und an die alte Trilogie anschließen. Letztendlich waren beide Episoden nur ein notwendiges Übel, die ganze Vorgeschichte zu erzählen. Aber da die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt, setzten alle auf den letzten Teil der Saga. Und zumindest ich wurde dieses mal nicht enttäuscht. So entsteht endlich das alte Flair und zudem wurde fast alles erklärt, um nicht irgendeinen Filmfehler in Bezug auf Episode IV zu fabrizieren. Leider jedoch zum Ende hin etwas zu gehetzt...mehr später.
Das Lucas und seine Industrial Light & Magic Studios etwas auf dem Kasten haben wissen wir ja bereits, doch dass was hier in der Einführungssequenz vom Stapel gelassen wird, ist der pure Wahnsinn. Anakin und Obi-Wan flitzen in ihren Gleitern mitten durch eine Schlacht. Überall blitzen Flaks und Raumjäger düsen durchs Weltall. Alles ist schnell geschnitten und super in Szene gesetzt. Als dann noch R2-D2 in Aktion tritt, gibt es auch noch einiges für die Lachmuskeln köstlich. Später halten sich solch witzige Einlagen zurück, da der Film sehr düster und traurig ist, aber es gibt immer mal wieder ironische Bemerkungen und Zitate aus der alten Trilogie. Nach diesem furiosen Auftakt, widmet sich Lucas dann dem Fortlauf der Geschichte...
So nähern sich die Klonkriege dem Ende und es müssen nur noch Count Dooku (Christopher Lee) und General Grevious (ein Robo Sith mit 4 Laserschwertern und eigentlich zuwenig Srceen-Time) beseitigt werden, um den Separatisten endgültig das Handwerk zu legen. Obi-Wan Kenobi (Ewan McGregor) wird also vom Rat der Jedi entsandt, um diesen Auftrag zu erfüllen. Eigentlich wollte jedoch unser junger Jedi Anakin Skywalker (Hayden Christensen) den Auftrag ausführen, wurde aber vom Rat zurückgerufen. Somit fühlt sich Anakin wiedereinmal vom Rat der Jedi hintergangen und seine Wut wächst weiter in ihm. Das macht sich der Kanzler (Ian McDiarmid) natürlich zunutze und verspricht ihm grenzenlosen Macht, wenn er ihm folgt. Völlig zwischen den beiden Seiten hin und hergerissen, kommt Padme (Natalie Portman) mittlerweile Schwanger ins Spiel. So sieht Anakin in seinen Träumen seine geliebte Padme sterben und nur die dunkle Seite der Macht kann sie retten laut dem Kanzler. Letztendlich wissen wir, dass Anakin zur bösen Seite wechselt und als Darth Vader der neue Schüler von Darth Sidious wird.
Leider wird die Story - wie bereits erwähnt zum Ende hin ziemlich gestraft. So musste Lucas wohl noch alles unter einen Hut bekommen, um nicht später Lücken in Bezug auf die nachfolgenden Episoden zu hinterlassen. So werden kurz die Wookies vorgestellt, Yoda ins Exil geschickt, Leia und Luke geboren und aufgeteilt und das Imperium will auch noch gegründet werden. Auch nicht sonderlich toll fand ich einige schauspielerischen Leistungen. So nahm ich das Süßholzgeraspel Hayden Christensen nicht wirklich ab und überhaupt waren einige Dialoge ziemlich dünn. Hervorragendster Darsteller war aber unumstritten Ian McDiarmid als Kanzler, der nun endlich die Screen-Time bekommt, die er auch verdient! Er spielt brillant und seine Dialoge sind köstlich mit anzusehen und auch sehr facettenreich. Ewan McGregor agiert hier ebenfalls recht gut, hat allerdings auch einige Schwächen, welche aber eher auf das Drehbuch zurückzuführen sind. So war zum Beispiel der Kommentar von Obi-Wan ziemlich dünn, als er Anakin metzeln sah. Auf der anderen Seite machen die toll choreographierten Laserschwertkämpfe wieder vieles wett.
FAZIT:
Für mich ganz großes, erwachsenes und düsteres, Science-Fiction Kino, welches es wohl lange Zeit nicht mehr geben wird. So hatte ich beim Imperial Theme genauso eine Gänsehaut, wie beim ersten Atemzug von Vader oder beim Blick auf den Todesstern. Lucas hat das geschafft was ich eigentlich immer gehofft, aber nie geglaubt habe. Episode III schließt die Lücke zwischen den beiden Trilogien perfekt und wenn der Name Darth Vader das erste mal fällt, kommt es fast so gut wie: Ich bin dein Vater!. Filmgeschichte! Anschauen! Und beim Directors Cut gibt es dann auch die 10 Punkte.
9/10