PS3

Metal Gear Online

Metal Gear Online 10. May 2008

Metal Gear Online

SNEAK OUT!

In unserem neuesten Preview befassen wir uns mit dem inzwischen 2. Online-Titel der Metal Gear Saga. Nachdem die Subsistence Variante noch zu PS2 Zeiten die Server schwitzen ließ haben wir es nun mit dem ersten PS3 Ableger der Serie zu tun. Die Frage ist jedoch, ob es den Entwicklern gelungen ist die einzigartige Erfahrung des Singleplayermodus in die Online-Welt hievenzu können. Darüber hinaus darf man nicht vergessen, dass es mit Unreal Tournament 3, GTA IV und natürlich Call of Duty 4 bereits mehrere etablierte Online-Titel gibt. Ist da überhaupt noch Platz für MGO?

Fission Mailed?

Als Basis dieser Review fungiert die offizielle BETA Premiere, die nach einer kurzen Verspätung Ende April im PlayStation Store veröffentlicht wurde. Nachdem der Hype um die BETA überwältigend groß war, dauerte es jedoch nicht lange bis es zur ersten großen Ernüchterung kam. Wie man nämlich feststellen durfte interessiert sich Konami anscheinend nicht mal für die grundlegenden Elemente der PlayStation3. Statt sich nämlich, wie in allen anderen Spielen ganz simpel über seinen PlayStation Network Konto anzumelden musste man sich zunächst einen externen Account auf der offiziellen Konami ID Homepage kreieren. Dort bekam man schließlich die Anmeldedaten, die man im Hauptmenü des Spiel einfügen konnte. Erst dann konnte man nun endlich online gehen. Aber es ist doch schon etwas paradox, wenn man bedenkt, dass wir es hier mit DEM PS3 Titel schlechthin zu tun an. Denn gerade solch ein Spiel müsste der Welt zeigen, wie angenehm einfach die Sony Plattform doch sein kann. Stattdessen musste man sich erstmal durch eine instabile Seite kämpfen, die mehrere Tage brauchte, um wieder halbwegs gut zu laufen. Bleibt zu hoffen, dass wenigstens zum Release des Spiels die Server den Druck der Massen standhalten können.

Show me your Skills

Hatte man die Anmeldung schließlich beendet landete man im Hauptmenü des Spiels, wo man die Auswahl zwischen mehreren Unterpunkten hat. In diesem Fall interessiert uns aber nur die Option „Spiel Starten\", wo man zunächst dazu aufgefordert wurde einen eigenen Charakter zu erstellen. Unglücklicherweise waren die Einstellungsmöglichkeiten im Rahmen der BETA noch relativ beschränkt, wodurch man nur eine begrenzte Palette an Ausrüstungsmaterialien vorgesetzt bekam. Im Anschluss ging es dann weiter zum Arrangement der Fertigkeiten. Insgesamt hat man die Auswahl aus 18 verschiedenen Punkten (von Pistolenbeherrschung bis hin zur Nahkampfbeherrschung.) Die jeweils ausgewählte Funktion wurde dann im Kampfgeschehen trainiert. Koppelte man zum Beispiel einen Punkt an die Pistolenbeherrschung, hat das mehrmalige Benutzen der Pistole dafür gesorgt, dass sich die In-Game Fertigkeiten stetig verbesserten. Darüber hinaus konnte man feststellen, dass ein solcher Level-Up jede Menge Zeit beanspruchte. Wer das Spiel also in seiner vollen Pracht genießen möchte, sollte relativ viel Geduld mitbringen. Aber wie schon Call of Duty 4 gezeigt hat kann ein motivierendes Erfahrungssystem die halbe Miete für ein gutes Spiel sein.

Gameplay

Wer erinnert sich nicht an die Zeiten, wo die Metal Gear Solid Serie als interaktiver Film mit einigen mittelprächtigen Gameplay-Einlagen verschmäht wurde. Genau diese sind nun endlich vorbei. Grund dafür ist unter anderem das komplett generalüberholte Gameplay, welches Ade zur Vogelperspektive gesagt hat und „Hallo\" zur lang erwünschten 3rd Person Sicht. Ähnlich wie in den Splinter Cell Spielen kann man die Kamera nun frei bewegen - dies geschieht mit Hilfe des rechten Analogsticks. Der grundlegende Vorteil besteht darin, dass man so deutlich mehr Überblick über das Kampfgeschehen hat.
Eine weitere Neuerung lässt sich bei der Waffenhandhabung feststellen. So hat man insgesamt drei verschiedene Optionen, wie man seine Gegner ins Visier nehmen kann:

  • Auto-Aim: Metal Gear Online überlässt euch die Wahl, ob ihr entweder manuell oder automatisch zielen wollt. Entscheidet man sich für die automatische Variante hat man den Vorteil, dass man weiterhin die Kamera frei bewegen kann. Der Nachtteil besteht jedoch darin, dass man bei mehreren Gegner schnell Zeit und Überblick verliert, da jeder Soldat einzeln anvisiert werden muss.
  • Manuelles Schießen: Entscheidet man sich für die manuelle Variante, wechselt die Perspektive in die bekannte Resident Evil 4 Sicht, die sich knapp auf Schulterhöhe des eigenen Mannes befindet. Der Vorteil besteht natürlich darin, dass man auf dieser Art und Weise so schnell wie möglich mehrere Gegner auf einmal zur Strecke bringen kann. Bis es aber soweit ist bedarf es jeder Menge Training, da die manuelle Variante nichts für Leute ohne Zielvermögen ist.
  • Ego: Die wahrscheinlich absurdeste Variante ist die Ego Perspektive, die jedoch mehr eine nette Dreingabe, als ein sinnvolles Feature ist. Wer hat schließlich Lust erst zwei Tasten drücken zu müssen, um die Sicht zu ändern? Darüber hinaus zwingt einem die Ego Perspektive die L1-Taste gedrückt zu halten, was auch nicht gerade als zu komfortabel ist. Schlußendlich scheitert das System jedoch an der lahmen Geschwindigkeit, die einem nichts anderes übrig lässt als zu sterben.

Wie man schnell merken wird hat sich Konami viel Mühe darin gegeben das Spiel so westlich, wie möglich zu gestalten. Trotzdem gibt es hier und da einige Features, die auch schon in den vorherigen Teilen ihr Stelldichein gaben. Dazu gehört nicht nur das Radar, sondern auch die klassische Menüansicht, welche weiterhin mit einem Drücken der L2 bzw. R2 Tasten eingeblendet wird. Ein weiteres Relikt, was den Sprung in die nächste Generation überstanden hat ist das berühmt berüchtigte CQC (Close Quarters Combat - dt. Nahkampf. Wie ihr euch aber denken könnt wurde auch dies komplett erneuert, wodurch die Möglichkeiten den gegnerischen Soldaten aufs Korn zu nehmen fast grenzenlos erscheinen. Egal ob man ihn besteigen möchte oder einfach nur KO hauen will - mit ein wenig Erfahrung und guten Timing ist beim Nahkampf alles möglich.

SOP!

Zu den interessanten Gameplay-Neuzugängen gehört jedoch, dass so genannte Sons of the Patriots Sicherheitssystem, welches nicht nur mit euch arbeitet, sondern mitunter auch gegen euch. Mit Hilfe des SOP seid ihr nämlich stets mit den anderen Kollegen verbunden. Um das System zu aktivieren genügt ein simples Drücken der Dreiecktaste. Ist das System einmal aktiviert weiß man immer wo seine Kollegen positioniert sind oder wer gerade angeschlagen auf dem Boden liegt. Unglücklicherweise ist aber auch das SOP System nicht ganz fehlerfrei - So gibt es unter anderem die Möglichkeit das System zu hacken, was dazu führen kann, dass eure Soldaten willenlos durch die Gegend stolpern (wie das aussehen kann hat man ja zum Beispiel im letzten TGS Trailer gesehen).

Modi

In Sachen Modi hatte man im Rahmen der BETA die Möglichkeit aus 5 Einsatzmethoden wählen zu können. Neben dem obligatorischen Deathmatch und Team-Deathmatch, konnte man sich aber auch noch für einen Fang- oder Basiseinsatz melden. Während Ersteres eine Art Capture the Flag Kopie darstellte ging es im Basiseinsatz darum so viele Basen wie möglich auf dem Schlachtfeld zu erobern.
Zu guter Letzt gab es dann noch den Schleicheinsatz, welcher meiner Meinung nach zu den spektakulärsten Modi gehörte. Dies lag unter anderem daran, dass man in dem folgenden Modus nicht nur als normaler Soldat ins Geschehen eingriff, sondern gegebenenfalls auch als Solid Snake oder seinen mechanischen Sidekick MK II. Der Vorteil besteht natürlich darin, dass Snake sein komplette Ausrüstung (inkl. Octocam) besitzt und dementsprechend nur schwer zu fangen ist. Man darf jedenfalls gespannt sein, welche Modi in der finalen Version auf uns warten.

Grafik

Was die Grafik anbetrifft bot Metal Gear Online schon mal einen netten Vorgeschmack auf die am 12. Juni erscheinende Vollversion. So überzeugten die Umgebungen nicht nur durch ihre beeindruckende Größe, sondern auch durch die recht hübsche und detaillierte Optik. Zwar waren die Orte farblich gesehen noch etwas eintönig, aber auch das dürfte sich bis zum Veröffentlichungstermin noch ändern, da man ja nicht sämtliche Einsatzgebiete auf einmal enthüllen wollte. Hinzu kommen solide 60 Frames, die nur selten von Slowdowns und Rucklern getrübt worden. Glücklicherweise verlief die BETA auch komplett lag-frei, was in dieser Generation bei Konami keine Selbstverständlichkeit ist. Ebenso lobenswert sind die gelungenen Animationen, sowie die effektreichen Explosionen. Metal Gear Online erreicht zwar nicht ganz die Qualität eines Call of Duty 4, braucht sich aber auch nicht vor der Konkurrenz zu verstecken.

Musik

Die BETA zu Metal Gear Online bot insgesamt zwei verschiedene Musikstücke an, welche im klassischen Metal Gear Stil daherkamen. Die einzelnen Kompositionen waren eine Mischung aus pompöser Orchestermusik, gepaart mit ein wenig Elektro, um dem ganzen etwas mehr Modernität und Agilität zu geben. Hinzu kam eine begrenzte Anzahl an Voice-Over. Kommunikation via Headset wurde ebenfalls unterstützt.

FAZIT:

Nach etlichen Stunden des Zockens bleibt die Frage, ob sich MGO in dem großen Pool der Onlinespiele wirklich durchsetzen kann. Ich persönlich bin mir da nicht ganz sicher, da der Titel aufgrund seiner Komplexität nicht ganz den userfreundlichen Appeal ausstrahlt, wie seine Konkurrenten. Darüber hinaus darf man gespannt sein, ob Konami den Spieler wirklich genug Einstellungsmöglichkeiten geben wird, um ihn auch über Monate hinweg motivieren zu können. Wie es am Besten gemacht wird haben wir zum Beispiel bei Call of Duty 4 und seinem Level System gesehen. Ob Metal Gear Online mit seinen Microtransactions da mithalten kann wird die Zukunft zeigen. Schließlich wird die Vollversion von Metal Gear Solid 4 nur mit einer Basisvariante von MGO ausgestattet welche im Laufe der Zeit durch „downloadable contents\" erweitert werden kann. Was das Gameplay anbetrifft kann man dem Spiel wirklich nichts vorwerfen. Wer auf taktisch geprägte Schleichaction steht, sollte sich Metal Gear Online auf gar keinen Fall entgehen lassen.

[ Preview verfasst von Dimi ]

Metal Gear Online
Name Metal Gear Online
Release 12.06.2008
Plattform PS3
Publisher Konami
USK keine Jugendfreigabe
Spieleranzahl 16
Sprache Englisch
Texte Deutsch
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