House of flying Daggers

19. July 2005

House of flying Daggers

„Crouching Tiger, Hidden Dragon“ und besonders auch „Hero“ (ebenfalls von Zhang Yimou) haben hierzulande einen bleiben Eindruck hinterlassen. Viele waren einfach von den spektakulären Kämpfen und den grandiosen Bilder fasziniert, welche man hier zuvor eher selten gesehen hat. Der inoffizielle Nachfolger zu „Hero“ - „House of flying daggers“ - war zwar nicht so ein großer Erfolg an den Kinokassen wie „Hero“, was den Film aber nicht unbedingt schlechter machen muss.



Originaltitel: Shi mian mai fu
Regie: Zhang Yimou
Darsteller: Takeshi Kaneshiro, Andy Lau, Zhang Ziyi
Laufzeit: 114
FSK: 12
Sprachen: Deutsch, Chinesisch
Untertitel: -
Ton: DD 5.1 (Deutsch, Chinesisch), dts 5.1 (Deutsch)
Regionalcode: 2
Bildformat: 2,35:1 (anamorph / 16:9)
TV-Norm: PAL
Produktion: 2004
Erschienen: 2005
Vertrieb: Highlight
Preis: 23€ (Premium Edition) 16€ (Standard DVD)



Story:
„Im Jahre 859 herrscht im Kaiserreich China große Unruhe und ist kurz vor dem Untergang. So versuchen diverse Untergrundorganisationen den unfähigen Kaiser zu stürzen und eine der größten nennt sich „Haus der fliegenden Dolche“ – House of flying daggers. Zwar hat es die Regierungspolizei geschafft den alten Anführer zu ermorden, doch ist natürlich ein neuer an seine Stelle getreten. Daraufhin erhalten die beiden Polizisten Leo (Andy Lau) und Jin (Takeshi Kaneshiro) den Auftrag innerhalb von 10 Tagen den neuen Anführer ausfindig zu machen. Es dauert auch nicht lange bis sie auf eine heiße Spur kommen. Die Spur ist zwar blind, jedoch extrem hübsch, heißt Mei (Zhang Ziyi) und arbeitet als Tänzerin in einem Freudenhaus. Leo und Jin vermuten hinter Mei die Tochter des alten Anführers und arrangieren eine fiktive Festnahme inklusive einer Flucht mit Jin, der sich von nun an als Rumtreiber ausgibt. Natürlich geht nicht wirklich alles nach Plan da etwas unerwartendes passiert...Liebe genannt.“


Zwar wird der Film oft als Nachfolger von „Hero“ gehandelt, doch eigentlich lassen sich beide nicht wirklich vergleichen. Während „Hero“ die Story hauptsächlich mit Unterstützung der Farben erzählt, bietet „House of flying daggers“ einen eher natürlich Look. Was jetzt allerdings nicht heißen soll, dass der Film trist und farbarm ausschaut...im Gegenteil. Zudem ist der politische Hintergrund nur Mittel zum Zweck und nicht sonderlich ausgeprägt. Somit steht die Dreiecksbeziehung klar im Vordergrund. Leider ist die Liebesgeschichte eher dünn und ausgelutscht geraten, da helfen auch die vielen Wendungen am Ende vom Film nicht viel. Überhaupt fand ich die Wendung viel zu aufgesetzt und haben mich etwas gestört. Zwischen all dem sentimentalen Szenen, kommt aber natürlich die Action auch nicht zu kurz. Diese kann wieder vollends überzeugen und bietet schönste Drahtseil- und Schwertaction. Besonders hervorzuheben ist der grandiose Kampf im Bambuswald und der Endkampf wo ich echt dachte, dass sich Andy Lau und Takeshi Kaneshiro wirklich umbringen wollten. So wie die aufeinander losgehen ist echt geil und eine schöne Materialschlacht...die armen Schwerter.

Optisch ist der Film wie gesagt etwas natürlicher geraten als „Hero“ und geht mehr Richtung „Crouching Tiger, Hidden Dragon“. Schon die erste große Szene wo Zhang Ziyi eine grandiose Tanzeinlage hinlegt, fällt einem die Kinnlade immer weiter runter. Perfekt choreographiert und bildgewaltig verzaubert die Szene wohl jeden Zuschauer! So laufen die Darsteller nicht durch das Setting, sondern schweben mit einer wahrlich leichtfüßigen Art und Weise durchs Bild. Der Film könnte durchweg glatt als filmische Postkarte durchgehen. Leider verliert der Film etwas an Reiz, wenn man sich an den Bildern sattgesehen hat. Die Story ist letztendlich halt doch nicht ganz das was die Bilder noch versprechen. Aber zumindest dauert es eine ganze Weile, bevor man sich an den Bilder sattgesehen hat.

Die drei Hauptdarsteller agieren im Film recht gut und holen alles aus dem Drehbuch raus. So nimmt man dem Japaner Takeshi Kaneshiro die Rolle des Frauenhelden locker ab und Andy Lau ist eh über jeden Zweifel erhaben. Zwar bekommt man am Ende ein etwas zu schlechtes Bild von ihm und man steckt in voreilig in die Rolle des „bösen“, dennoch macht er seine Sache als undurchsichtiger Charakter sehr gut. Wäre da noch Zhang Ziyi, welche ihren Charakter völlig ausschöpft. So kann sie unglaublich sexy und erotisch sein, auf der anderen Seite kann sie aber als auch ein kleines Biest und hilflos erscheinen.

Bild:
Zwar bekommt man immer ein rauschen zu Gesicht, doch von stehenden Rauschmustern bleibt man erspart. Nicht erspart bleibt man jedoch von Blöckchenbildung, welche ab und an einmal auftritt. Dafür wissen die Schärfe und die tollen, kräftigen Farben zu überzeugen.

Ton:
Hier gibt es eigentlich nichts negativen zu berichten. Der Klang ist hervorragend und die Geräuschkulisse weis auch zu gefallen. Die deutsche Syncro ist recht gut geworden, wobei die Dialoge wohl nicht sonderlich viel hergeben. Die chinesische Fassung kann man sich ja aufgrund fehlender deutscher Untertitel nicht anschauen.



Bonus:
Zuerst wieder ein paar Worte zur Verpackung, welche in einem schönem Digipack daher kommt. Während der Schuber schwarz/silbrig glänzenden ist, ist das innere recht bunt geraten. Neben den zwei DVD’s befindet sich noch ein kleines Einlegeblättchen mit Informationen über die 3 Hauptdarsteller und den Regisseur in der Verpackung. Auf der Bonus DVD sind folgende Extras (ca. 98min) enthalten:
-Making Of (mit dt. Untertiteln, ca. 45min)
-Bildergalerie
-Musikvideo
-Diashows zur Kostümprobe, Set, Requisiten
-Storyboards
-Dreharbeiten
-Trailer und TV-Spots
-Texttafeln
-Interviews

Neben der Premium Edition gibt es natürlich auch noch eine Einzel DVD im Amaray. Dort gibt es lediglich knappe 50min an Extras, welche wären:
-ein kleines Making Of (mit dt. Untertiteln, ca. 15min)
-Interviews
-Trailer

Etwas stößt mir bei beiden Veröffentlichung jedoch gehörig auf. Der größte Minuspunkt ist, dass es KEINE deutschen Untertitel zum Film gibt. So hat es zwar die chinesische Tonspur auf die DVD geschafft, doch was nützt diese ohne die entsprechenden Untertitel? Der Film hat eine eher geringe Zielgruppe und diese besteht größtenteils aus Fans. Und diese schauen sich halt die Filme sehr gerne im O-Ton an, was hier aber nicht möglich ist. Somit werden diese paar Fans noch vergrault, die nun lieber zu einer ausländischen DVD greifen. Wirklich schade Highlight und ein glattes Eigentor!
Zum anderen wird der ehrliche DVD Käufer am Anfang noch mit dem üblichen Raubkopierer Spot genervt (noch erträglich). Was aber noch schlimmer ist, ist das gleich danach ein Trailer (über 2min!!) zum Film „Die Fantastischen 4“ kommt, welcher sich weder vorspulen noch überspringen lässt. So was ist einfach eine Frechheit und gehört eher in die Trailer Ecke im Bonusmaterial! Letztendlich büßt die ansonsten wirklich gute DVD gehörig Punkte ein.


FAZIT:
„House of flying daggers“ bietet eine wunderschöne Optik und wieder tolle Kampfszenen, doch leider hapert es etwas an der Story. Diese scheint letztendlich nur ein Alibi für die grandiosen Bilder zu sein. Die zig Wendungen am Ende wirken doch etwas aufgesetzt und es wurde mir etwas zu dick aufgetragen, wobei der Endkampf der wahre Hammer ist! Wer mit der leicht dünnen Story kein Problem hat, macht bei diesem Film jedoch nichts falsch. Leute die etwas mehr philosophisches und tiefgreifenderes wollen, ziehen aber weiterhin „Hero“ vor. Anschauen sollten sie ihn aber dennoch. Abschließend will ich aber noch einmal erwähnen das die fehlenden deutschen Untertitel eine Frechheit sind und die ansonsten tolle Veröffentlichung in ein schlechtes Licht rücken.

Bild - 7/10
Ton - 10/10
Bonus - 6/10
Film – 8/10


[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von Highlight zur Verfügung gestellt]

[Review verfasst von Shagy]