Die Southern Rock Combo ist im Rockbusiness schon eine Legende, die vor allem durch DAS Glänzen was eine Band meiner Ansicht nach ausmacht. So gibt es ja viele Bands die zwar auf Platte super klingen, doch viele Live nicht zu gebrauchen sind. Und glaubt mir. Ich habe das leider schon ziemlich oft Live erlebt. Eine Philosophie des Southern Rock ist es ja, egal bei welchem Wetter oder Verfassung der Bandmitgliedern einfach nur zu rocken und eine geile Show abzuliefern! Molly Hatchet spielen im Jahr weit über 100 Gigs, aber so was wie Ermüdungserscheinungen kennt diese Band nicht. SPV gibt euch nun die Chance sich von der Spielfreude zu überzeugen.
Laufzeit: 125min DVD, 74min CD
FSK: 12
Sprachen: Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Ton: Konzert in DD 5.1, 2.0
Regionalcode: 0
Bildformat: 16:9/4:3
TV-Norm: PAL
Produktion: 2004
Erschienen: 30.09.2005
Vertrieb: SPV
Preis: 20€
Was ist eigentlich Southern Rock? Zuerst sei gesagt, dass der Begriff nicht wirklich eine Musikrichtung beschreibt, sondern Anfangs der 70ziger von der Musikindustrie erfunden und beim ersten Lynyrd Skynyrd Album gefestigt wurde. Musikalisch gesehen, kann man Southern Rock nicht wirklich definieren, da es einfach zu viele Einflüsse aus Hard-Rock, Blues-Rock, Rock, Blues, Soul und Country gibt. So war es einfach der Überbegriff von Bands (z.B. Allman Brothers, Charlie Daniels Band, Marshall Tucker Band oder auch ZZ Top) die aus dem US-Südstaaten kamen und da der Süden seit Bürgerkriegszeiten sowieso immer eine leichte Ausgrenzung erfuhr, erfand man den Oberbegriff. Zudem spiegelte Southern Rock die politische Situation wieder, da den Südstaatlern immer wieder pauschal Rassismus vorgeworfen wurde. Man wollte sich einfach wehren und das eigentliche Lebensgefühl in den Songs wiedergeben. Im Internet gibt es viele verschiedene und umfangreiche Definitionen zum Thema Southern Rock. Ein guter Einstieg wäre z.B. Wikipedia.
Bandgeschichte:
1975 zogen 6 Musiker mit wechselnden Bandnamen durch lokale Clubs rund um Jacksonville und zockten sich die Finger Wund. Die eigentliche Band Molly Hatchet (der Name stammt von einer Südstaaten Hure die Ihre Kunden zerstückelte und köpfte) wurde erst 1978 von Danny Joe Brown gegründet und die anderen Gründungsmitglieder waren Bassist Banner Thomas, Schlagzeuger Bruce Crump und die drei Gitarristen Dave Hlubek, Steve Holland und Duane Roland. Im Laufe der Jahre gab es personell viele Auswechselungen (wichtigster Zugang wurde Lead Gitarrist Bobby Ingram, welcher auch der spätere Chef von Holly Hatchet wird). So schied 1986 Dave Hlubek wegen Drogenproblemen aus und auch Sänger Danny Joe Brown schied 1980 kurz aus, da bei ihm Diabetes diagnostiziert wurde. Doch schon 2 Jahre später stieß Danny Joe Brown wieder dazu und nahm noch 4 weitere Alben auf, bis sich die Band 1990 doch endgültig aufgelöst hatte. Aber wie es meist so ist, war es doch nicht ganz so endgültig, denn Danny Joe Brown und Bobby Ingram tourten ohne Plattenvertrag einige Jahre mit immer wechselnder Besetzung durch die Staaten. 1995 schafften es Danny Joe Brown und Bobby Ingram aber wieder einen Plattenvertrag zu ergattern und formierten eine neue Molly Hatchet Band, welche die Traditionen weiterführen sollte. Da aber Brown gesundheitlich endgültig ein Frack war, musste ein neuer Sänger her und diesen fanden sie schließlich in Phil McCormack. Das erste Album unter neuer Formation kam dann 1996 mit dem Namen „Devil’s Canyon“ in die Läden und 1998 erschien mit „Silent Reign Of Heroes“ das zweite und 2000 das dritte Album „Kingdom of XIII“. Danny Joe Brown der die Band seit der Gründung begleitete (bis 1995 als Sänger und später im Hintergrund agierend) starb jedoch noch vor der Veröffentlichung des zuletzt erschienenen Albums „Warriors Of The Rainbow Bridge“ am 10. März 2005 an einer Lungenentzündung. Aber die Band wird es weiter geben und Live Hits wie „Fall Of The Peacemakers“, „Flirtin\' With Disaster“ (auf dem Soundtrack zur Neuverfilmung von „Dukes of Hazzard“ enthalten!), „Bounty Hunter“ oder „The Creeper“ auf den Bühnen der Welt zum Besten geben. Insgesamt haben Molly Hatchet 13 Studio Alben und massig Live und Best Of Scheiben veröffentlicht.

Konzert:
Das Konzert wurde am 24. Juli 2004 bei den Harley Days, einem Biker Festival, in Hamburg aufgezeichnet. Musikalisch und vom Auftreten her merkt man sofort, dass diese Band nicht nur einfach ihre Songs runterspult, sondern mit voller Freude bei der Sache ist. Neben den Klassikern a la „Bounty Hunter“ oder dem Rausschmeißer „Flirting with disaster“, zockten sie in Hamburg auch Songs von der neuen Platte wie "Warriors Of The Rainbow Bridge" oder "Son Of The South" der zum richtigen mitsingen auffordert! Das einzige was den wahren Fan etwas stören mag ist, dass sich Bobby Ingram etwas zu sehr in den Vordergrund stellt - es gibt echt fast keine Einstellung ohne auf Ingram fokussiert zu sein - und der Sound auf DVD nicht wirklich authentisch ist. So wurde ordentlich am Sound geschraubt und aufgebohrt was das Zeug hält. Das hört sich zwar sehr gut an, lässt aber den nicht wirklich Live Stimmung aufkommen. Des weiteren sind einige gelungen Kameraschwenks dabei, doch die Fischaugenoptik und das verlaufen der Bilder ineinander störte mich jedoch mit der Zeit. Na ja, letztendlich wirkt das Publikum größer, als es eigentlich war. Ebenfalls negativ für Fans ist die Setlist. Mich als Neuling hat sie begeistert, doch der Fan kann sie wahrscheinlich nicht mehr hören. So findet man auf so ziemlich jeder Best Of/Live Platte die gleichen Songs, wobei Molly Hatchet noch viel mehr zu bieten hat. So werden leider viele Songs auch nur als Gitarrensolo gespielt, anstatt sie richtig runterzubrutzeln.
CD:
Na das nenn ich doch mal super von SPV. Anstatt die DVD und die Live CD einzeln zu verkaufen, packen sie diese gleich zusammen. Jedoch fehlen hier leider 4 Tracks, worunter sich auch der Heldensong „Flirting with disaster“ befindet. Echt mies SPV! Ebenfalls rausgeschnitten wurde ein Großteil des Gequatsches von Phil McCormack, welches allerdings ein gutes Zeichen ist. Der CD Sound hört sich leider ebenfalls nicht wirklich Live an und das gesampelte Publikum tut hier sein übriges. Gut ist die CD aber dennoch und ist ne schöne Best Of Scheibe, trotz des Fehlens von „Flirting with disaster“.

Bild:
Mhh...nicht wirklich scharf war gleich am Anfang mein Gedanke und alles wirkt arg matschig. Auch ist die Lichtshow zu grell und somit sieht man keine wirklichen Details. Auf der anderen Seite wird man von Verschmutzungen, Defekten und rauschen verschont.
Ton:
Am Ton gibt es nicht viel zu meckern. Nur das der Sound nicht wirklich Surround daherkommt, lässt sich bemängeln. Dafür kommt er satt aus den Boxen. Das dies jedoch auf die Live Atmosphäre geht, ist da verständlich...was soll’s...er drückt und immer noch besser als dumpfes Gehämmer.
Bonus:
Neben dem Konzert befinden sich natürlich auch ein paar Boni, welche aber nicht wirklich überragend sind. So ist die Bildergalerie (wo auch ältere Bandmitglieder zu sehen sind) zwar recht gelungen, die Discographie ist jedoch genauso sinnlos – da nur die Platten erwähnt werden, die über SPV erschienen sind – wie auch das deutsch untertitelte Interview mit Bobby Ingram. Denn tiefgründige Fragen darf man hier leider nicht erwarten, obwohl es eigentlich genug gibt, was einen mal interessieren würde. Die Biographie ist zudem nur in englisch. Beim „Behind the scenes“ bekommt man einen kleinen Einblick zu dem Festival. In dem hübschen Jewel Chase ist zudem noch ein kleines Bocklet mit ein paar Schnappschüssen enthalten.

FAZIT:
Tja, ich bin in Sachen Molly Hatchet ein Neuling und somit hat mich die DVD echt begeistert! Die Songs rocken geil, der Sound ist super und Ingrams und McCormacks Selbstdarstellung und Posereinlagen sind genial und sie zeigen eine tolle Spielfreude. Die Songs gehen einen in die Beine, der Kopf nickt im Takt, Southern Rock in Reinkultur eben. Richtige Fans werden sich an der immer gleichen Setlist und Ingrams Selbstdarstellung stören...mir wie gesagt egal, die DVD macht Spaß!
Bild – 6,5/10
Ton – 8/10
Bonus – 3,5/10
[Diese DVD wurde uns freundlicherweise von SPV zur Verfügung gestellt]
[Review verfasst von Shagy]
Die Bilder stammen nicht von der DVD!